1. Alles beginnt mit einem Abschied

„Was du willst echt für ein Jahr ins Ausland?“ „Nach Amerika oder Australien?“ Diese Fragen oder ähnliche haben mir in letzter Zeit viele Leute gestellt. Wenn ich geantwortet habe, dass ich in die Slowakei gehen werde, kam dann meistens zurück: „So wie Slowenien?“ „Wo liegt das denn nochmal?“ „Wie kommst du denn darauf?“ Nein, die Slowakei und Slowenien sind zwei verschiedene Länder. Die Slowakei liegt zwischen Polen, Tschechien, Österreich, Ungarn und der Ukraine. Und darauf gekommen bin ich eigentlich gar nicht selbst. Eigentlich wollte ich nämlich nach Afrika. Aber als die E-Mail von kulturweit mit dem Platzierungsangebot für die Slowakei kam, habe ich trotzdem keine Minute gezögert es anzunehmen. Erstens fand ich die Idee an einer Schule auszuhelfen und mit Schülern zu arbeiten echt gut und zweitens, wieso nicht in ein Land gehen, das so nah an Deutschland liegt und über das ich aber trotzdem überhaupt nichts weiß? Afrika kann ich auch noch wann anders bereisen. In die Slowakei würde ich ohne kulturweit bzw. den Pädagogischen Austauschdienst nicht gehen und damit bestimmt vieles verpassen. Zum Beispiel würde ich die Kultur und den Alltag der Slowaken nicht kennenlernen und vielen verschiedenen Menschen niemals begegnen.

Warum ich das FSJ eigentlich so gerne machen wollte und die Menschen die ich lieb habe einfach für ein Jahr zurück lasse? Das kann ich am besten mit einem Artikel erklären, den ich gestern zufällig im Internet gefunden habe. Darin geht es um ein Mädchen, das nach dem Abitur erst mal keinen Plan hat was sie machen soll. Sie fliegt daraufhin nach Nairobi und wohnt bei einer Gastfamilie. Dort lernt sie viele neue Leute kennen, die ihr dabei helfen mehr über sich selbst zu erfahren und sie zu einem tollen Projekt inspirieren: Sie stellt vielen in ihrer Umgebung die Frage, was sie der Welt sagen würden, wenn sie die Möglichkeit hätten zu allen Menschen zu sprechen. Während ihrer Zeit in Nairobi erfährt sie jedoch ebenfalls, dass viele Menschen dort die Deutschen als ein sehr rassistisches und kaltherziges Volk sehen und trotzdem begegnen ihr dort alle sehr herzlich und freundlich. (Hier der Link zu dem Artikel: http://ze.tt/was-wuerdest-du-sagen-wenn-die-ganze-welt-zuhoeren-wuerde/?utm_source=ze.tt+Newsletter&utm_campaign=de9e0c5097-EMAIL_CAMPAIGN_2017_08_18&utm_medium=email&utm_term=0_919504426c-de9e0c5097-227959589 ). Dieser Artikel hat mich sehr berührt und auch nachdenklich gestimmt. Mir geht es ähnlich wie der Protagonistin in dem Artikel. Ich habe keinen Plan was genau ich eigentlich jetzt nach der Schule machen möchte und deshalb möchte ich einfach mal weg. Um einerseits mehr über mich selbst zu lernen und herauszufinden wie ich eigentlich so bin, wenn ich nicht ständig meine Familie oder Freunde um mich herum habe. Und andererseits finde ich es ziemlich cool neue Aufgaben zu übernehmen und die Möglichkeit zu haben evtl. auch eigene Projekte umsetzen zu können. Noch hab ich natürlich keinen Plan ob mir überhaupt ein guter Einfall zu einem solchen Projekt kommen wird, aber das hat ja noch Zeit. Ein weiterer Grund ins Ausland zu gehen ist für mich, dass ich es traurig finde, dass Deutschland teilweise als rassistisch angesehen wird. Als Freiwillige stehen wir dagegen, meiner Meinung nach, alle für das tolerante, offene und multikulturelle Land in dem wir leben wollen und das auch weiterhin für diese Werte stehen sollte. In einer globalisierten Welt wird es immer wichtiger, dass sich die Länder untereinander verständigen können und dafür muss man die Menschen die in den anderen Ländern leben erst mal kennenlernen. Ich möchte also die Menschen in der Slowakei kennenlernen.

Klingt in der Theorie alles ganz locker easy, aber je näher der Ausreisetag rückt, desto aufgeregter werde ich. Fragen wie: „“Krieg ich das wirklich alles alleine hin?“ „Komm ich gut mit dem Heimweh klar?“ „Und ist ein Jahr nicht vielleicht doch ein bisschen lang?“, schwirren durch meinen Kopf. Aber viel größer als die Sorgen ist dann doch die Vorfreude. Mein eigenes kleines Abenteuer. Viele neue Menschen die ich kennenlernen, Aufgaben die ich übernehmen und Erfahrungen die ich machen darf. Auch wenn es mir jetzt gerade schwerfällt von den Menschen, die ich hier zurücklassen werde Abschied zu nehmen, weiß ich ja , dass ich sie alle wiedersehen werde, auch wenn ich mich in der Zeit im Ausland vielleicht verändern werde. Jetzt gerade freue ich mich erst mal auf das Vorbereitungsseminar in Berlin, das nächste Woche anfängt. Ich schreibe diesen Blog, damit ihr meine wirren Gedanken und spannenden Erfahrungen während meiner Zeit im Ausland (fast) hautnah miterleben könnt. Ich werde versuchen regelmäßig zu schreiben.

Bis dahin, liebe Grüße eure Dani

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