Gemeinsam in Dapaong

Einmal ans andere Ende Togos: Die diesjährige Exkursion des Deutschclubs der Uni Lomé führte uns nach Dapaong, eine Stadt ganz im Norden des Landes unweit der Grenze zu Burkina Faso. Wir waren eine Gruppe mit etwa fünfzig Studierenden verschiedener Fakultäten der Uni Lomé und auch sieben Deutschen. Fünf Tage waren angefüllt mit einem interessanten Programm: Wir sahen Grotten und einen gewaltigen Stausee. Wir besichtigen eine der größten Bibliotheken Togos, eine Baumwollfabrik und ein Zentrum zur Förderung von Frauen. Wir sprachen mit dem Bürgermeister, wir erkundeten das Museum der Region Savanes. Wir schlenderten über den Grand Marché, versuchten die Pflanzen im Lehrgarten eines Ausbildungszentrums zu erraten, ein Teil unserer Gruppe besiegte Schüler eines Lycées im Fußballspiel und wir erhielten eine Führung direkt am Grenzübergang.

Doch das Wichtigste für mich: Wir taten all dies gemeinsam. Abends spielten wir und tanzten ein bisschen, schnitten Zwiebeln, Kartoffeln, Karotten. Jeden Abend wurde Leckeres gekocht. Wir hatten Spaß mit Ewe – ich, weil ich lernen und die Studierenden, weil sie mir helfen und mir den neuen togoischen Namen Adjovi verpassen konnten. Wir tranken Haferbier und litten gemeinsam unter der Hitze, die so trocken war, dass sie unsere Kehlen kratzen und Lippen brennen ließ. Und wenn ich mich jetzt, nach unserer Rückkehr nach Lomé so umhöre, so erinnern wir uns alle ein bisschen an die Hitze. Aber vor allem an die Gemeinschaft.

 Was bleibt

Brice: Von dieser Reise wird mir besonders die Besichtigung von den Höhlen von Nok und deren Höhlenmalerei in Erinnerung bleiben, denn sie sind einzigartig in Togo hier! Außerdem kann ich niemals das Spiel gegen die Schüler von Lydaville vergessen, weil ihr Spielplatz sehr, sehr schlecht war, für mich auf jeden Fall! Ich habe viel gelernt, von der Vorbereitung bis hin zur Realisierung hab ich jetzt viele Erfahrungen in Planung und Durchführung von Ausflügen gesammelt. Der Umgang mit Menschen anderer Kulturen ist auch wichtig. Dank dieser Reise habe ich auch die Gelegenheit ergriffen, um mich mit dem Alltag der Menschen im Nordtogo auseinanderzusetzen; was sie essen, was sie trinken und was sie jeden Tag erleben müssen, besonders die Hitze!

Sebastian: Mir werden besonders die gemeinsamen Abende in Erinnerung bleiben. Und ich nehme ganz viel von der Reise mit, vielleicht das Erstaunlichste für mich war die unerschöpfliche Reserve an Energie und Spaß, die die Studenten gezeigt haben. Das hat irgendwie die gute Stimmung in der Gruppe immer wieder angefeuert. Selbst wenn alle total kaputt waren.

Eugène: Für mich war interessant, wie wir uns gleichbehandelt haben. Es gab Studierende von verschiedenen Semestern, es gab Dozenten, die uns begleitet haben, es gab auch Nicht-Studierende wie ihr, aber wir waren immer zusammen, aßen zusammen und spotteten übereinander. Es gab keine Hierarchie. Mit dieser Reise hab ich KommilitonInnen und FreundInnen besser kennengelernt. Ich hab persönlich meine  Teamfähigkeit verbessert, ich hab auch gelernt, unter Druck zu arbeiten und eine Gruppe zu leiten. Ich hab auch mein Sprachniveau erhöht, durch die Gelegenheit, mich mit MuttersprachlerInnen auszutauschen.

Karine: Es herrschte eine tolle Stimmung. Die Art und Weise, wie jeder dazu beitragen hat, hat mir sehr gefallen. Besonders die Besichtigung der Grotte von Nok und das Lied, dass die Schwester uns gesungen hat, werden mir in Erinnerung bleiben. Dank der Reise habe ich den Norden Togos entdeckt. Dabei habe ich viel gelernt, nämlich wozu die Grotte früher diente. Ich habe auch erfahren, dass das Hauptgericht in der Gegend der Reisteig ist. Über das Institut Bonita Haus habe ich Informationen bekommen hinsichtlich der Fächer und Ausbildung.

Aziz: […] Die Bereitschaft [meines Teams], alles daran zu setzen, damit dieser Traum in Erfüllung geht, wird mir auf ewig in Erinnerung bleiben. Gemeinsam haben wir organisatorische Probleme gelöst und pessimistischen Reaktionen von allen Seiten getrotzt. Meine Freude war einfach unbeschreiblich, als wir schließlich diese Reise antreten wollten. Daraus haben wir alle eine lebenswichtige Lehre gezogen: Immer den Mut zu kleinen Anfängen haben. […] Ich selber war vorher niemals nach Dapaong gefahren. Ich  habe aber mit dem Deutschklub viel entdeckt und meine landeskundlichen Kenntnisse erweitert. […] Ich habe einfach Neues erlebt und gelernt. Die Reiseteilnehmer waren alle wirklich toll und es gab darunter nette Leute, die sich freiwillig an den verschiedenen Aufgaben beteiligten. Das alles war für mich sehr prägend. Ich würde jedem raten, bei egal welchem Projekt im Leben immer durchzuhalten, auch wenn alles schiefzugehen scheint.

Eine Woche Glück

Mir bleibt, Danke zu sagen. Danke an das Organisationsteam, das die Reise möglich gemacht hatte, jeden Tag bis nach Mitternacht Besprechungen hielt und die Woche voller Verantwortung großartig meisterte. Danke an all die netten Menschen, die ich kennenlernen durfte und die mich fühlen ließen, als wäre ich beinahe selbst Studentin in Lomé. Danke für dieses pure Glück, das ich die ganze Woche lang empfand.

Danke danke danke.

Akpé kaka.

4 Gedanken zu „Gemeinsam in Dapaong

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