Einmal quer durch Lima

„chaotisch, laut, anstrengend, nervenaufreibend, lang, unorganisiert, planlos, heiß, voll, nervenaufreibend, Zeitverschwendung, stickig….“

Das sind nur eine der wenigen Worte die fallen, wenn man über den Straßenverkehr in Lima spricht. Und ich muss sagen an Tagen, an denen ich 20 Minuten für einen Kreisel brauche, ist meine Geduld auch am Ende. Aber denkt man darüber nach, ist natürlich viel los auf Limas Straßen, denn immer hin leben hier 13 Millionen Menschen, die zur Arbeit wollen, in die Schule müssen, sich mit Freunden Treffen. Der durchschnittliche limeño sitzt 4h am Tag im Bus bzw. steckt im Verkehr.

In Deutschland leben ich in einer Stadt mit fast 1,5 Millionen Menschen, wir haben über 8 U-Bahnlinien, diverse S-Bahnen, Trams, Busse, Taxis. Jetzt multipliziere ich die Einwohnerzahl mit 8 und streiche U- und S-Bahnen, so wie Trams. Dagegen ist der Verkehr bei einem Bayern München spiel wohl eher nix. Möchte ich dann wirklich in München im Straßenverkehr unterwegs sein?! Immerhin stehe ich auch so schon mal in München im Stau.

Aber zurück nach Lima. Früher gab es Lima auch eine Tram, leider wurden die Stationen in den 80er und 90er Jahren Zielscheibe von terroristischen Anschlägen (Peru hatte bis zum Jahr 2000 Probleme mit inländischem Terrorismus). Nach den ersten Anschlägen wurde der Tramverkehr eingestellt. Terrorismus ist auch ein Grund warum die geplante U-Bahn noch nicht existiert. Eine weitere Zielscheibe für Anschläge. Momentan gibt es eine S-Bahn Linie und eine Busspur, mit verschiedenen Linien, die beide parallel Lima von Norden nach Süden durchqueren. Eine U-Bahn die Callao und la Molina (Ost-West) verbindet ist in Planung, Besonders die Hauptverkehrsstraße Javier Prado würde dadurch entlastet werden.

Aber man hat was man hat. Ich habe anfangs nicht daran geglaubt, dass ich jemals durch das Bussystem durchblicken werde. Aber mittlerweile kenne ich mich doch ganz gut aus. Und wenn ich mal eine Strecke nicht kenne, probiere ich einfach neue Busse aus oder checke die Ruten auf der App TuRuta, diese gibt mir zumindest Anhaltspunkte. Denn das System ist eigentlich ganz einfach, alle Busse haben Nummern (diese merke ich mir meistens nicht). Dann stehen immer die Start- und Zielorte oben in der Windschutzscheibe (dafür muss man die Namen der einzelnen Viertel kennen). Sonst stehen an der Außenseite der Busse die Straßen oder Viertel dran, die sie entlang fahren. Aber die einfachste Orientierung für mich sind die Farben. Jede Linie hat eine Farbe bzw. ein Muster. Nur die wenigsten Kombinationen gibt es doppelt und dann helfen einem die Start- und Zielorte.

Auch wenn ich mir manchmal den Verkehr manchmal wegwünsche, probiere ich gerne neue Wege aus und schaue (am besten von einem Sitzplatz aus) dem Treiben um mich herum zu.

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