Eine Woche Auszeit

19.11.2016. Ich verlasse Warschau. Der Bus fährt durch die kahle Novemberlandschaft. Ich sehe aus dem Fenster und denke an „Coming Home for Christmas“. Irgendwie ist es merkwürdig, zu fahren, aber nicht nach Hause zu fahren.

Um kurz nach fünf komme ich in Wroclaw an. Wir treffen uns hier mit allen Frewilligen, die im Moment in Polen sind. Die einzige, die bereits am Bahnhof wartet, als ich eintreffe, ist Hannah. Und irgendwie ist es doch ein bisschen wie nach Hause kommen. Nach Hause in die Familie der Freiwilligen.

Bahnhof in Wroclaw

Nach und nach sammeln wir die Leute ein. Als wir gegen Abend auf den Weihnachtsmarkt gehen, sind wir immerhin schon zu sechst.

Weihnachtsmarkt in Wroclaw

Bis zum nächsten Morgen sind alle neun eingetroffen. Zur free walking tour durch die Altstadt gehen wir trotzdem wieder nur zu sechst. Die Stadt wirkt durch ihre vielen Kleinigkeiten und Momente. Es ist ganz anders als in Warschau. Und irgendwie doch ganz ähnlich.

die interkulturelle DameWroclaw von obenElisabethkirche Wroclaw

Seifenblasenwunderwerk

Den Abend verbringen wir gemeinsam. Wir gehen ins Kino. Wir genießen. Wir sind draußen. Wir tanzen. Wir laufen durch die Kälte nach Hause.

Der nächste Tag begrüßt uns wieder mit Sonnenschein. Wir beschließen, zu tun, worauf wir Lust haben. Zu viert gehen wir in den Zoo. Die Aquarien fangen uns mit ihrer Magie. Fast eine Stunde lang sitzen wir vor den riesigen Wassermassen und schauen den Meerestieren in ihrer schwimmenden Eleganz zu.

Magische Quallendie Ruhe der Fische

Als wir uns den anderen Tieren widmen, ist die Sonne schon fast untergegangen. Wir machen unseren Rundgang zügig, bevor es zurück ins Hostel geht.

Breslauer Zoo

Der nächste Abend ist vielleicht der schönste Abend bisher im ganzen Freiwilligendienst. Wir kochen gemeinsam in der Hostelküche Chili con Carne, wir essen, wir singen; Jan begleitet auf einer Gitarre, die Lea aus irgendwelchen Untiefen des Hostels gezaubert hat.

Am nächsten Tag geht es mit der Bahn nach Jelenia Góra, wo wir auf die Freiwilligen aus Russland und der Tschechischen Republik treffen. Von dort geht es weiter mit dem Bus nach Parada – unser Seminarhaus an der tschechischen Grenze, am Fuß des Riesengebirges. Das Haus fasziniert von der ersten Sekunde.

Es gibt Kamine, es gibt Kunst, es gibt Bücher, es gibt und Hunde und Katzen. Und wieder ist es ein bisschen wie nach Hause kommen.

Bücherwand im SeminarhausHolzhaufen

Die Gegend lädt ein, erkundet zu werden. Zwischen den Seminaren und Essenszeiten suchen wir immer wieder Zeit für Spaziergänge.

Die Weite der Berge

Am vierten Tag – Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht – gehen wir gemeinsam auf Wanderung in die Tschechische Republik. Wir besuchen ein kleines Museum über die Grenzregion in einem alten Kalkofen und kehren ein in einem tschechischen Restaurant, um uns aufzuwärmen.

Wanderung der Freiwilligenheiße Birnetschechische Berge

Der Abend ist so klar wie selten. Mit bloßem Auge kann man die Milchstraße sehen. Nicht mal am Werbellinsee in Brandenburg war die Nacht so dunkel.

Milchstraße

Das Zwischenseminar ist seine eigene Welt. Nur langsam findet man wieder zurück.

durch die Bettlaken

Und irgendwie ist es komisch, zurückzufahren, ohne nach Hause zu fahren.

5 Gedanken zu „Eine Woche Auszeit

  1. Kommst ganz schön rum in der Welt – Schön, dass Du dich dabei wohlfühlst.
    Auf die Milchstraße bin ich echt neidisch, die hätte ich auch gern gesehen. Hast Du die auf´s Foto bekommen?

    • Links im Bild ist der Anfang davon zu sehen, die ersten paar hellen Sterne. Die läuft praktisch von oben nach unten runter, aber auf dem Bild kommt es natürlich nicht so gut raus wie in echt. Und sie ging vor allem noch weiter.

  2. Haha da schreiben wir sogar gleichzeitig unsere Einträge!
    Wunderschöne Fotos und wunderbare Worte hast du hier gefunden! Es war unglaublich cool dich mal wieder so lange zu sehen! 🙂
    Und wenn du schon von Freiwilligenfamilie sprichst:
    Deine verrückte Freiwilligen-Schwester 😉

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