Reflexion einer langen Woche – Ich bin in Weihnachtsstimmung!

Zdravo und Hallöchen,

alles gute beginnt mit einer Tasse Tee… dieser Blogeintrag wird vermutlich etwas länger, also macht es euch bequem und genießt, wie ich einen warmen Tee.

In den letzten 1 1/2 Wochen sind viele spannende Dinge passiert…

Von einem Handy, das sichtlich verwirrt ist, wenn es rückwärts fährt bishin zur ersten aufgehangenen Weihnachtsdeko war tatsächlich alles dabei.

Letzte Woche Freitag habe ich Besuch bekommen, na klar kann nur Tamara sein, die vollgepackt sich plötzlich den Berg hochschleppen muss. Nach einer Stunde Touri-Tour am Samstag (bei dem uns zwei kämpfende Hunde, den halben Weg begleitet haben) und nach einer ordentlichen Portion Netflix und natürlich nach einem oder vielleicht auch zwei Besuchen in netten Restaurants, haben wir uns auf den Weg nach Serbien gemacht

In einem Dorf namens Sremski Karlovci sollte unser Zwischenseminar stattfinden und bis dorthin hatten wir einen ziemlich langen Weg. Ich glaube das spannendste an der Hinreise war die Tatsache, dass ich dem Bus hinterhergerannt bin, weil er noch mein Gepäck inne hatte und ebenfalls Tamara. Da der Bus nicht direkt am Flughafen in Podgorica hält mussten wir eher aussteigen und mit dem Taxi weiterfahren – so der Plan. Ich steige also aus und plötzlich fährt der Bus weiter… Gott sei dank konnte Tamara die Situation retten und ich musste nur zwei Minuten lang dem Bus hinterher rennen.

Belgrad bei Nacht

Angekommen in der Hauptstadt Serbiens, also Belgrad, verlief eigentlich alles gut. Dank Anton (einem Freiwilligen aus Belgrad) konnten wir problemfrei Taxi fahren und sind sicher in unserer Unterkunft angekommen. Abends das nächste Abenteuer, einfach mal in einem Bus springen und hoffen man kommt in der Innenstadt an… Sehr gut, wenn man die Sprechanlage des Busses nicht versteht. Nach einiger Zeit haben wir es dann doch geschafft ein paar der anderen Freiwilligen zu treffen, mit denen wir dann am nächsten Tag nach Sremski Karlovci aufgebrochen sind.

Da ich nicht zu weit ausholen möchte, erzähle ich möglichst zusammengefasst von meinen Erlebnissen vor Ort:

Eines der wichtigsten Themen, war die Auseinandersetzung mit unseren bisherigen Erfahrungen innerhalb unseres Einsatzortes bzw. unserer Einsatzstelle. Ich hatte viel Zeit alles zu reflektieren, mich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Für mich mit am spannendsten war der Ausflug nach Belgrad. Vor Ort haben wir zwei Organisationen besucht: Civil Rights Defenders und Atina. Beide Organisationen setzen sich für die Menschenrechte ein, Atina speziell gegen Human Trafficking. Die Besuche waren nicht nur spannend, sondern sie haben zum nachdenken angeregt, vor allem weil man eigene Gesprächsthemen/ Fragen miteinbringen durfte. Des Weiteren haben wir uns mit der Balkangeschichte auseinandergesetzt. Es war ein von uns gewünschtes Thema mehr über die Jugoslawien-Kriege

zu erfahren, denn so lange her ist das Ganze noch nicht.

Neben ernsten Themen, die mich auch weiterhin beschäftigen werden, habe ich vor allem die Zeit mit den anderen Freiwilligen genossen. Am Abend waren wir eigentlich immer zusammen und haben häufig freundschaftsvernichtende (nur ein kleiner Spaß am Rande) Werwolf-Runden gespielt.

Ich bin in Weihnachtsstimmung.

Am Meisten wird mir jedoch der Weihnachtsabend in Erinnerung bleiben. Ja ich weiß es ist November, aber das Ganze war nicht so geplant wie es nun doch gekommen ist. Tamara, Daniel und ich wollten eigentlich nur spülen, als wir plötzlich Weihnachtsdeko fanden und so nahm halt alles seinen Lauf.

Am Freitag ging es dann nach zu kurzer Zeit zurück nach Belgrad. Dort verbrachten wir noch einen weiteren Abend/Nacht mit den anderen Freiwilligen bevor es wieder zurück nach Ulcinj ging. Feststellung des Tages blieb jedoch: Es verwirrt mein Handy wenn es rückwärts fährt – HMH DANKE GOOGLE MAPS.

Jetzt gerade hocke ich wortwörtlich auf meinem Sofa und lasse die ganze Woche nochmal Revue passieren.

Am Ende des Seminars wurden wir gefragt, warum wir dankbar sind. 15 Punkte sollten wir auflisten… hier sind meine:

  1. Dankbar dafür, dass Ulcinj immer mehr eine Art Heimat wird.
  2. Dankbar dafür, dass Tamara so in etwa eine Seelenverwandte für mich ist.
  3. Dankbar dafür, dass es hier Eisbergsalat und Wraps gibt.
  4. Dankbar dafür, dass ich hier viele neue Dinge und Orte kennenlernen darf.
  5. Dankbar dafür, dass ich ein so gutes Verhältnis zu meinem Ansprechpartner, meiner Gastfamilie und zu den Schülern habe.
  6. Dankbar dafür, dass ich Teil des Zwischenseminars war.
  7. Dankbar dafür, dass ich glücklich bin.
  8. Dankbar dafür, dass ich nie alleine bin.
  9. Dankbar dafür, dass ich nicht der einzige Weihnachts-Freak bin.
  10. Dankbar dafür, dass ich morgens mit Meerblick aufwache.
  11. Dankbar dafür, dass ich merke das Veränderungen nicht immer sinnlos sind.
  12. Dankbar dafür, dass ich immer Freunde und Familie hinter mir stehen habe.
  13. Dankbar dafür, dass es Bücher gibt.
  14. Dankbar dafür, dass ich jeden Tag mindestens 1x (okay wer mich kennt 100x) lächeln kann.
  15. Dankbar dafür, dass ich schon bald Weihnachtskeckse backen kann.

 

Tja und das soll das Abschlusswort sein. Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss und man vergisst häufig zu oft, dankbar zu sein.

 

Liebe Grüße,

Annchristin.

Ein bisschen Wein darf auch mal sein.

 

5 Gedanken zu „Reflexion einer langen Woche – Ich bin in Weihnachtsstimmung!“

  1. Liebe Annchristin,
    mal wieder eine sehr schöne Zusammenfassung von der letzten Woche! Mir wird sicher einiges davon in guter Erinnerung bleiben! Und das Christmas-feeling dauert auch hier in Tirana an;)
    Freue mich auf unser nächstes Abenteuer!:*
    Deine Tamara

  2. Hallo Annchristin, mal wieder habe ich mit viel Freude deinen Bericht gelesen(ich stelle mit gerade vor wie du hinter dem Bus her rennst😂)An der ein oder anderen Stelle habe ich an meinem Interrailtrip vor 30 Jahren gedacht.Ich bin dankbar dafür das lesen zu dürfen😊. Ich wünsche dir noch eine schöne Vorweihnachtszeit. Lg Conny

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