Meine zweite „Dienstreise“: Naryn vom 17. – 19.10.

Leider mit ein bisschen Verspätung gibt es heute den Blogeintrag zum nächsten Besuch bei regionalen Universitäten, diesmal war ich in Naryn. Im Vorfeld hörte ich von meinen Kollegen und Freunden bloß: Nimm warme Sachen mit und stelle dich auf fleischlastiges Essen ein (Ganz was neues hier haha).

Dienstag 17.09.

Die Fahrt nach Naryn ist schon ein Erlebnis an sich: Über Berge und durch Schluchten, wie sollte es auch anders sein in einem Land mit 95% Gebirge. Naryn liegt, laut Snapchat-Höhen-Filter über GPS auf etwa 2000 Meter über dem Meeresspiegel. Die Stadt an sich hat zwei lange Parallelstraßen, von der aus kleinere Wege zu den Wohngebieten führen, in meinem zwei-einhalbtägigen Aufenthalt habe ich es etwa bis zur Hälfte der langen Straße geschafft – und somit die andere Hälfte noch gar nicht gesehen. Durch Naryn fließt der gleichnamige Fluss, ein wunderschön türkisblauer Gebirgsfluss!

Tatsächlich war es überraschend warm, als wir ankamen (ich war wieder mit meinem Kollegen Viktor unterwegs). Nach einem späten Mittag- oder frühem erstem Abendessen, ging es in die Schule mit Deutschunterricht für die erste Präsentation. Wieder einmal erlebte ich das interessante Phänomen, dass es in Schulen irgendwie immer kälter ist als draußen. Ich weiß, dass sich das ähnlich unlogisch anhört wie der beliebte Spruch meines ostfriesischen Klassenlehrers in der Schule: Nachts ist es kälter als draußen. Aber das war mir tatsächlich in Karakol bereits aufgefallen.

Mittwoch, 18.09

Heute früh ging es in die Staatliche Universität von Naryn, zuerst zum International Office und dann sogar spontan zur Rektorin der Uni. In ihr schickes Büro mit meinen straßenstaubigen Schuhen zu treten war mir ja schon etwas unangenehm. Tipp für alle: In Kirgisistan am besten braune oder graue Schuhe tragen, nicht fast ausschließlich schwarze wie ich, das spart viel Zeit ;). Natürlich war die Rektorin sehr nett und fragte mich leicht besorgt, ob mir denn die Höhenluft gut bekomme oder ob ich Kopfschmerzen hätte. Tatsächlich habe ich davon eigentlich nichts bemerkt.

Anschließend waren wieder Präsentationen, der OnSet-Deutsch Test und Beratungen an der Reihe. Mittag gegessen haben wir im neuen Kulturcafé in Naryn.

Das Kulturcafé sind von Studierenden für Studierende geschaffene Räume im Keller der Uni, in der es ein Café mit leckerem Essen und noch besserem selbstgemachten Kuchen gibt. Super gemütlich und eine tolle Idee, denn in Naryn gab es vorher nicht viele Möglichkeiten für sie sich zu treffen. Außerdem gibt es einen großen Raum, der für Veranstaltungen oder Workshops genutzt werden kann. Momentan ist auch eine Art Freiwilliger aus Deutschland dort, Valentin. Für mehr Infos zum Kulturcafé schaut hier.

Abends, nachdem wir unser Programm an der Uni beendet haben, haben Viktor und ich noch einen Workshop im Café angeboten zum Thema Projektmanagement und Fundraising. Ungefähr ab der Hälfte wurde das ganze ungewollt gemütlich dank eines Stromausfalls, weshalb nun Kerzen und Handytaschenlampen ein wenig Licht spenden mussten. Der Workshop hat super viel Spaß gemacht und alle, die mitgemacht haben, hatten ganz tolle Ideen, von denen sie hoffentlich einige umsetzen können!

It was so nice to meet Anna and Viktor from DAAD Bishkek in our #KulturCafeNaryn thanks for meeting!

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Donnerstag 19.09.

Hurra, der Winter ist da! Morgens schaute ich nach dem Aufwachen in Naryn aus dem Fenster und das, was sich mir präsentierte, das war ganz schön weiß!

Zwar schmolz das meiste in der Sonne wieder, aber auf den Bergen war deutlich mehr Schnee als in den Tagen davor. Nach dem Frühstück ging es dann los zum „Busbahnhof“ автовоксал, um ein Taxi zurück nach Bischkek zu nehmen. Die Rückfahrt war durch die wie mit Puderzucker bestäubten Berge mindestens genauso schön wie die Hinfahrt, wenn nicht sogar schöner!

Hier sind ein paar Fotos aus Naryn:

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