2 Monate/ Ein Moment Ruhe

Von mir unbemerkt sind ganze 2 Monate vergangen.

Die ersten drei Wochen war ich mit meiner Erkältung, der Orientierung und Papierkrieg beschäftigt. Ich bin viel durch die Stadt gelaufen, war in Museen (National Museum, Zanabazar Museum, Pferdekopfgeigen Museum, National Modern Art Gallery), im Regierungshaus zum Treffen der Deutsch-Mongolischen Brücke und habe bei der Lesenacht für 5. Klässler gelesen.

Gelegentlich durfte ich auch das Immigration Office besuchen um mein Visum zu verlängern und meinen Ausländerausweis (Aliencard) zu beantragen und abzuholen.

Des Weiteren saß ich gleich zu Beginn in einigen Deutsch-Sprachprüfungen und konnte mich sonst auch gut in meinen Arbeitsplatz, der Alexander-von-Humboldt Schule, einfinden.

Supermärkte, Märkte und kleinere Läden wurden erkundet und mit zunehmender Treffsicherheit fand ich die Bushaltestelle und stieg in den Bus zur Schule.

Anfangs konnte man in den Bussen noch 500-Tugrik Scheine in eine Box an der Tür stecken. Dies wurde pünktlich zum 1.April abgeschafft und von Lesegeräten für Chip-Karten abgelöst. Wichtig im Bus ist der feste Stand. Einen Sitzplatz zu ergattern ist eher unwahrscheinlich. Die etwas rabiate, ruckartige Fahrweise aller Busfahrer, die ich bisher begleitete, rüttelt den Bus und seine Passagiere ordentlich durch.

Mehrere Male war ich in einem Kloster, das in Sichtweite meiner Wohnung liegt. Relativ unbekannt mit buddhistischen Gebeten und der Tradition, fand ich es spannend den Mönchen bei ihren Morgengebeten zuzusehen, während ich an der Seite, in Gesellschaft der Gläubigen, mit Opfergaben in den Händen, saß. Der Singsang von Gebeten, das Paukenschlagen, das Hornblasen und die Rauchopfer erschufen eine eindringliche Atmosphäre.

Auch das Gandan Kloster innerhalb der Stadt ist wirklich sehenswert. Es ist das bedeutendste Kloster in Ulaanbaatar. Nach dem was ich gesehen und gehört habe, hat die Mongolei von einer Sache jede Menge. Ja, Tiere und unbewohnte Landstriche, aber auch Klöster. Mir kommt es so vor als hätte jedes Ausflugsziel auch ein buddhistisches Kloster zu bieten.

Meine Vermietern und ihr Mann sind herzlich und helfen mir bei vielen organisatorischen Dingen. Dank der Beiden und mongolischen Freunden hatte ich nach einem Monat schon ein Großteil der traditionellen-mongolischen Gerichte probiert.

Fan bin vor allem von dem Milchtee und den Suppen( Dumplings in einer Milchtee-Suppe und eine gedeckte Fleischsuppe).

Der erste Ausflug, raus aus der Stadt, ging in den Terelj Nationalpark. Dieser liegt 2 Autostunden entfernt von der Stadt. Mit einem Fahrer, drei Deutschlehrern und zwei anderen Freiwilligen ging es in die Natur. Am Ende des letzten Tals, in das wir kamen, thronte, auf dem halben Weg zur Bergspitze, das Aryapala Kloster.

Für mich schon fester Bestandteil meiner Ernährung und so genauso mongolisch, wie der intensive Geschmack des Fleisches hier und die weiten hügligen Landschaften, sind Pinienkerne, die an jeder Ecke verkauft werden. Deutlich billiger als in Deutschland, versprechen sie jede Menge Knabberspaß.

10 Mal bin ich nun auch schon beim Sprachkurs iewesen. Leicht auszusprechen sind die Wörter nicht für mich, aber immerhin gibt es weder Artikel noch die Deklination von Verben.

Vor 2 Wochen ging es zum Aglag Buteel Kloster und den dazugehörigen Felsen. Ein netter Ausflug raus aus der Stadt, aber bis auf die Aussicht, nach dem man sich einige Zeit den Berg hochgequält hatte, kein besonderes Erlebnis. Letztes Wochenende fuhr ich nach Darkhan und von da aus zum Kloster Amarbayasgalant. Eins der schönsten Erlebnisse bisher. Angenehm warmes Wetter und endlose Hügelketten. Absolute Ruhe, eine Klosteranlage, erbaut im 18. Jahrhundert und das Schlafen in einer Jurte.

Am nächsten Tag ging es wieder Darkhan, eine kleine, ruhige Stadt, in der sich gestärkt wurde um am Sonntag die Rückreise, diesmal statt des Zuges die 4 stündige Busfahrt, auf sich zu nehmen.

Attraktion in Darkhan, die wippende Brücke

noch etwas trocken, der große Park in Darkhan

Teil des Klosters Amarbayasgalant

große Stupa, auf dem Hügel hinter Amarbayasgalant

Blick vom Hügel auf Amarbayasgalant und die Umgebung

Zu Beginn war die Luft nachts doch noch arg verschmutzt, deswegen die Atemmaske

Hauptgebäude Amarbayasgalant

Eins meiner Favoriten in der National Modern Art Gallery

Blick vom Kloster Aglag Buteel

3. Klasse beim Osterfest

Blick von meinem Hausdach auf das Zentrum der Stadt

 

3 thoughts on “2 Monate/ Ein Moment Ruhe

  1. Hallo Varuna, ich find toll, das man deine erlebnisreiche Zeit in der Mongolei ein wenig mitverfolgen kann. Das klingt spannend und doch strahlt das alle eine gewisse innere Ruhe aus. Genieße das Leben am anderen Ende der Welt und wir wünschen dir weiterhin alles Gute. Ilona, Charlotte und Lutz

  2. Ein sehr eindrucksvoller Reisebericht! Ich wünsche dir weiterhin eine schöne Zeit, mit vielen wertvollen Erfahrungen! Viele Grüße aus Berlin Marina

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