durchatmen

Endlich sitze ich wieder auf meinem Sessel, lasse die letzten Tage Revue passieren und kann…

Montag und Dienstag scheinen mir schon so weit weg, ich kann mich nicht erinnern was ich an diesen Tagen nach der Schule getan habe. Vielleicht waren wir essen? Vielleicht Spazieren. Vielleicht auch keins von beidem.
Am Mittwoch gingen die mündlichen Deutschprüfungen des A2/B1- Niveaus los. Pünktlich nach tadschikischem Zeitplan begannen wir gegen 11.30 Uhr statt 9.00 Uhr mit den ersten eigentlichen Prüflingen und endeten gegen 17.30 Uhr statt 14.50 Uhr. Ich freute mich auf einen gemütlichen Abend nach diesem langen Tag, doch Pustekuchen. Die Party-Oma meiner Gastschwester schleppte uns auf eine Nawruz-Party ganz in der Nähe, wo mich ein alter und alkoholisierter Mann freudestrahlend in den Arm nahm und versuchte meine Wange abzuknutschen – einfach weil er sich freute, dass ich da war. Nicht genug, musste ich das volle Programm durchziehen: Tanzen, Lachen (wenigstens so tun als ob), Sumalak rühren (die heilige Navruz-Speise), der Oma zeigen, dass ich viel Spaß habe und mich dabei vom Kameramann filmen lassen (weil ich sooo viel Spaß hatte in dem Moment).
Donnerstag zweiter Tag der Prüfungen, same procedure as yesterday. Abends auf einer Abschiedsparty von einem sehr netten Mädchen, die ich allerdings an diesem Abend erst kennenlernte.
Freitag: Prüfungstag. Das bedeutet: Circa zehn Schülerinnen und Schüler pro Tag, die eine Präsentation halten. Besonders beliebte Themen: Sport in meinem Leben. Mein zukünfitger Beruf. Oder auch einfach nur: Fußball.

Als wäre das nicht schon genug, erfuhren wir am Dienstag, dass sich die Rektorin der Schule ein Osterfest wünscht. Am Samstag. Für die gesamte Schule. Mit Gedichten, Liedern, Tänzen und ein Theater sollte schon auch dabei sein, ist ja sonst kein richtig schönes Fest. Also – ran an die Arbeit und ans Erstellen eines Osterprogramms für die Schule. Innerhalb von drei Tagen und parallel zu den laufenden Prüfungen. Wer jetzt denkt, das schafft doch keiner – der wahr wohl noch nie in Tadschikistan!
Ich kann euch sagen, es war chaotisch, es war stressig, es war nervend. Aber am Ende hatten wir ein Osterfest, und es war: schön!

Jetzt endlich, Samstagabend, Prüfungen vorbei, Videoprojekte vorbei, Ostern vorbei. Endlich sitze ich in meinem Sessel und hoffe, dass die Party-Oma nicht wieder auf wilde Ideen kommt, und kann..

… durchatmen.

Goethe-Osterhasen

Ostervorführung mit Frühlings-Flair

Mit Liebe gestaltet

Der Frühling kommt 🙂

 

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