Mein erster Tag … vier Wochen zu spät

„Schreib doch jetzt endlich mal an deinem Blog weiter“ – meine Mutter. Also Tadaa Mama hier kommt der langersehnte Blogeintrag. An alle anderen auch einen schönen Abend 🙂

Fast vier Wochen bin ich jetzt schon im Capital Federal von Argentinien: Buenos Aires. Oder um präziser zu sein drei Wochen, denn ich habe mir schon direkt meine erste Woche Urlaub genehmigt aber darüber irgendwann anders mehr wenn mich die Motivation findet.

Am Besten knüpfe ich an dieser Stelle direkt an meinen letzten Blogeintrag an und fange an über meine Taxifahrt vom Flughafen zu der deutschen Schule in Hurlingham zu berichten. Neben mir sitzt also ein wasch echter Argentinier der leider nur der spanischen Sprache mächtig ist. Das Gespräch begrenzt sich also zunächst auf ein: „Me llamo Tim. Yo soy de Alemania“. Der Mann weiß sich aber zu behelfen und lädt kurzer Hand während der fahrt auf der Stadtautobahn einen Übersetzer aus dem Playstore herunter um dort (immer noch während der Fahrt) ein paar Fragen einzutippen. Anschließend hält er mir sein Handy entgegen, damit ich meine Antwort auf englisch eintippen kann. Dieses Prozedere wiederholt sich solange, bis wir schließlich vor der Administration der deutschen Schule stehen. Er verabschiedet sich von mir mit einem traditionelle angedeuteten Kuss auf die Wange, der hier sowohl als Begrüßung als auch als Verabschiedung gilt. Der Pförtner der Schule öffnet mir die Tür und schon dringt mir der Schall hunderter von Schülern entgegen, die auf der Schule sind. Es ist ein recht absurder Moment für mich, wie ich ziemlich übermüdet, in Jogginghose und Hoodie, mit meinem kompletten Gepäck für ein Jahr Argentinien im Foyer meines neuen Arbeitsplatzes stehe. Wider meinen Erwartungen gehe ich jedoch nicht direkt von der Schule zu meiner Gastfamilie wo ich für die erste Zeit provisorisch unterkommen. Nein. Ich habe meinen ersten Arbeitstag. Dieser beginnt mit einer Führung durch die Schule von der sehr lieben Koordinatorin des Fachs Deutsch (Klassen 7-12). Ich werde zunächst der gesamten Deutschfachschaft vorgestellt, die überraschenderweise ein eigenes Lehrerzimmer hat. Weiter geht es mit einer Führung durch das Stockwerk der Secundaria und Primaria (Klassen 1-6) und den Kindergarten. Im gleichen Zuge werde ich auch noch allen notwendigen Personen an der Schule wie Direktorin und Vorstand vorgestellt. Viele neue Gesichter in kurzer Zeit. Nach der Führung werde ich in ein so genanntes „Acto“ ( Ich weiß nicht genau ob man das so schreibt, gesprochen wird’s zumindest so). Eine Veranstaltung zu Ehren des Lehrertags, wo die 12. Klässler vor der gesamten Secundaria + Lehrern, in verschiedenen Kategorien Lehrer ehren. Zu guter letzt, sitze ich noch in einer Lehrerkonferenz der 6 deutsch Lehrer der Secundaria, meinen zukünftigen Kollegen.

Mit meiner Gastgeberin einer Bremerin Doktorin der Ethnologie, die auch an der Schule deutsch unterrichtet fahre ich nach einem jetzt schon sehr langen Tag um etwa 1:00 nach Hause. Die Häuser in Hurlingham ein Vorort von Buenos Aires sind sehr stilvoll wie ich finde. Meistens nur einstöckige Ziegelsteingebäude aber alle Architektonisch sehr interessant. Vielleicht füge ich ein Bild von Helens Haus, dem Haus wo ich aktuell wohne mit ein, wenn ich das schaffe. Zu Hause angekommen zeigt mir Helen (42, schreibe ich dazu weil Doktorin der Ethnologie relativ alt klingt?) das Haus und den kleinen Garten. Das Haus ist mit drei Schlafzimmern, zwei Bädern, einem Wohnzimmer und einer Küche nicht das größte aber es ist sehr schön eingerichtet. Es bleiben mir laut Helens Warnung noch etwa eine Stunde bis ihre jüngste Tochter Hanna eintrifft. Also packe ich noch gemütlich aus und dusche, bevor ich dem wohl fittesten und energiereichstem Kind der Welt begegne. Hanna ist fünf und hat die Eigenschaft immer und überall herumzuspringen und turnen. Nach einem Gespräch mit Hanna, die neben spanisch schon erstaunlich gut deutsch spricht, und Helen, holen beide auch schon die größere Tochter Emma ab. Emma ist 10 und etwas ruhiger als Hanna. Wir essen um 8.00 zu Abend, was noch sehr früh für argentinische Verhältnisse ist. Eigentlich wird hier erst gegen 10-11 Uhr zu Abend gegessen. Ja, auch die Kinder. Ja, die Schule beginnt genauso früh wie in Deutschland. Der Schlafmangel macht mir aber in der ersten Woche wohl mehr zu schaffen als alle Argentinier egal ob Kind oder Erwachsener.

Soviel zu meinem ersten Tag in diesem wunderbaren Land. Ich möchte nicht jeden Tag so ausformulieren, aber ich wollte, dass jeder den es interessiert mal einen kleinen Eindruck bekommt wo ich arbeite und vorübergehend lebe.

Anbei übrigens das Lichtermeer von Buenos Aires, dass jeder genießen darf der im Sonnenaufgang hier landet.

Schöne Grüße aus Hurlingham 🙂

Tim

 

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