Привет Пермь! [prʲɪvʲˈet pʲˈermʲ]

Hallöchen!

Endlich melde ich mich mal wieder.

Inzwischen bin ich schon eine ganze Weile hier und das Gefühl in der Fremde zu sein hat sich gelegt, ich habe mich also gut eingelebt. Hier ein paar Basics:

Die Schule

Die „Schule Nummer 12 mit erweitertem Deutschunterricht“ liegt nicht weit vom Perner Stadtzentrum. Das Schulgebäude wurde vor einigen Jahren renoviert und um einen Veranstaltungssaal und eine Sporthalle erweitert; es ist also sehr modern eingerichtet. Von der ersten bis zur elften Klasse lernen die Schüler Deutsch und legen dabei verschiedene Prüfungen ab: Das „Sternespiel“ (4. Klasse), eine Zwischenprüfung (7. Klasse) nach der die Schüler in neue Gruppen eingeteilt werden, das DSD I und das DSD II (9. bzw. 11. Klasse). Mit dem DSD II erreichen die Schüler das Sprachniveau B2 oder C1 im europäischen Referenzrahmen und können in Deutschland studieren. An der Schule gibt es etwa zehn Deutschlehrerinnen (ja, im Moment nur Frauen), darunter eine Muttersprachlerin.

Quelle: www.pasch-net.de/de/par/spo/eur/ruf/3344863.html

Die Stadt

Perm ist etwa 300 Jahre alt, die drittgrößte Stadt Russlands (flächenmäßig), hat ca 1 Million Einwohner, verfügt über einen Flughafen, einen Fernbahnhof, an dem die Transsibirische Eisenbahn hält, mehrere Museen, ein weltbkanntes Ballet einen Zoo („unser Schmach und Schande“ laut einer der Deutschlehrerinnen), hat durch die Kama, die in die Wolga mündet, die in das Kaspische Meer mündet einen Frachtschiffsanschluss und sonst noch so einiges Interessantes, das ich aber nicht hier aufzählen werde.

Die Kama (20. März)

Komsomol`skaya Ploshchad` in der Nähe der Schule

Permer Ballett- und Opernhaus

Blick aus meinem Zimmerfenster

Das Wetter:

Noch ist es nicht ganz Frühling, aber in den kommenden Tagen wird sich das wahrscheinlich ändern. Als ich Mitte März hier angekommen bin, war zumindest noch Winter; überall, wo nicht ständig Autos fuhren, lag Schnee und es gab hin und wieder neuen. Schnee in einer Großstadt, der mehrere Monate liegen bleibt ist aber nicht der schöne, unberührte weiße Schnee, den wir aus Deutschland kennen, wenn wir in die Natur fahren. Es ist von Abgasen und Dreck verschmutzter Schnee, der in großen Haufen an den Fahrbahnrändern liegt. Jetzt schmilzt er, das bedeutet, alles ist nass und das Wasser läuft von den Dächern und durch die Straßen und sammelt sich dann in großen Pfützen.

In den letzten Tagen kam häufiger die Sonne zum Vorschein und damit kommen auch mehr Menschen auf die Straßen und genießen die warmen Strahlen nach dem langen Winter.

Meine Aufgaben:

Nach fast einem Monat bin ich relativ gut mit den Abläufen in der Schule und den Deutschlehrerinnen vertraut. Einen Großteil der Zeit hosptiere ich im Deutschunterricht in verschiedenen Klassen und helfe den Lehrerinnen vor allem bei mündlichen Teilen dadurch, dass ich Fragen zu bestimmten Themen stelle oder beantworte, Texte vorlese oder Präsentationen von Schülern anhöre und Fehler korrigiere. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich bei manchen Ausdrucks-, Formulations- oder Grammatikfragen selbst die richtige Antwort nicht weiß.

In der letzten Märzwoche war das Sprachlager „Siegfried“ für die zweite und dritte Klasse in der Schule, bei dem ich geholfen habe. Jeden Tag haben eine Deutschlehrerin und ich eine Einheit Deutschunterricht gemacht, danach haben wir einen Ausflug gemacht und zurück in der Schule noch etwas gebastelt.

Gestern war der Regionalwettbewerb der „Lesefüchse International“ an unserer Schule. Einige Schüler*innen der 9. bis 11. Klasse aus PASCH Schulen aus der Region Ural haben drei deutsche Bücher gelesen und mussten in einer Diskussionsrunde Thesen dazu hinterfragen oder diesen zustimmen und erklären, wie diese zu den Büchern passen. Es waren sieben Teilnehmer*innen, die Sieger*innen von den einzelnen Schulen, dabei. Ich freue mich für die Gewinnerin, die Teilnehmerin von unserer Schule, die bald zum Landesfinale fahren darf.

Außerdem konnte ich die ZfA-Fachangestellte (sie koordiniert die PASCH Schulen der Region) aus Jekaterinenburg, eine Mitarbeiterin des Deutschen Konsulats in Jekaterinenburg, die Vorsitzende des Deutschen Lesesaals der Gorki-Bibliothek Perm und natürlich Schüler* innen und Lehrer* innen der PASCH Schulen der Region kennenlernen.

Nach dem eigentlichen Wettbewerb gab es ein kurzes Programm, bei dem die Siegerehrung stattfand und Schüler aus drei Klassenetwas aufgeführt haben. Danach habe ich noch an einem Mittagessen mit den Teilnehmer* innen und Gästen und einer kleinen Stadtrundfahrt mit einigen Teilnehmer* innen und ihren Begleiter* innen teilgenommen. Es war alles in allem ein sehr schöner Tag. 🙂

Freizeit:

Natürlich bin ich nicht 24/7 in der Schule. Dank meiner Gastmutter, einer Nachbarin und einer der Deutschlehrerin habe ich außerhalb der Schule Kontakt zu einigen Gleichaltrigen. Meine Gastmutter hat mit mir relativ schnell eine Tanzgruppe gefunden. Trotz Sprachbarriere verstehe ich mich gut mit den Mädels (wir reden eine Mischung aus Deutsch, Englisch und Russisch) und es tut mir gut, Sport zu machen und fit zu bleiben. Außerdem habe ich dank der neuen Kontakte schon eine private Stadtführung gehabt und einige Museen, Cafés, Sehenswürdigkeiten, ein Basketballspiel und viele interessante Plätze in der Stadt sehen können.

Jeden Tag merke ich wie dankbar ich sein kann, hier zu sein und ich bin neulich an dem Punkt angekommen, an dem ich gemerkt habe, dass das jetzt mein zuhause für die nächsten Monate ist und dass ich mich hier glücklicherweise extrem wohl fühle.

 

 

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