Kingdom of Cambodia

Pünktlich zum Tag der Arbeit am 1. Mai nutzte ich drei meiner wertvollen Urlaubstage, um gemeinsam mit Jana, die als kulturweit-Freiwillige beim DAAD in Ho Chi Minh City arbeitet, und Matthias, der als weltwärts-Freiwilliger in Phnom Penh arbeitet, nach Kambodscha zu fahren.

Anfangs wollte alles nicht so laufen, wie wir uns das vorgestellt hatten: Alle Hostels und Busse waren gebucht, aber der Schlafbus am Samstag von Ho Chi Minh nach Sihanoukville (im Süden von Kambodscha) wollte uns nicht mitnehmen. Somit war unsere Spontaneität gefragt. Kurzerhand wurde ein neuer Bus, diesmal in die Hauptstadt, nach Phnom Penh gebucht, das Hostel in Sihanoukville storniert und gehofft, dass wir rechtzeitig dort ankämen, um am Montag, wie geplant, die Fähre zur Insel Koh Rong Samloem zu nehmen.

Mit viel Bangen und steigender Verzweiflung wurden unsere Gebete erhört, als wir 15 Minuten vor Abfahrt der letzten Fähre in Sihanoukville ankamen!

Ab diesem Moment hatte ich eine wunderschöne Woche in einem sehr sehenswerten Land! Wir mieteten uns ein Zelt direkt an einem abgelegenen Strand auf der Insel, der nur durch eine einstündige Dschungelwanderung erreichbar ist. Dort verbrachten wir zwei ruhige und entspannende Tage und Nächte. Ich ging im badewannenwarmen Wasser baden, beobachtete Fische – zuerst mit Widerwillen, aber später fand ich immer mehr Gefallen daran. Ich las ein Buch, sonnte mich, genoss die Ruhe und abends das Meeresrauschen und die Dschungelgeräusche. Matthias, Jana und ich spielten Monopoly, tranken Cocktails und aßen lecker im kleinen Restaurant unserer Unterkunft mit Ausblick auf den Sonnenuntergang.

Nach der viel zu kurzen Zeit auf der Insel machten wir uns Mitte der Woche wieder auf den Rückweg. Für uns alle sollte es noch ein paar Tage nach Phnom Penh gehen. Dort hatte ich Zeit, das Tuol Sleng Genozid-Museum zu besuchen, in dem Matthias seinen weltwärts-Dienst leistet. Das ist ein ehemaliges Foltergefängnis, das auf erschreckend ehrliche und unveränderte Weise an die grauenvolle Geschichte des Khmer Rouge – Regimes erinnern soll. Ich verbrachte einen kompletten Nachmittag dort und war fasziniert und schockiert von den Eindrücken, die mir der Audio-Guide, Matthias Erzählungen und das, was ich sah, vermittelten.

Neben dem Museum besuchten Jana und ich den Königspalast und die Silberpagode. Dort sind einige wunderschöne Gebäude zu besichtigen, die mich besonders aufgrund ihrer leuchtenden Farben und außergewöhnlichen Bauform beeindruckten.

Der Nachtmarkt war auch einen Besuch wert. Dort kann man am Abend Kleidung und Souvenirs shoppen und leckeres kambodschanisches Essen genießen. Jana und ich teilten uns Fruchtshakes, gebratene Nudeln mit Gemüse, Frühlingsrollen, gebackenen Teigtaschen und einer Riesengarnele und zum Abschluss des tollen Urlaubs gab es Eis in einer Kokosnuss.

Die Woche war für mich sehr erholsam und es war das erste Mal seit Beginn des Freiwilligendienstes, dass ich mich mit anderen Freiwilligen traf. Ich hatte eine tolle Zeit und hoffe, dass es nicht das letzte Mal war, dass ich das wundervolle Kingdom of Cambodia  besuchen durfte!

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