Bukarest: Zwischen Kommunismus und Oktoberfest

dsc_4247

Hallo ihr da draußen,

am Montag war ich mit zwei anderen Freiwilligen zur Feier zum Tag der deutschen Einheit in Bukarest eingeladen und so habe ich das lange Wochenende genutzt, um mir die Hauptstadt Rumäniens ein bisschen besser anzugucken. Auch hier möchte ich mehr die Bilder sprechen lassen und nur kurz etwas schreiben.

Die meiste Zeit haben wir uns tagsüber die Altstadt angeguckt, in der wirklich einige sehr schöne, aber auch einige sehr heruntergekommene Häuser stehen. Im Gegensatz dazu lassen sich an den umliegenden Straßen die Spuren des Kommunismus deutlich erkennen, der hier vom zweiten Weltkrieg bis 1989 herrschte. So steht in Bukarest zum Beispiel das zweitgrößte Gebäude der Welt, ein riesiger Palast, den der letzte kommunistische Herrscher Ceaucescu in Auftrag gegeben hat. Bei seinem Sturz 1989 war der Palast noch nicht fertig gestellt und ist es auch immer noch nicht. Er hat circa 3000 Räume und heute beherbergt der Palast unter anderem den Senat, das Parlament und das Museum für zeitgenössische Kunst MNAC, dem wir auch am Sonntag einen Besuch abgestattet haben. Dort gab es zum Beispiel eine Ausstellung über „verschwindende Städte in Rumänien“, die sehr interessant war. Zu der Problematik werde ich nach ausreichender Recherche auch nochmal einen seperaten Post schreiben. Der Palast wird aber trotzdem nur zu circa 50 % genutzt und allein die Unterhaltung kostete den rumänischen Staat im Jahr 2008 1,7 Millionen Euro. Davor stehend wird der Größenwahn des Kommunismus deutlich, den man in Bildern leider nicht einfangen kann. Zufällig fand an diesem Wochenende ein traditioneller Markt vor dem Palast statt, wo wir einige traditionelle rumänische Köstlichkeiten wie mici und einen typischen Traubensaft probiert haben.

dsc_4220Die Bank

dsc_4229

dsc_4228Das Denkmal von Vlad Tepes – oder auch als Dracula bekannt.

dsc_4255Die Altstadt

dsc_4297Die Universität

dsc_4315

Das Atheaneum in Bukarest, was heute als Theater genutzt wird

dsc_4265Der Piata Unirii, einer der größten Plätze in Bukarest

Die Abende habe ich mit den Freiwilligen aus Bukarest und ihren rumänischen Freunden verbracht. Am ersten Abend fand durch Zufall die „weiße Nacht der Galerien“ statt und so schlenderten wir durch das nächtliche Bukarest und sahen uns einige sehr ausgefallene Kunstinstallationen an. Am Samstagabend waren wir im Oktoberfest Pub, einer der beliebtesten Bars in Bukarest, weil das Bier dort besonders günstig ist und in großen Reihen verkauft wird. Sonst hat das Ganze nicht wirklich etwas mit Deutschland zu tun. 😀

dsc_4301Das Nationaltheater, in dem die Feier stattfand
Und nun zu dem eigentlichen Grund, warum ich in Bukarest war, die Feier zum Tag der deutschen Einheit. Die Feier fand im Nationaltheater in Bukarest statt, ein Gebäude mit beeindruckendem Foyer. Dort befanden sich auch die kleinen Stände einiger deutscher Organisationen, um ihre Arbeit vorzustellen. Wir haben dort den Stand für die Zentralstelle für Auslandsschulwesen betreut, aber das einzige, was wir zu tun hatten, war Kugelschreiber zu verteilen. Dann hat im Theater erst ein Cello-Orchester gespielt, und der deutsche Botschafter und sogar der rumänische Premierminister haben Reden gehalten. Danach gab es reichlich deutsches Essen, von Leberkäse über Spätzle bis hin zu Berlinern, und viel Freibier. Ein entspannter Abend mit einigen netten Gesprächen zum Abschluss meines Aufenthaltes.
14551052_1200091376732171_1107602714_o

Nach ein paar Tagen Arbeit geht es dann dieses Wochenende nach Timisoara, in den Westen Rumäniens, weil dort ein Theaterfestival stattfindet!

Bis bald!

Ilka

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.