100 Tage

Heute sind es genau 100 Tage, die ich nun ich Montenegro oder in anderen Ländern des Balkans verbracht habe. Ein komisches Jubiläum, vor allem wenn man gerade auf dem Wiener Flughafen sitzt und bald seinen Flieger nach Hause nimmt.

Dieser Blogeintrag soll davon berichten was mich/mir diese 100 Tage gelehrt, gezeigt und eröffnet haben:

Montenegro-Traveller:

Immer wieder hat mich Montenegro begeistert. Klar die meiste Zeit habe ich in Ulcinj (der südlichsten Stadt Montengros) verbracht. Ulcinj ist jeden Tag ein neues Abenteuer für mich. Da ich direkt am Meer lebe und der Dezember sehr regnerisch/ stürmisch war, gleichte die Stimmung einer Weltuntergangsatmosphäre. Geht man Richtung Schule (Mitten in der Stadt) bekommt man von diesem Chaos kaum etwas mit. Neben Sturm und Gewitter liebe ich den Blick aufs Meer, der mich jeden Morgen aufweckt und noch immer entdecke ich jeden Tag Ulcinj auf´s Neue.

Neben Ulcinj, habe ich Kotor, Cetinje, Budva und Bar besucht. Viele (relativ kleine) Städte. Die Reise nach Kotor über Cetinje hat mir gezeigt, dass jede einzelne Straße Montenegros einem Roadtrip gleicht. Man sieht so viele spannende Sachen, fragt sich nebenbei ob man überhaupt auf einer anerkannten Straße fährt und wird auch gerne Mal von Wildpferden und         -kühen überrascht und aufgehalten. Cetinje hat mir vor allem gezeigt, wie jung Montenegro noch ist, die Geschichte (vor allem die Kriege) sind noch heute sichtbar und sichtlich nicht verarbeitet (damit meine ich vor allem auf emotionaler Ebene). Kotor ist ein Augenschmaus für jeden der traditionelle Orte sehen möchte, neben der unglaublichen Bucht, hat die Stadt mich vor allem durch die alt-erhaltene Altstadt und den langen Weg zur Burg (1100 Stufen waren es glaube ich :D) begeistert. Bar ist die Nachbarstadt Ulcinjs und somit einer meiner Lieblingsorte falls ich mal genug vom Alltag habe. Daneben ist Budva mit 1 1/2 Stunden Fahrzeit zwar weit entfernt, aber trotzdem eine Sehenswürdigkeit (vor allem wenn man im 5 Sterne Hotel auf einem Filmfestival eingeladen ist).

 

Balkan Memories

Neben meinem alltäglichen Leben in Ulcinj, habe ich gefühlt jedes zweite Wochenende in Tirana (der Hauptstadt Albaniens) verbracht. Tirana ist für mich eine Art zweites Zuhause nach Ulcinj geworden, denn hier habe ich nicht nur meine Tamara, nein ich habe etwas Großstadtleben. Ulcinj ist außerhalb der Sommermonate sehr ruhig und ein wenig verlassen, während Tirana ein wenig chaotisches Großstadtleben bietet und einem unglaubliche Möglichkeiten aufzeigt, wenn man mal raus möchte ohne die Stadt zu verlassen. Da ich für mein Zwischenseminar nach Serbien musste, habe ich zwei Nächte in Belgrad verbringen dürfen. Belgrad ist für mich ein kleiner Weihnachtstraum gewesen und ich habe mich echt Zuhause gefühlt, auch wenn ich immer noch fest der Überzeugung bin, dass ich kein Großstadt -Mensch bin. Doch die schönste und weihnachtlichste Balkan Erinnerung wird für mich Budapest bleiben. Ich kann nicht oft genug sagen, wie schön ich diese Stadt finde, nicht nur weil sie ein Weihnachtsinsider ist, nein auch weil sie mit ihrer unglaublichen Schönheit im Allgemeinen begeisterte. Es war mein erster Urlaub, den ich so spontan geplant und umgesetzt habe, aber trotzdem meiner Meinung nach mit der Schönste.

 

Schulleben = mein Leben?

Ich liebe meine Arbeit in der Schule: nette Lehrer, Schüler die zu meinen Freunden gehören und sehr viele Freiheiten und Möglichkeiten mich auszuprobieren. Ich mag es zu lesen und zu korrigieren und vor allem liebe ich es mit den Schülern zu arbeiten und sie in jeglicher Hinsicht zu unterstützen. Eins wird mir jedoch immer mehr klar, sollte ich nächstes Jahr für einen anderen Studiengang (neben Lehramt) angenommen werden, werde ich mich dafür einschreiben. Klar das Schulleben gefällt mir, doch ich stelle immer mehr fest, dass ich es mir nicht auf Dauer vorstellen kann. Also bleibt Lehramt eher Plan B.

 

eigene Entwicklung

Neben der Erforschung meiner Berufswünsche merke ich auch, dass mich das FSJ ein wenig verändert hat. Ich bin meiner Meinung nach viel selbstständiger: Hotel Mama ist eben nicht mehr. Ich lerne offener zu sein, vor allem für Dinge, die ich bisher nicht kannte. Ich habe eigentlich keine Probleme mehr, meine Meinung zu sagen (natürlich immer auf sachlicher Ebene :D), hinterfrage mein alltägliches Leben und lerne offen auf Menschen zu zugehen. Also ich würde behaupten, sehr gut nicht wahr.

 

Probleme so nehmen wie sie sind

In der Vergangenheit habe ich mich selber sehr gestresst, wenn mal etwas nicht so geklappt hat, wie ich es wollte. Als ich in Ulcinj ankam wollte ich direkt die Sprache können und eine Aufenthaltsgenehmigung haben. Sprachkenntnisse Jetzt: SIND OKAY,  Aufenthaltsgenehmigung: NOCH KEINE.

Die Sprache wurmt mich immer noch ein wenig. Sie ist schwierig, aber ich lerne dazu und habe mich immerhin schon soweit verbessert, dass ich im Notfall (wenn ich mal kein Deutsch spreche :D) kommunizieren köööööönnte.

Das mit der Aufenthaltsgenehmigung ist dann doch ein Problem, dass mich manchmal an die Grenze bringt. Offiziell heißt es ich habe einen inoffiziellen Status (hä?) und kann daher keine Genehmigung bekommen. Also was heißt nun inoffiziell: es gibt kein Gesetz, dass mein Antrag bisher unterstützen würde und das liegt daran, dass die Behörde bisher nicht versteht was meine Aufgabe als Freiwillige ist. Nun ja, ich hoffe einfach es ändert sich noch was.

 

Das Fazit:

Ich liebe mein Leben als Kulturweit-Freiwillige. Ich merke jetzt einfach, dass ich noch nicht bereit war ein Studium zu beginnen, weil ich mich selbst erst jetzt kennenlernen kann und ausprobiere welche Möglichkeiten ich habe. Würde ich mich nochmal entscheiden müssen, würde ich mich wieder für Ulcinj entscheiden. Würde man mich nochmal vor die Entscheidung stellen, ob ich Ulcinj als meinen Einsatzort wollen würde, würde ich vor Glück aufschreien, denn in Ulcinj ist mein zweites Zuhause, dort sind für mich Menschen, die schon jetzt einen Platz in meinem Herzen wahren.

 

 

Tja und jetzt wünsche ich allen wunderschöne Weihnachten.

Liebe Grüße aus Wien,

Annchristin.

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