In drei Wochen…

.., um genau zu sein in 20 Tagen und um noch genauer zu sein in 492 Stunden, 14 Minuten und 8 Sekunden habe ich circa 11.000 km hinter mich gebracht und befinde mich in dem Land, welches doch immer so fern schien und nun ganz nah ist – in meiner neuen Heimat Argentinien. Nach der brutalen Beanspruchung meiner Oberarme zwecks Impfungen und den fast schon schmerzenden Fragen, die immer wieder meine Ohren quälen..

(„Warum denn gerade ARGENTINIEN?!“, „Und was machste da so?“, „Ist das nicht voll gefährlich da?“, etc.)

..ist es nun aber auch wirklich an der Zeit. Zeit, von dem Abschied zu nehmen, was bislang Gewohnheit ist und sich über die optimalste Kofferpackstrategie Gedanken zu machen. Zeit, sich von den in Hannoverbleibenden und Späterabreisenden zu verabschieden und unglaublich abwechslungsreiche Gesprächsthemen wie etwa.. dem FSJ! oder auch.. dem FSJ! und achja, dem FSJ die Unterhaltungen beherrschen zu lassen. Heute in einem zunächst einschläfernden Gespräch über – dreimal dürft ihr raten – weckte mich jedoch eine interessante Frage auf, da diese mich wirklich zum Nachdenken anregte. Sie lautete etwa: „Und was macht man so in den letzten Wochen vor der Abreise?“.

Was macht man so. Stimmt. Was mache ich eigentlich? Wie gehe ich damit um, dass bald alles hier passé ist? Wie nutze ich meine Zeit und nutze ich sie überhaupt richtig? Oh Mist, wie nutzt man seine Zeit eigentlich richtig?

Meine Antwort, auf die ihr höchstwahrscheinlich schon alle brennend wartet, war: „Nunja, ich treffe Freunde, verbringe Zeit mit meiner Familie.. War jetzt ziemlich oft beim Arzt, organisiere noch ein paar Dinge, fange langsam schonmal an zu packen.“ Und dabei habe ich völlig außer Acht gelassen, womit ich eigentlich sehr viel Zeit verbringe, wenn auch eher passiv, kurz vor der kompletten 180 Grad Lebenswende – nachdenken. Ganz viel nachdenken. Morgens, mittags, abends und vor allem in der Nacht sinniere ich über die verschiedensten Szenarien, die mich in meinem künftigen Heimatland erwarten könnten.

Ich denke an meine Spanischkenntnisse, die noch zu wünschen übrig lassen, an das Abendessen mit meinen künftigen WG-Mitbewohnern, an meine Ankunft am Flughafen und das Gesicht, welches ich machen werde, wenn ich zum ersten Mal ein Stück Argentinien live betrachten darf. All diese Szenen wirken so vertraut und zugleich so unvorstellbar weit entfernt.

Am 14.09. ist es soweit. Bis dahin bleibt mir ja noch ein wenig Zeit zum Nachdenken.

 

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