Abschiede, Nervosität und letzte Vorbereitungen

Das Vorbereitungsseminar ist vorbei, ich war für eine Nacht wieder zu Hause und heute geht es los nach Bosnien. In den letzten Wochen gab es so viele letzte Male. Das letzte Mal in die Uni fahren, das letzte Mal meine Freunde treffen, das letzte Mal mit meiner Fußballmannschaft trainieren, das letzte Mal arbeiten, das letzte Mal ins Weserstadion gehen. Dabei ist es ja gar nicht wirklich das letzte Mal, es ist kein Abschied für immer und doch fällt mir das ganze schwerer, als ich es mir selbst gegenüber eingestehe. Der Monat Februar war definitiv stressig und durcheinander. Ich musste zu allen wichtigen Ärzten gehen, zu den Behörden für die Dokumente für mein Visum, nochmal alle Freunde sehen, meine Verwandten verabschieden, für vier Klausuren lernen, jede Menge letzte Besorgungen machen, hoffen, dass meine Ansprechperson eine Wohnung findet, packen und nebenbei irgendwie noch Zeit für mich selbst finden. Drei Mal dürft ihr raten, was am meisten auf der Strecke geblieben ist. 😀 Richtig, die Uni.

Die zehn Tage beim Vorbereitungsseminar am Werbellinsee mit den 164 anderen Freiwilligen haben mich wirklich bereichert und mir einen neuen Blickwinkel auf manche Sachen gegeben. Ich habe so viele coole Menschen getroffen, über interessante Themen diskutiert und der Austausch hat mich über vieles nachdenken lassen. In unserer „Homezone“ (so wurden die Seminargruppen genannt) haben wir unter anderem über Rassismus, Diskriminierung, Antiziganismus, Sexismus, Konfliktverhalten und unsere Rolle als Freiwillige*r geredet. Außerdem haben wir über unsere Ängste, Zweifel und Ziele für unseren Auslandsaufenthalt geredet und uns selbst reflektiert. Es war schön zu sehen, dass man nicht alleine ist mit seinen Ängsten und jeder sich auf seine Weise Sorgen macht. Super interessant war auch, als das Goethe-Institut uns über didaktische Methoden informiert hat und wir selbst eine Unterrichtsstunde planen mussten, als Vorbereitung auf unseren Aufenthalt in der Schule. Abends saßen wir mit den „Homies“ (der Spitzname für die Leute aus unserer Homezone) zusammen, haben lustige Spiele gespielt und viel gelacht, aber auch über ernstere Themen geredet. Ich hatte mich zwar auf das Vorbereitungsseminar gefreut, aber das hat meine Erwartungen tatsächlich übertroffen. Verrückt, wie man als Gruppe nach zehn Tagen so sehr zusammen wachsen kann… 🙂 Falls meine Homies das hier lesen: Shoutout an euch, ihr seid die Coolsten! <3 Eigentlich ist die Zeit viel zu schnell herumgegangen, ich hätte mit einigen gerne noch mehr geredet. Andererseits bin ich auch froh, dass ich jetzt wieder mehr Privatsphäre habe – die 10 Tage waren schon anstrengend.

Aber morgen geht es los und diesmal so wirklich. Natürlich habe ich irgendwie Angst, dass das alles nicht so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe, dass ich einsam bin, Heimweh habe, mich dort nicht richtig wohlfühle, Sachen schiefgehen oder ich alleine verzweifle. Aber ich habe mich bewusst für diesen Schritt entschieden, weil ich wusste, dass es mir Angst machen würde. Zuzugeben, dass man Angst hat, ist ja nichts Schlimmes. Schließlich lasse ich für ein Jahr alles Bekannte hinter mir: Mein Zuhause, meine Familie, meine Freunde. Aber noch größer als die Angst ist eigentlich die Vorfreude. Ich freue mich auf eine fremde Kultur, eine fremde Sprache, neue Menschen, neue Erfahrungen, meine erste eigene Wohnung und mein neues Zuhause. Ich weiß nicht genau, was mich in dem Jahr erwartet, aber das haben Abenteuer wohl so an sich… Seid gespannt!

Meine Homies:

Vor der Weltuhr in Berlin, als wir am Sonntag einen Ausflug dorthin gemacht haben:

Am Werbellinsee:

6 thoughts on “Abschiede, Nervosität und letzte Vorbereitungen

  1. Hi Homie!
    Ich finde es cool, dass du das mit dem Blog echt durchziehst, keine Ahnung ob ich das schaffe…
    Ich wollte dir nur nochmal viel Spaß wünschen, das wird bestimmt super! Ansonsten sind die Homies immer für dich da!
    Wir sehen uns, schätze ich mal, in einem Jahr wieder!
    Alles Gute, Dela

    • Ich hoffe sehr, dass ich das durchziehe. 😀 Du schaffst das bestimmt. :)) Dankeschön! <3 Dir auch ganz viel Spaß und eine schöne Zeit! Liebe Grüße

  2. Liebste Annika,

    ich wünsche dir eine schöne Reise und hoffe du kommst gut an!
    Dein Blog ist super schön, gefällt mir sehr. Ich freu mich schon auf weitere Einträge 🙂

    Viele liebe Grüße aus (noch) Lindlar
    dein Homie Joyce :p

    • Oh wie lieb, danke Joyce! <3 Ich wünsche dir auch einen guten Flug und eine sichere Reise zur Wohnung. Bis hoffentlich bald, Homie 🙂

  3. Hey du!
    Krass, jetzt geht es wirklich endgültig los für dich! Ich wünsche dir alles, alles Gute und drücke dir fest die Daumen für deinen Neuanfang in Bosnien. Halte uns weiter mit spannenden Beiträgen auf dem Laufenden, dein Blog ist einer der besten, die ich je gelesen habe… Respekt!
    Eine Umarmung,
    Sophia

    • Aww, Soso! :* Vielen Dank für deine Unterstützung, das bedeutet mir viel. <3 Du bekommst immer die ersten Infos. 😉 Viel Spaß noch in Bordeaux! 🙂

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