Und wo genau bin ich hier?!

Meine Lieben,

irgendwann muss ich ja auch mal anfangen, dachte ich mir. Also warum eigentlich nicht jetzt?! Ich habe mittlerweile die zweite Woche hier in Kragujevac „überstanden“ und es gibt doch schon so dies und jenes, was ich vielleicht mal erzählen könnte.

Ich versuche von vorne anzufangen…ich sage euch, die ersten Tage waren kein Zuckerschlecken. Ich habe mir alles definitv anders vorgestellt! Aber warum denn eigentlich? Und was genau habe ich mir denn vorgestellt? Ich weiß es selber nicht.

Ich muss auch zugeben, dass ich von Serbien allgemein keine wirkliche Vorstellung hatte. Traurig, aber wahr. In zehn Tagen Vorbereitung am Werbellinsee in Brandenburg wurden die Erwartungen bei mir so sehr geschürt, dass ich es kaum abwarten konnte, hier in Kragujevac auf einen Haufen motivierter, gut deutsch sprechender Schüler zu treffen, die mir die Haare nur so vom Kopf fragen und mit „Ja und Amen!“ antworten. Sehr realistisch ist das ja nicht. Das habe ich jetzt auch gemerkt.

Ich bin also vor 12 Tagen ins Flugzeug gestiegen, mit einem Koffer voller Ideen, Neugier, Unwissenheit und Angst. Gute Kombi, sag ich euch! Die Angst ist mittlerweile größtenteils futsch, von dem Rest bleibt noch immer etwas.

Als ich also am Montag den 12.09 in die Schule komme, in der ich die nächsten 6 Monate arbeiten werde, musste ich erst einmal feststellen, dass an dieser zurzeit gebaut wird. Das kenne ich allerdings schon aus Deutschland, wo ich sogar unter Pressluftbohr-Lärm meine Abi-Klausuren schreiben musste. War also nichts ungwöhnliches für mich. Allerdings ist es so, dass aufgrund dieser Bauarbeiten alle Stunden momentan nur 30 Minuten dauern und alles etwas drunter und drüber läuft. Aber das Genie liebt ja bekanntlich das Chaos.

In den ersten Tagen habe ich dann erstmal die Deutschlehrerin in die Klassen begleitet und mir das ganze etwas angeschaut. Die Sprachkenntnis der Schüler ist ganz unterschiedlich, was von Jahrgangsstufe, Größe der Klasse und Motivation der Schüler abhängt. Aufgrund meiner mangelnden Serbisch Kenntnisse habe ich mich in der ersten Woche stolz zur Lachnummer der jüngeren Klassen hochgearbeitet. Jippieh! Daran wird jetzt also mal gearbeitet. Ich lerne von einer Englisch Lehrerin in ihren Freistunden Serbisch und gehe zweimal die Woche in die kragujevacke Sprachschule. Ja, mittlerweile kann ich sogar schon fragen, ob ich mit Karte zahlen kann. Punkt für mich, also! 🙂

In der zweiten Woche dachte ich mir, es wäre dann mal an der Zeit mich ein wenig einzubringen. Ideen hatte ich ja wiegesagt genug im Koffer. Ich hab also am Mittwoch die Premiere meiner Deutsch-AG gefeiert, welche ich vorher in den Klassen und mit Plakaten groß angekündigt hatte. Es waren ganze vier Schüler da. Ich sag ja, aller Anfang ist schwer. Es hat aber trotzdem Spaß gemacht, wir haben gespielt, versucht uns zu verständigen und viel gelacht.

Ich hatte ja schon gesagt, dass die Schule im Moment einer Baustelle gleicht. Ich bin also schon relativ früh wieder zuhause. Und dann muss die Milli sich ja beschäftigen. Ich kenne mittlerweile das Schwimmbad, sämtliche Drogerie Märkte in Kragujevac, als auch die ein oder andere Parkanlage. Und ich habe gelernt, dass man sich an Eck Kiosken keine Getränke kaufen sollte, wenn man kein Serbisch spricht. Dann bekommt man nämlich ganz schnell ein Feuerzeug angedreht. Mist!

Alles in allem kann man hier in der Gegend aber eine ganze Menge unternehmen. Es gibt viele Museen, in denen die interessante Geschichte der Stadt erzählt wird und die Natur in der Umgebung ist wunderschön. Ich konnte leider noch nicht ganz rausfinden, wann, wo und wohin die Busse fahren aber ich denke, das krieg ich auch noch irgendwie hin. Nächstes Wochenende fahre ich mit einer Freundin nach Belgrad und zu zweit ist das ganze schon viel einfacher. Darauf freue ich mich übrigens auch schon sehr!

So, das wars eigentlich auch schon fürs erste. Fotos kommen ganz sicher bald und ich werde euch natürlich wissen lassen, wie das ganze mit der Deutsch-AG und meinen Busfahrplankenntnissen weitergeht!

 

 

 

 

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