Halbzeit

So wenig im Dezember los war, so viel bringt der Januar.

Wir sind mit den mündlichen DSD II Prüfungen ins neue Jahr gestartet, mit meiner FairTrade-AG, einem Sporttag und Ausflügen.

Der Reihe nach.

Ich kam mit zugegeben etwas mulmigen Gefühl zurück aus meinem weihnachtlichen Besuch zu Hause – den ersten Tag des neuen Jahres schon wieder zehn Stunden zurückzufahren, nach zwei Wochen Familie und Freunde und jeden Tag etwas zu tun haben – mir war im Voraus schon klar, dass ich mich wieder an Ptuj gewöhnen werden musste.
Aber viel Zeit zum Winterblues blieb mir nur an den Wochenenden: Erst hatten wir zwei Tage DSD-II Prüfungen, bei denen ich die Schüler im Vorbereitungsraum betreut habe (sprich: Alle Bücher lesen, die ich zu Weihnachten bekomme habe, viel Zeit zur Unterrichtsvorbereitung, meinen Schal weiterstricken).

Außerdem konnte ich mich bisher schon dreimal mit den zwölf Schülern der dritten Klasse (16/17 Jahre) treffen und mein FairTrade-Projekt anfangen. Was im Dezember noch ins Wasser fiel konnte jetzt beginnen, obwohl unser Plan vielleicht etwas überambitioniert ist: Fairen Kaffee, Kakao und Tee verkaufen, in der Aula eine Infoausstellung und zuletzt selbst T-Shirts und Stofftaschen gestalten und fair herstellen lassen. Das alles bis zum Mai. Uff. Aber die Schüler sind gut mit dabei und haben viele eigene Ideen. Und die Vorbereitung dazu füllt auch schon mal die ein oder andere leere Stunde.
Letzte Woche war dann der zweite Sporttag des Schuljahrs. Am ersten Sporttag Ende September waren wir Wandern – bergauf. Dieses Mal zum Glück winterlicheres Programm: Entweder auf dem Berg Rogla Schlitten fahren, Wandern oder Ski, oder in Celje Eislaufen.
Ich war Eislaufen. Es war kalt (es ist Winter in Slowenien, hier ist natürlich alles kalt), aber es hat viel Spaß gemacht. Gut, dass ich in Deutschland auch nochmal Eislaufen geübt habe…

Letzten Sonntag war ich dann noch Anna besuchen, die Freiwillige in Varaždin, Kroatien. Wie schön, sich mit jemanden in einer ähnlichen Situation auszutauschen, über den Winter und unsere Schulen und Arbeit. Und der Tag hält auch einen Tee-trink-Rekord, wir haben noch das Café im überschaubaren Kulturzentrum in der Nachbarstadt Novi Marof mit schönem Ausblick besucht, waren in Varaždin in einem Café und bei einer Lehrerin eingeladen.

Und ich war mit einer Lehrerin auch mal wieder im kleinen Kino in der Stadt, und es hat sich sehr gelohnt.

Ein voller Januar. Aber ich muss sagen, was ich bisher von Slowenien gesehen habe ist mir sehr ans Herz gewachsen. Im Bus auf dem Weg von Varaždin zurück ist mir das auch klar geworden: Man wacht nicht eines Tages auf und fühlt sich plötzlich heimisch. Das braucht Zeit. Manchmal merkt man das auch erst an kleinen Dingen. Ein Lieblingscafé haben, oder die Leute in der Bücherei kennen, oder einfach wissen, wo man eine ungewöhnliche Kleinigkeit am besten kaufen kann. Ich weiss, dass ich Glück mit Ptuj habe, und bin froh, mich nach diesen sechs Monaten schon so daran gewöhnt habe.

Ich freue mich auf die kommenden sechs Monate, auf Schulausflüge nach Ljubljana, auf Projekte und Aufgaben und was auch immer ich mir jetzt beim besten Willen noch nicht vorstellen kann.

Also, auf eine schöne zweite Hälfte 🙂

Se vidimo,

Rebecca

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.