Nichts fällt vom Himmel… oder doch?

Na ja, eine Sache fällt wohl vom Himmel und zwar Regen. Zum Glück immer weniger und die Temperaturen werden auch höher, was einen positiven Einfluss auf meine Stimmung hat. Mein Zimmer wird zwar doch Jalousie recht warm, dafür habe ich dann abends einen Ausblick auf den Sonnenuntergang. Freudig zeige ich besonders schöne meiner neuen Mitbewohnerin aus Simbabwe, die leider die wunderbare Aussicht auf die Hauswand gegenüber hat. Sie ist seit diesem Semester hier und wir verstehen uns echt gut. Ansonsten sind alle Mitbewohner, die ich seit Anfang an kannte, weg- oder ausgezogen. Dafür sind neue gekommen (und teils auch schon wieder gegangen), die auch nett sind.

Bei so vielen Kulturen ist Austausch selbstverständlich, am liebsten ist er mir in kulinarischer Sicht :)) Auch die polnische Kultur kam nicht zu kurz und so organisierte ich zum Geburtstag meiner Mitbewohnerin eine kleine Überraschungsfeier mit zwei polnischen Freundinnen von ihr und einem französischen Freund von mir. Bei dieser Gelegenheit machten wir pierogi ruskie (russische Piroggen), das heißt mit hartem Quark (ja, gibt es hier, schmeckt wie Quark, aber ist noch etwas trockener als Frischkäse), gepressten Kartoffeln und Zwiebeln gefüllte. Hinterher gab es französischen Schokokuchen und Lindt-Schokolade.

Diese habe ich von meiner Mutter bekommen, die ich in Berlin gesehen habe. Wieso Berlin? Na ja, dahin und nach Potsdam ging eine Fahrt mit den 10- bis 15-jährigen Schüler*innen und vier Lehrerinnen. Die Gelegenheit nutzte ich für ein kurzes Wiedersehen (inklusive Koffertausch und bergischen Waffeln, gegen die andere einfach trocken schmecken). Die ganze Zeit war ich zwischen Deutsch und Polnisch, was jedoch immer besser klappt. Hey, nur zwei Sprachen statt drei bis vier (mit Englisch und Französisch) wie sonst, fast ein Kinderspiel. Aufgrund der Müdigkeit durch ganztägige Versuche Polnisch zu verstehen und zu reden, der wunderschönen ruhigen Umgebung unseres Hotels in Polen und des bequemen Bett habe ich sehr gut geschlafen und mich doch auch erholt.

Meine Tanzwettbewerbe werden immer besser, wir gewinnen zwar nie, aber es geht um den Spaß. Es wurden irgendwie immer mehr, wir sind zu mehreren hier in der Umgebung gefahren und werden es auch noch weiter machen.

Das nächste musikalische Ereignis, von dem ich kurz berichten werde, sind die Lubliner Studentenkulturtage (Lubelskie Dni Kultury Studenckiej). Das ist eine Art Festival, das jede Uni zwei bis vier Tage abends organisiert. Es treten verschiedene mehr oder weniger bekannte polnische Bands auf und je nach Uni heißt es anders und der Ort wechselt. Durch Begleitung einer polnischen Freundin konnte ich immerhin teilweise den Inhalt verstehen. Denn auch wenn ich wirklich Fortschritte gemacht habe, ist es gesungen wieder ganz anders.

Im Polnischen habe ich jetzt Einzelunterricht, was sehr gut klappt und mir Spaß macht. Wenn ich rede und Wörter in Deutsch/Englisch/Französisch einbauen kann, kann ich auch Unterhaltungen führen.

Die DSD I-Prüfungen, sind auch super gelaufen, jetzt heißt es nur noch auf die schriftlichen Ergebnisse warten. Ansonsten macht sich langsam eine Ferienstimmung breit, vor allem bei dem letzten Jahrgang, der danach die Schule wechselt und alle Prüfungen hinter sich hat. Sprich: „Warum müssen wir noch lernen?“ Lange ist es nicht mehr, nur noch bis Ende Juni…

Und was ebenfalls nicht vom Himmel fällt, sind Ideen zum Studium. Die plötzliche Eingebung, die die Sicht schärft und alles klar werden lässt, ist nicht gekommen (oh Wunder). Die Zeit interessiert das allerdings nicht, sie schreitet trotzdem einfach weiter. Das hat dann dafür gesorgt, dass ich teils motiviert, teils verzweifelt recherchiert habe. Und nicht vom Himmel, sondern durch eine Zufall an dem schönen Stausee Zemborzyckie habe ich einen kleinen Schritt weiter gemacht ohne es zu ahnen. Ich traf eine deutsche Studentin, große Überraschung. Durch sie bekam ich den Kontakt zu einer anderen Studentin, die mir ein paar Fragen beantworten konnte.

Vom Himmel ist vieles wohl nicht gefallen, doch woher kommt es dann? Schwer zu beantworten, doch sicher haben mir schon bis jetzt viele Leute geholfen oder mich einfach nur glücklich gemacht, der Zufall kam dazu, das Heimweh verschwindet fast ganz, das Wetter wird schöner und ich bin froh, hier zu sein.

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