Vom Fresskoma und anderen positiven Ereignissen!

Einen schönen guten Abend liebe Leute,

ich sitze gerade dick eingepackt in meinem eisekalten Zimmerchen und warte, dass die Heizung endlich ihren Dienst tut! Und während ich so wartete, dachte ich mir, kann ich auch gleich mal ein kleines Update geben, denn es ist ja schon wieder viel zu viel Zeit vergangen…

Zunächst einmal: Danke! Es haben mich so viele liebe Worte in Bezug auf meinen letzten Artikel erreicht, und die haben wir wirklich das Herz gewärmt! Vor allem zu dieser Jahreszeit 🙂 Viele gute Ratschläge, Schulterklopfer, aber auch einige, die ähnliche Probleme hatten und mit denen der Austausch wirklich gut tat.

Mir geht es besser! Es hat sich so vieles getan. Einiges davon ist denke ich auch mir zu verdanken, denn so konnte es schließlich nicht weiter gehen aber der Spruch „Kommt Zeit, kommt Rat!“ hat sich mal wieder bewährt. Auf meinem Zwischenseminar habe ich so viel Kraft und Inspiration schöpfen können, dass ich mich gleich am ersten Tag in der Schule mit den Lehrer_innen und dem Schulleiter zusammen gesetzt habe. Und dann haben wir zusammen das Problem angepackt. Ich habe mein „Unterrichtskonzept“ insofern verändert, dass ich mir jetzt immer zwei Schüler pro Stunde schnappe und mit denen Konversation mache. Worüber wir reden ist im Grunde egal…hauptsache sie sagen überhaupt etwas! Und das klappt bis jetzt wirklich gut 😀 Auch eine Weihnachtsfeier haben wir auf die Beine gestellt! Und bei den Vorbereitungen dafür wurde fleißig mitgearbeitet! Es wurde geschmückt, gesungen und viel gegessen. So muss das!

Nichts desto trotz versuche ich mich in meinen Erwartungen nicht zu überschlagen. Meine Zeit an der Schule neigt sich immerhin schon dem Ende zu, und für aufwändige Projekte fehlt es jetzt leider einfach an der Zeit. Aber vor allem, wenn dieser Gedanke aufkommt, muss ich mich manchmal selbst korrigieren. Denn das größte Projekt – zu einem Punkt zu kommen, an dem ich mich in meinem Gastland wohlfühle – habe ich gemeistert!

Allerdings habe ich den letzten Monat nicht nur mit dem Planen der Weihnachtsfeier verbracht…es gab auch Zeit für eine kleine Reise ins Nachbarland. Nach Sarajevo! Nach achtstündiger Busfahrt durch Gebirge, an Seen vorbei und einer orientierungslosen Milli, die das alles durchs Fenster bestaunte, war ich in der Stadt, die mich seit der 5. Klasse, als ich zum ersten Mal von Sarajevo im Zusammenhang mit Franz Ferdinand gehört habe, nicht mehr losgelassen hat. Natürlich hat Bosniens Hauptstadt noch viel mehr zu bieten, als nur den Schauplatz für den Auslöser des 1. Weltkrieges. Ich habe in den zwei Tagen, die ich dort verbrachte, unheimlich viel über die Geschichte des Landes lernen können. Das hat mich zum einen tief beeindruckt als auch sehr nachdenklich gemacht. Immer wieder fällt mir auf, wie wenig ich im deutschen Geschichtsunterricht über die Balkankonflikte gelernt habe, wie viele Dokus ich hingegen über den 2. Weltkrieg und die Französische Revolution zu sehen bekommen habe. Ziemlich schade…

Von Sarajevo aus ging es für mich noch nicht zurück nach Kragujevac. Spontan hatte ich mich dazu entschieden, über Weihnachten nach Hause zu fahren, und auch dort nochmal etwas Kraft zu tanken! So konnte ich dann wirklich richtig durchstarten, als ich die Schule wieder begann.

Über Silvester hat mich meine Mitbewohnerin mit zu ihrer Familie genommen, welche zugegebenermaßen am A… der Welt wohnt. Trotzdem hatte ich einen super Start ins neue Jahr, nachdem wir mit High Heels und Champagner bewaffnet den einzigen Club der Stadt ausfindig gemacht haben. Viel serbische Musik, viele kaputte Gläser und noch mehr fantastische Menschen!

Auch die Slava habe ich dort gefeiert. Ich weiß gerade ehrlich gesagt gar nicht, ob ich schon mal erwähnt habe, was genau das ist, aber hier kommt nochmal die kurze Version: Jede Familie hat in der orthodoxen Religion einen Schutzheiligen. Jeder Schutzheilige, hat einen anderen Tag, an dem er gefeiert wird und am 02. Januar wurde der Schutzheilige der Familie meiner Mitbewohnerin gefeiert. Dazu kommt der Priester ins Haus der Familie, um es zu segnen. In allen Zimmern wird eine Art Weihrauch verteilt und es wird ein spezieller Kuchen herumgereicht und eine Kerze angezündet. Ja und dann….dann kommt der ganze Rest der Familie und die nächsten 2-3 Tage wird nur gegessen! Auf jeden Fall ein Fest, dass ich nicht vergessen werde!

So und jetzt sitze ich eben in meinem Zimmerchen, welches mittlerweile schon etwas wärmer ist und bin der Meinung, so gut wie alles erzählt zu haben. Und weil Fotos immer einen noch schöneren Eindruck vermitteln können, genießt noch ein paar Bilderchen!

 

 

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