Winterschlaf beendet

So, jetzt sind nun schon 4 Monate um, in denen ich in einem anderen Land bin, eine neue Kultur, eine neue Sprache und  neue Freunde kennen lernen durfte.  Die Zeit verging rasend schnell und gleichzeitig sehr langsam. Jeder Tag, jede Woche, jeder Monat war vollgepackt mit neuen Erlebnissen, Erfahrungen und Erkenntnissen.

Es gibt viel zu berichten und deshalb, los geht´s :

Lesen

Angefangen hat es damit, dass ich zum ersten Mal die Ortstafel  von Deva gelesen habe und in dem Moment hab ich realisiert „Oh jetzt geht es wirklich los, ich bin da!“ Ich war von Deva erst einmal überrascht, natürlich hab ich schon vor meiner Reise gegoogelt wohin es mich verschlägt, hab aber mit den Informationen wenig anfangen können. Was sagt es auch aus wenn man liest, dass es 61.123 (20.Oktober 2011) Einwohner gibt. Oder, dass Deva in dem historischen Gebiet Siebenbürgen liegt. Als ich angekommen bin, hab ich mich aber schnell wohlgefühlt. Die Stadt ist nicht zu groß, man kann so ziemlich alles zu Fuß erreichen außer die Shopping-Mall, die liegt etwas außerhalb.  Da ich recht zentral wohne, bin ich von meiner Wohnung aus in etwa 15 Minuten in der Schule. Deva hat etwas Besonderes zu bieten und zwar ist es die Burg, die über der Stadt thront. 

Die Ruinen der Devaer Burg – eine der stärksten Festungen in Siebenbürgen -, auf einem Vulkankegel 371 m ü. M. Diese wurde 1269 erstmals erwähnt und war 1321 samt Umgebung ein Landgut des ungarischen Königs Karl I. Sie kam im 15. Jahrhundert in den Besitz von Johann Hunyadi. Nach den Aufständen der Kuruzen von 1687 bis 1706 wurde sie von den Truppen des Kaisers Karl VI. besetzt und renoviert. Teilnehmer des Horea-Aufstandes scheiterten im November 1784 beim Versuch, die Burg einzunehmen. Nach einem Besuch des Kaisers Franz I. 1817 wurde sie erneut renoviert und nach der Schwarzpulverexplosion von 1849 mit Soldatenopfern endgültig verlassen.[6] Zu erreichen sind die Ruinen zu Fuß oder mit einem 278 Meter langen Schrägaufzug. (Zitat: Wikipedia)

Von oben hat man einen tollen Ausblick auf die umliegende Landschaft und es lohnt sich daher an einem schönen Tag hinauf zu kraxeln (oder man kann auch mit einer Standseilbahn hochfahren 😉 ).

Appetit auf

Oh let me tell you a little story, wenn es um Essen geht bin ich schnell dabei 😀 . Die rumänische Küche und somit auch die Siebenbürgische Küche hat viele unterschiedliche Einflüsse der unterschiedlichen Kulturen, welche es in Rumänien gab und gibt.  So gibt es zum Beispiel den ungarischen Einfluss der sich im Gulasch wiederspiegelt oder dem Lángos. Aus dem Österreichischen kommt der Baumstriezel, sehr lecker! Bei den Rumänen isst man meist als Vorspeise eine ciorbe ( Suppe), als Hauptgericht zum Beispiel mamaliga (Maisbrei) mit Fleisch und als Nachtisch Papanași  (gebackene Topfenknödel).  Zum Trinken bekommt man Limonada de casa ( hausgemachte Limonade meist mit Minze) oder wenn man Alkohol trinken möchte, gutes heimisches bere (Bier) oder vin (Wein).  Was total gut an einem kalten Tag ist, ist die ciocolata calda ( heiße Schokolade) mit Schlagsahne oben drauf und …ich bin glücklich .

Natürlich gibt es noch eine Menge anderes zu Essen, aber ich brauch ja noch nicht alles verraten 😉 .

beeinDruckt von

Sehr beeindruckt bin ich von den Schülern und den Lehrern! Als Muttersprachler hab ich mir nicht wirklich vorstellen können, wie man eigentlich Deutsch als Fremdsprache lernt, aber (wer hätte das gedacht) es geht wie jede andere Fremdsprache auch. Die Schüler an meiner Schule sind entweder im DaM-Kurs  ( Deutsch als Muttersprache) oder im DaF- Kurs ( Deutsch als Fremdsprache). Man merkt natürlich einen Unterschied zwischen den Kursen, aber es gibt auch immer wieder Ausnahmen. Die DaM Schüler lernen seit dem Kindergarten schon Deutsch wie ihre Erstsprache und werden mit altersgerechtem Unterricht gefördert. Die DaF Schüler lernen Deutsch als ihre Zweit- oder Drittsprache. Ich habe ‚die Zwölfer‘ jetzt seit September begleitet auf ihrem Weg hin zur DSD- Prüfung (Deutsches Sprachdiplom) und konnte deutlich ihre Entwicklung sehen. Ich durfte an einer ZfA-Prüferschulung in Mediasch teilnehmen. Dort konnte ich sehen, wie die unterschiedlichen Schulen die Deutschunterricht anbieten, arbeiten. Welche Unterrichtsmethoden es gibt und vor allem was man bei einer DSD- Prüfung beachten muss. Die DSD- Prüfung ist in drei Teile unterteilt, Schreiben, Lesen und Sprechen. Die mündliche Prüfung ist sehr anspruchsvoll und wird separat an einem anderen Datum gehalten.  Ich durfte dann auch an der Pilotprüfung der Elften teilnehmen. Das wird jedes Jahr angeboten, um den Schülern die Möglichkeit zu geben, ihre Fähigkeiten einzuschätzen und sich für die offizielle, mündliche Prüfung im nächsten Jahr vorzubereiten. Dann durfte ich noch bei der Schriftlichen Prüfung helfen. Es hat mich sehr gefreut behilflich sein  zu können und natürlich hoffe ich, dass sich die Arbeit der Schüler ausgezahlt hat und sie gute Ergebnisse haben werden.

kultuR

Rumänien ist ein Land im Südosten von Europa. Es hat über 20 Millionen Einwohner. Durch das Land zieht sich das Gebirge der Karpaten. Dort leben noch Wölfe und Bären. Im Süden, an der Donau, ist Rumänien aber sehr flach. Die Donau fließt in das Schwarze Meer, an dem Rumänien liegt.

Im Altertum gehörte das Gebiet etwa 100 Jahre lang zum Römischen Reich. In dieser Zeit haben die Einwohner Latein gelernt. Die heutige rumänische Sprache ist also eine romanische Sprache, so wie Italienisch.

Lange Zeit war das Gebiet ein Teil des Osmanischen Reiches. Erst im 19. Jahrhundert wurde es wieder frei. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt Rumänien das Land westlich der Karpaten und wurde plötzlich viel größer. In diesem Landesteil, Siebenbürgen, lebten zwar Rumänen, aber auch viele Ungarn und Deutsche.

Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschten Kommunisten über Rumänien. Diese Diktatur endete 1989. In der Zeit der Kommunisten haben viele Ungarn und Deutsche das Land verlassen. Weiterhin leben in Rumänien viele Roma, ein Volk, das vor langer Zeit aus Indien gekommen ist. Obwohl der Name ähnlich klingt, hat er nichts mit dem Landesnamen Rumänien zu tun.  (Quelle: Klexikon)

Wie ihr seht, gibt es verschiedene, kulturelle Einflüsse die alle bis jetzt zu finden sind, das konnte ich auch sehen als ich …

Unterwegs

..war.  Ich konnte schon viel vom Land sehen, so war ich schon in den ersten Wochen in Bukarest, eine riesige Stadt, die einen auch erschlagen kann mit all dem Lärm und den Menschen. Vor allem wenn man vorher in einer eher ruhigeren Stadt war. Es gibt ein breit gefächertes Kulturangebot in Bukarest. Als Hauptstadt bietet sie doch recht viel. Man kann viele interessante Ecken in Bukarest finden. Da ich aber nur einen Tag dort verbracht habe, kann ich nicht all zu viel erzählen. Von Bukarest aus ging es nach Konstanza, eine Hafenstadt am Schwarzen Meer, die viel orientalischen Einfluss aufweist. Man findet zentral gelegen eine wunderschöne Moschee (Moscheea Islamulazi). Man darf auch das Minarett besteigen und von oben hat man eine gute Aussicht über die Stadt und den Hafen. Was sich noch lohnt, ist einfach die Promenade am Meer entlang zu laufen und dann kommt man fast automatisch zum alten Casino. Ein beachtliches Gebäude, was leider nicht restauriert wurde. Aber trotzdem noch einen unbestreitbaren Charme (Jugendstil)  hat. Man kann es sich von außen anschauen, rein darf man nicht mehr.

Von Konstanza ging es weiter nach Tulcea. Die Stadt liegt an der Donau und von dort kann man eine Bootsfahrt in das Donaudelta machen. Sehr zu empfehlen, es ist eine traumhafte Landschaft, mit einer Flora und Fauna die einen staunend zurück lässt.

Ich reise am liebsten mit dem Zug oder per Kleinbus. Bei letzterem muss man meist einen Platz reservieren, oder man versucht es auf gut Glück. Die Züge sind leider ein bisschen langsam, aber als FSJler hat man ja Zeit …  daher macht es mir nicht viel aus und sie kommen auch fast immer pünktlich an. Da kann sich die DB ein Stückchen abschneiden 😉 .

Musik

Die rumänische Musik erinnert mich oft an spanische Lieder, das kommt auch daher, dass die Sprachen ähnlich klingen. Vor allem am Anfang, wenn ich das Radio angeschaltet habe, habe ich mich noch gewundert, dass so viele spanische Songs gespielt werden. Bis mir auffiel, dass es rumänisch war! Mir gefällt´s.

Was ich bis jetzt  noch sagen kann ist, dass wenn es mal eine Party gibt im Fisher´s oder in der Ceapa Rosie, dann ist da auch was los ;).


So das war´s von mir, bis zum nächsten Mal. Pa!

 

 

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