Dinos, Stiere und Tauben

Sooo, ich hab es viel zu lange nicht geschafft, mich mal an den Blog ranzusetzen und das hat viel damit zu tun, dass mein Leben hier immer voller wird. Das beginnt in der Schule, wo ich immer mehr Verantwortung und damit auch immer mehr Aufgaben übernehme und endet noch lange nicht bei Freizeitaktivitäten, wie dem Chor (in dem ich aus Sozialisationszwecken bin) und dem Zumbakurs (in dem ich aus akutem Bewegungsmangel bin). Aber wie bei allem muss man sich die Zeit halt nehmen! Ich habe also gerade meine Spanischstunde hinter mir (Condicional Simple.. jeyy) und warte jetzt im Treppenhaus des Zumba-Clubs. Ein paar Minuten hab ich noch bis zum Beginn der Stunde. Aaaalsoo..

Ich hab das Rätsel um den Dino vor meiner Schule gelöst. Und es war garnicht so schwer :) Mir sind irgendwann immer mehr Dinos in der Stadt aufgefallen und ich habe sogar eine Telefonzelle in Form eines Dinos gefunden. Die starke Präsenz der Riesenechsen liegt daran, dass es in der Gegend hier extrem viele Archäologische Ausgrabungsstätten gibt. Ein Wochenende waren wir zum Beispiel im Parque Crétacico de Sucre (dt. Kreidezeit-Park, oder auch einfach Dino-Park :D), um der Sache auf den Grund zu gehen. Dort kann man an einer riesigen Wand Fußspuren von Dinos sehen und ein bisschen das Jurrasic-Park-Feeling genießen, da überall Dino Statuen in Lebensgröße stehen. Das sah alles so realistisch aus, dass man danach das Gefühl hatte, hinter dem nächsten Berg müsste doch jetzt ein Triceratops oder ein T-Rex hervor kommen.

Ich hab mich getraut!

1 sehr großer Dino.

 

Außerdem haben wir (5 kulturweit-Freiwillige und 1 weltwärts-Freiwillige aus Bolivien) einen Ausflug in den Nationalpark Toro Toro (Dt. Stier Stier) gemacht, der ca. 13 Busstunden von Sucre entfernt liegt. Von Cochabamba aus sind wir mit einem Trufi (ein Kleinbus) losgefahren und die Landschaft wurde immer, immer beeindruckender. Wir sind an einem ausgetrockneten Flusslauf entlang gefahren, an dessen Seiten die Berge in den Himmel ragten. 

Hin und wieder stehen ein paar Schafe oder Ziegen am Straßenrand.

Zum Programm im Nationalpark gehörten verschiedene Ausflüge (Berg, Höhle, nochmal Berg, Canyon, Wasserfall und hin und wieder nochmal ein Berg). Die vielen Berge gibts hier übrigens, weil wir uns in den Anden befinden (*tadaa*). Die vielen Dino-Spuren gibt es hier, da die Anden zur Zeit der Dinos noch nicht hier waren und sich dann aber durch das Zusammentreffen der Südamerikanischen und der Nazca-Platte aufgeblättert haben.  Dadurch kann man die Spuren teilweise auch an senkrecht stehenden Felswänden sehen. 



 Ich bin durch den Ausflug zu dem Schluss gekommen, dass Bolivien als Tourismusziel definitiv total underrated ist. Es gibt hier wirklich  tolle Landschaften, da kann ich verstehen, dass meine Schüler*innen nicht gerade ausgeflippt sind, als ich Ihnen neulich das Elbsandsteingebirge präsentiert habe.. 

Boliviens Grand Canyon :)

Oh, und einen sehr typischen Brauch habe ich in Toro Toro kennengelernt, als uns ein Ehepaar aus dem Dorf, Chicha, ein Getränk aus gegorenem Mais, angeboten hat. Bevor man selbst etwas trinkt muss man ein wenig für die Gottheit Pachamama auf den Boden schütten. Die Pachamama wird von den Quechua und den Aymara, als allmächtige Mutter Erde verehrt und mit ihr das Getränk zu teilen bringt Glück. Der erste Schluck Alkohol geht immer an die Pachamama. Wusste ich leider erst nicht und habe das garnicht mal so gut schmeckende Getränk hintergestürzt. Also kein Glück für mich. Ich bin halt noch dabei, die Kultur kennenzulernen.. Dafür hat mich 2 Tage später eine Taube in der Innenstadt von Sucre angeschissen. Ich hab mich sooo geärgert, aber eine bolivianische Freundin versicherte mir, dass auch das viel suerte, also Glück, bringt.

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