Bát Tràng, Cát Bà und Hà Nội

An den vergangenen Wochenenden war ich nur selten zuhause in Hung Yen. Die meiste Zeit verbrachte ich damit, die Umgebung zu erkunden. Zwei Kursteilnehmende nahmen Julia und ich mit in die Kathedrale nach Hanoi. Wir hörten uns den vietnamesischen Gottesdienst an, von dem ich natürlich kein Wort verstand. Trotzdem war es interessant, dem fröhlichen Gesang zuzuhören und den gewohnten Ablauf wiederzuerkennen. Nach dem Gottesdienst führten uns die beiden in eine Suppenküche und bestellten für alle Nudelsuppe mit Krebsfleisch. Das war sehr lecker und günstig! Auf dem Tisch standen Limetten und Kräuter, mit denen man die Suppe noch verfeinern konnte. Den Nachmittag verbrachten wir dann in der Umgebung des Hoan Kiem Sees (hier ist am Wochenende Verkehrsverbot), aßen Eis, tranken Kaffee, schlenderten durch Buchläden und spielten vietnamesische Volksspiele am See. Kommendes Wochenende ist Ostern. Da werde ich wieder mit in die Messe gehen und anschließend durch Hanoi spazieren. Darauf freue ich mich schon!

Letztes Wochenende hatten Julia und ich am Freitag frei, weil am Donnerstag Feiertag war und unsere Schule beschloss, den Tag zu tauschen, sodass das Wochenende verlängert wird. Deshalb nahmen wir am Donnerstag Abend das Goethe-Shuttle nach Hanoi und fuhren am nächsten Morgen ganz früh los zur Fähre nach Cát Bà. Das ist die größte Insel in der Halong-Bucht. Sie hat einen wundervollen Nationalpark, in dem wir durch den Dschungel liefen und auf den höchsten Gipfel kletterten, von wo aus man eine atemberaubende Aussicht hat! Wirklich großartig! Es war unglaublich anstrengend, aber es hat sich definitiv gelohnt! Im Hostel lernten wir eine australische Familie kennen, die uns einluden, mit dem Mietvan über die Insel zu fahren. Somit verbrachten wir einen schönen Tag mit der sechsköpfigen Familie und erkundeten die ganze Insel. Wir besichtigten die Hospital Cave, eine Höhle, die während des Vietnamkriegs als Schutzunterkunft und Krankenhaus genutzt wurde. Anschließend besichtigten wir einen ehemaligen Militärstützpunkt und einen alten Hafen. Wir fühlten uns fast als Teil der Familie, die uns sehr herzlich aufnahm, und waren sehr traurig, als sie uns verließ, um zurück nach Hanoi zu fahren. Neben dem Nationalpark gibt es auf der Insel auch drei Strände. Am letzten Tag unseres Kurzurlaubs legten wir uns im Bikini an den Strand und waren unglücklich darüber, dass der Himmel so bewölkt war, da wir unbedingt etwas Bräune abbekommen wollten. Am Abend bekamen wir dann die Quittung unserer schlechten Laune: einen fetten Sonnenbrand… denn natürlich scheint die Sonne auch, wenn der Himmel bewölkt ist.

Ein anderes schönes Erlebnis hatten wir in Bát Tràng, einem Handwerkerdorf in der Nähe von Hanoi. Mit zwei Schülerinnen besuchten wir das Dorf, schauten uns die schönen Keramikkunstwerke an, die dort auf dem Markt angeboten werden und durften sogar selbst kreativ werden. In einem kleinen Haus wurde uns für wenig Geld gezeigt, wie man Becher, Teller, Schüsseln oder Vasen töpfert und anschließend wurden diese zum Trocknen in einen Ofen gestellt. Während der Trocknungsphase spazierten wir durch das Dorf, aßen Nudelsuppe zu Mittag und genossen die Sonnenstrahlen. Nach einiger Zeit kehrten wir zurück in die Töpferstube und bemalten unsere eigenen Kunstwerke. Das war ein toller Ausflug, von dem ich mit einem selbst getöpferten Becher und einer Schüssel, sowie mit einem Teeset und einem Windspiel aus Keramik, das ich auf dem Markt erstanden hatte, heimkehrte.

Die nächsten Wochenenden sind auch schon geplant. Im Mai werde ich zweimal nach Ho Chi Minh fliegen, um zu reisen und um auf das Zwischenseminar zu gehen, welches in einem Nationalpark stattfinden wird. Es bleibt also spannend…

 

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