Die Lehrerperspektive

“Geduld ist das Schwert der Guten.“

Als Freiwillige*r sitzt man wahrlich zwischen den Stühlen. Viele haben selbst erst kurz vor ihrem Freiwilligendienst die Schule beendet und gehen dann ins Ausland ins helfen dort an einer Schule „auf der anderen Seite“.

Sind wir eher Lehrer oder doch noch eher Schüler? Diese Frage stelle ich mir vor allem, wenn ich mit den Klassen der Oberstufe arbeite oder versuche Freunde zu finden. Ich will nicht so streng sein, wie eine Lehrerin, aber ich möchte auch, dass Schüler* innen, die kaum jünger sind als ich, verstehen, dass ich nicht automatisch ihre beste Freundin sein kann und sie dadurch irgendeinen Vorteil im Unterricht haben.

Wenn man so plötzlich in einen Schulalltag an einer fremden Schule hinein geworfen wird, wie ich hier, fällt es erstmal etwas schwer, sich zurecht zu finden. Am Anfang konnte ich zum Beispiel schlecht einschätzen, auf was für einem Niveau sich die Schüler*innen befinden, was ihre Macken sind oder wie ich sie motivieren kann, aktiv mit zu machen. Natürlich ist das in jeder Gruppe anders, und nach einiger Zeit habe ich das in den Klassen, in denen ich regelmäßig war, auch relativ gut einschätzen können.

Besonders schön ist auch die Herzlichkeit vieler Schüler*innen, die mich regelmäßig aus Liebe fast zerquetschten, mir zum Geburtstag oder zum letzten Unterricht Pralinen oder anderen Schnickschnack schenken und sich einfach freuen, wenn ich bei ihnen im Unterricht helfe.

Jetzt in den Ferien leite ich auch mal selbst die ein oder andere Deutschstunde auf den Ferienlager in der Schule. In der regulären Unterrichtszeit konnte in, weil ich viel zwischen und hinter den Schülern saß, beobachten, wie die Lehrerinnen mit den Schülern umgehen, ob sie jetzt motiviert oder eher träge sind. Als Lehrer*in muss man durchgängig konzentriert und aktiv sein, damit die Schüler sich nicht langweilen oder einschlafen. Es gab tatsächlich schon die ein oder andere Stunde, nach der mein Hals vom vielen lauten reden ein wenig gekratzt hat..

Ich bewundere die Lehrerinnen, bei denen ich im Unterricht war. Sie haben unglaublich viel Geduld und Verständnis, auch wenn sie etwas zum hunderttausendsten mal wiederholen! Ich finde, viele Lehrer*innen strecken sehr viel Zeit und Herzblut nicht nur in den Unterricht an sich, sondern auch in die individuelle Entwicklung der Schüler*innen. An dieser Stelle mal ein großes Danke an die Lehrer an meiner alten Schule für die Geduld und Unterstützung für uns Schüler*innen!!

Dieser Beitrag ist inspiriert von einem Snap, der in der Pause auf dem Biologie-Ferienlager entstanden ist, auf dem ich mit den Schüler*innen der 5. Klasse Deutsch“unterricht“ gemacht habe.

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