Rückblick: Ankunft in Vietnam und erste Arbeitswoche

Nach dem zehntägigen Vorbereitungsseminar am Werbellinsee und dem 19-stündigen Flug kam ich am Sonntag Abend in Hanoi an. Am Flughafen erwartete mich ein Taxifahrer mit meinem Namensschild, der mein Gepäck und mich ins Auto lud und uns nach Hanoi in das Hotel fuhr, in dem ich die erste Nacht verbringen sollte. Dort traf ich auf Julia, eine deutsche Praktikantin, die ebenfalls am Sonntag erst ankam. Wir beschlossen trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit noch nach etwas Essbarem zu suchen und machten uns auf Anweisung des Hoteliers auf den Weg. Wir fanden ein Restaurant, in dem man uns herzlich empfing und wir uns eher schlecht als recht ein paar Nudeln mit Gemüse bestellten. Letztendlich war es ein lustiger Abend mit leckerem Essen, der einen positiven Eindruck bei uns beiden hinterließ. 🙂

Am Montag Morgen holte ein Mitarbeiter des Goethe-Instituts Julia und mich ab und begleitete uns auf der 45-minütigen Taxifahrt zum ASEAN College in Hưng Yên. Hier lernen ca. 125 Krankenpfleger_innen innerhalb von 13 Monaten intensiv Deutsch, um im September nach Deutschland zu ziehen und dort in Krankenhäusern eine deutsche Pflegeausbildung zu machen.
Trung zeigte uns das Zimmer in der „Villa“, dem Gästehaus auf dem Schulgelände, das ich mir drei Monate lang mit Julia teilen werde. Anschließend führte er uns durch das Schulgebäude und die Kantine, in der wir drei Mal täglich zusammen mit den Kursteilnehmenden essen dürfen und stellte uns dem Personal und den Kursteilnehmenden vor.
Nachdem er gegangen war, gingen Julia und ich zum Mittagessen und waren echt beeindruckt. Auf allen Tischen standen zahllose Teller und Schüsselchen mit verschiedensten Gerichten (s. Foto). Ich bin Vegetarierin und Julia isst keinen Fisch und „nichts, das man nicht eindeutig erkennt“. 😀 Trotzdem war für uns beide genügend Auswahl vorhanden und es schmeckt auch wirklich lecker, obwohl manche Gerichte etwas ungewohnt für mich sind, z.B. Phở (=Nudelsuppe) zum Frühstück. Nachmittags zeigten uns sechs Kursteilnehmende den Weg mit dem Bus in den Supermarkt, damit wir alles Nötige für unsere neue Unterkunft kaufen konnten. Es war sehr hilfreich, Menschen dabei zu haben, die z.B. lesen konnten, wofür welche Putzmittelflasche gut ist. 😉 Außerdem konnten wir uns so bereits ein bisschen kennenlernen.

Am Dienstag war dann mein erster Arbeitstag in der Schule. Ich bereitete vormittags meine Phonetikkurse vor und um 14 Uhr begann dann der Unterricht mit der A2-Klasse. Wir stellten uns einander vor, sprachen über Ausspracheschwierigkeiten und die 21- bis 26-jährigen
Kursteilnehmenden konnten bereits die Aussprache einiger Laute üben. Leider kann ich mir die meisten Namen nur schwer merken, aber ich gebe mir Mühe und mache jeden Tag Fortschritte. Um 15.30 Uhr kam dann die B1-Klasse an die Reihe. Zur Zeit ist alles noch ein bisschen durcheinander, weil nächste Woche fast 2/3 der Teilnehmenden die B1-Prüfung ablegen werden und deshalb diese Woche nicht an den Nachmittags Kursen teilnehmen müssen. Ab Mitte nächster Woche sollen Julia und ich je zwei Kurse am Nachmittag betreuen. An den Tagen Mo, Di, Do und Fr sollen wir Konversationskurse und Hausaufgabenbetreuung anbieten und mittwochs soll der Phonetikunterricht stattfinden.

Insgesamt gefällt es mir in Hưng Yên gut, es ist schön ruhig und es gibt fast keine Motorräder (anders als in Hanoi). Das Essen in der Kantine ist zumindest mittags und abends echt lecker und die Menschen sind äußerst freundlich und hilfsbereit. Ich freue mich schon auf die kommenden Wochen und Monate hier und hoffe auf viele schöne Erlebnisse!

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