Buna ziua, Craiova!

Die Präfektur von Craiova

Die Präfektur von Craiova

Die Zeit vergeht so schnell, auf einmal ist mein erstes Wochenende in Craiova schon vorbei. Das Wochenende war sicherlich eines der spannendsten seit langem, voller neuer Eindrücke, Erfahrungen und Emotionen.

Bevor ich darauf genauer eingehe, möchte ich aber noch kurz etwas zu den letzten zwei Wochen sagen.Über das Vorbereitungsseminar am Werbellinsee könnte man wahrscheinlich einen Post an sich schreiben, aber das habe ich in meiner letzten Woche, die voller Abschiede und letzten Vorbereitungen war, nicht geschafft. Auf dem Seminar habe ich sehr viel gelernt, meine eigene Rolle als Freiwillige kritisch betrachtet, aber auch sehr viel Spaß gehabt. Ich habe viele tolle neue interessante Leute kennen gelernt, Freunde gefunden und auch das Rumänien-Squad, bestehend aus 13 Freiwilligen, die im ganzen Land verteilt sind, hat sich gefunden. Mit vielen neuen Fragen und Gedanken und auch Vorfreude ging es nach zehn Tagen Seminar dann nochmal für fünf Tage nach Hause, die aber wie im Flug vergangen sind.

Und auf einmal war der Moment, durch die Sicherheitskontrolle zu gehen und meine Liebsten noch ein letztes Mal zu sehen,  schon gekommen. Mit gemischten Gefühlen ging es für mich dann in einem halb leeren Flieger und einer ganzen Reihe für mich von Hamburg nach Bukarest. Dort angekommen meisterte ich den Kauf des Bustickets und fuhr mit dem Bus zum Bucuresti Gara Nord. Während der Fahrt nahm ich die ersten Eindrücke dieses Landes und der fremden Sprache auf. Am Bahnhof wurde ich von einem anderen Freiwilligen empfangen, der mit mir zusammen auf meinen Zug wartete. 30 Minuten später als geplant fuhr dieser dann auch los, es war anscheinend nicht die richtige Lokomotive da gewesen und die Lüftung im Zug ging endlich an, denn es waren über 30 Grad. Immer Richtung Sonnenuntergang (Craiova liegt westlich von Bukarest) ging es für mich die nächsten drei Stunden auch auf eine kleine Zeitreise, zumindest kam es mir so vor. Die meiste Zeit sah ich nur weite Felder, vor allem Mais, in größeren Dörfern kamen die Bahnwärter vor ihre Häuser während der Zug langsam durchfuhr und Hirten hüteten ihre Schafe und Ziegen direkt neben den Gleisen. In Rumänien gibt es außerdem anscheinend nur in großen Städten richtige Bahnhöfe und Gleise, in den kleinen Städten geht man einfach direkt über die Schienen und steigt so auch einfach von einem in den nächsten Zug um. Da die Haltestellen weder angezeigt noch angesagt wurden, starrte ich bei jedem Halt angespannt aus dem Fenster, um das Bahnhofsschild zu lesen. Sehr erschöpft kam ich dann endlich abends nach einer langen Reise in meiner neuen Heimat an und wurde sehr lieb von meiner Betreuerin und ihrer Familie abgeholt, die mir sogar noch eine Pizza als Abendessen gekauft hatten.

Wohnen werde ich nun für die nächsten sechs Monate in dem Mädchen-Schulheim meiner Schule, wo ich ein Doppelzimmer für mich alleine habe.

Das Wochenende habe ich damit verbracht, mir Craiova anzugucken. Ich wohne glücklicherweise mitten im Zentrum, alle wichtigen Sachen sind fußläufig erreichbar, was ich auch gut ausgenutzt habe. Entgegen vielen Erzählungen finde ich Craiova wirklich sehr schön, besonders die „Altstadt“. Da es hier eine große Universität gibt, sind viele junge Menschen unterwegs und es gibt zahlreiche Cafes und Bars. Die Menschen sind nett, aber nicht alle sprechen Englisch und Touristen scheint es hier auch keine zu geben, obwohl die wichtigen Schilder englische Untertitel haben. In der Fußgängerzone findet man erstaunlicherweise sehr viele Brautkleiderläden, wer auf der Suche ist, wird hier also auf jeden Fall fündig! 😀 Überall in der Stadt sind außerdem kleine und große Parks, die von den Menschen hier auch genutzt werden und auf die ich mich jetzt im Herbst auch schon freue. Der botanische Garten ist auch wirklich schön und liegt nur zehn Minuten entfernt. Was ich außerdem gemerkt habe ist, dass man hier sehr stolz ist zur EU zu gehören und viele Straßen und Gebäude werden mit EU-Mitteln neu gebaut oder renoviert.

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Sonntagmittag wurde ich dann freundlicher Weise zum Essen bei der Mutter meiner Betreuerin eingeladen, wo ich gleich eine typisch rumänische saure Suppe, die sich „ciorba“ nett, probieren durfte und die eigentlich ganz lecker war.

Am Ende des Wochenendes konnte ich sogar schon meine erste „Brezel“ (das ist die offizielle Übersetzung, sieht aber anders aus und schmeckt auch anders) auf Rumänisch bestellen: „Unu covrig cu susan“, für die ich auch nur 1 LEU (ca. 0,25€) bezahlt habe.

Soweit mein erster Eindruck, auch wenn das nur ein kleiner Teil davon ist. Mehr Bilder von der Stadt kommen in den nächsten Wochen, jetzt freue ich mich erstmal auf meine erste Arbeitswoche hier und darauf die Leute kennenzulernen, weil man sich so ganz alleine doch ein wenig einsam fühlt.

Pe curând (Bis bald),

Ilka

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