Beszélsz magyarul? Sprichst du Ungarisch?

Egal, wen man fragt, alle finden Ungarisch sehr schwer, sogar die Ungarn selbst. Kaum verwunderlich, wenn das Alphabet 44 Buchstaben hat, oder? Dabei hat die Sprache auch ihre Vorteile. Und sie ist zweifelsohne sehr schön.

Wie viel ich verstehe? Nicht viel. Zum Einkaufen reicht es, und seit ich die Zahlen kenne, weiß ich in der Schule meistens, über welche Klasse geredet wird. Oft kann man auch aus dem Kontext schließen, worum es geht. Und man wird sehr für Mimik und Gestik sensibilisiert, wenn man eine Sprache nicht spricht. Beim Weihnachtskonzert ist mir außerdem aufgefallen, dass Betonung und Stimme ebenfalls eine extrem große Rolle spielen, es waren nämlich  (bis auf Gaudete) alle Lieder, Gedichte und Theaterstücke ungarisch, und während des Zuhörens ist mir aufgefallen, dass vor allem bei Konzerten die meiste Kunst über die Stimme und nicht über die Texte übermittelt wird.

Wie lange es her ist, dass ich eine Sprache neu gelernt habe, ist mir erst aufgefallen, als ich einige Stunden Ungarisch hinter mir hatte. Von null anzufangen und erst einmal Verben zu konjugieren ist natürlich etwas ganz anderes, als englische Zeitungsartikel zu analysieren. Auch meine jetzigen Lernmethoden unterscheidet sich grundlegend, erstens, da ich Einzelunterricht habe, und zweitens, da ich spürbar Erwachsenenunterricht genieße – nichts da mit endlosen Wiederholungen und monatlichen Vokabeltests. Am Anfang jeder Stunde werden erst einmal die Vokabeln der letzten Stunde abgefragt. Dadurch lerne ich aber natürlich auch schneller – deshalb bin ich darüber sogar ganz froh.

Rein theoretisch gehört Ungarisch zu den finno-ugrischen Sprachen, aber darüber scheinen sich die Wissenschaftler ziemlich zu streiten. Fakt ist, dass man vor allem als Deutsche schon viel Gewohntes wiedererkennt: Umlaute und zusammengesetzte Wörter zum Beispiel. Einige Wörter wie Szendvics (Sandwich) oder skenner (Scanner) werden wie in anderen europäischen Sprachen ausgesprochen und nur ein wenig anders geschrieben.

Außerdem gibt es im Ungarischen nur 3 Zeiten: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Kein ewiges Herumrätseln mehr, welche Zeit die richtige ist!

Und die Unterschiede? Davon gibt es tatsächlich eine ganze Menge. Ungarische Nomen haben kein Geschlecht, stattdessen werden sie in hochvokalisch und tiefvokalisch unterschieden. Szendvics und skenner gehören zum Beispiel zu den hochvokalischen Nomen, nyomtato (Drucker) und auto zu den tiefvokalischen. Im Ungarischen wird alles hinter ein Wort herangehängt, seien es jetzt Pronomina, Präpositionen oder Kausalendungen. Den Vokalen entsprechend werden dann die Endungen angepasst. Ganz so einfach ist es allerdings doch nicht immer, denn abhängig von Konsonanten, Vokalen oder Lauten kann es da auch noch Ausnahmen geben…

Auch die Wortfolge ist ein wenig trickreich, denn je nachdem, was man betonen möchte, kommen bestimmte Wörter vor oder hinter das Prädikat. Damit nicht genug: Alle anderen Wörter kann man fast beliebig im Satz hin und her schieben.

Obwohl die Sprache kompliziert ist und ich sie wahrscheinlich nie fließend sprechen werde, halte ich es für eine wertvolle Erfahrung, sie zu lernen. Sie ist nämlich wirklich wunderschön und vermittelt mir mittlerweile eine Art Heimatgefühl.

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