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Diani Beach – Die Perle Kenias

Indischer Ozean. Warmes Wasser. Frischer Fisch und sehr offene Locals. Weißer Strand. Kilometerweit. Eine Beschreibung wie aus dem Reiseprospekt. Aber hier wird sie Wirklichkeit. Hier, ca. 40 km von Mombasa, Kenias zweitgrößter Stadt, entfernt am bekannten Diani Beach, auch die „Perle Kenias“ genannt.

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Die Reise begann wie immer in Meru, mit einer diesmal siebenstündigen Fahrt, in der prallen Sonne. Da kann man sich wirklich schöneres vorstellen, aber mit der Vorstellung, in wenigen Stunden am Meer zu sein, nahm ich auch das gerne in Kauf.
In Nairobi angekommen, machte ich mich auf den Weg zu den anderen Freiwilligen und nach einem leckeren Salat (hab ich hier bisher noch gar nicht gegessen) ging’s dann auch schon zu dem Punkt, wo unser Nachtbus abfahren sollte. Mit circa zwanzig Minuten Verspätung kam dieser dann an, aber dafür ging es umso schneller, bis wir losfuhren. Die lange Fahrt von Meru nach Nairobi noch in den Knochen, schlief ich schnell ein und wachte in regelmäßigen Abständen immer wieder auf. Die Straße nach Mombasa hätte ich mir wirklich besser vorgestellt. Stattdessen wurde man ordentlich durchgeschüttelt. Nach gut acht Stunden Fahrt hatten wir schließlich das erste Mal den Blick auf den Ozean. Für mich das erste Mal überhaupt! Wenig später hielt der Bus in einer gut befahrenen Straße und ich sah… bekannte Gesichter? Hier in Mombasa? Ja, was für ein Zufall! Ein paar Austauschstudenten der Nairobi Universität, die ich in Nairobi beim PASCH Workshop kennen gelernt hatte, waren nur wenige Minuten vor uns in Mombasa angekommen. Wir sprachen kurz mit ihnen und machten uns dann – mit sämtlichen Verkehrsmitteln – auf den Weg zur Unterkunft am Diani Beach. Zunächst mit dem Matatu, dann mit der sehr vollen, aber kostenlosen Fähre (ein beeindruckendes Bild), erneut mit dem Matatu und zuletzt mit einem TucTuc (quasi ein Mofa mit drei Rädern, das drei Leute auf der Rückbank transportieren kann). Und dann sahen wir das große Holzschild mit der schönen Aufschrift „Roseville“. Und das Cottage stand seinem Namen wirklich in nichts nach. Es war traumhaft schön! Die riesigen Zimmer erinnerten mich irgendwie an ein Schloss und auch der Garten mit Pool, Liegen und schönen Pflanzen ließ eine unglaubliche Vorfreude in mir erwachen. Mein Zimmer war ganz in pink gestrichen und alle, die mich kennen, wissen, wie sehr ich diese Farbe mag. 😀 Wie auch immer, ich habe mich von Anfang an sehr wohl gefühlt.

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Als allererstes wurde dann natürlich der Pool eingeweiht, bevor wir uns zu Fuß auf den Weg zum Supermarkt machten, um unseren Kühlschrank für die kommenden Tage zu füllen. Auf dem Weg kamen wir an vielen Straßenständen vorbei. Neben Souveniers, Strohhüten und ganzen Möbeln, wurden dort vor allem bunte Stoffe verkauft. Mit schwerem Gepäck kehrten wir kurze Zeit später zum Cottage zurück und begannen zu kochen. Es gab Hähnchenschenkel, eine Gemüsepfanne, Nudeln, Brot und dazu selbstgemachte Knoblauchsoße. So lecker habe ich schon lange nicht mehr gegessen!

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Und dann war es soweit. Wir packten unsere Sachen und gingen runter zum Strand. Kaum hatten unsere Füße die ersten Abdrücke im Sand hinterlassen, wurden wir schon von drei Kenianern angesprochen. Aber Moment mal, das war doch auf Deutsch! Wie wir im Laufe unseres Aufenthaltes herausfanden, sprechen die meisten der „Beachboys“, wie sie hier genannt werden, deutsch. Als wir zwei von ihnen fragten, warum so sie gut deutsch sprechen, erzählten sie uns, dass sie es von den vielen deutschen Urlaubern am Strand gelernt hatten. Sie nannten diese „Schule“ liebevoll „Beach Academy“. 😀 Auch wenn sie sehr kontaktfreudig waren und uns natürlich auch ihre Waren verkaufen wollten, waren sie keineswegs aufdringlich und ließen uns so nach einer Weile auch in Ruhe den Strand genießen. Es war Donnerstag und „Mashujaa Day“; das ist ein Feiertag, an dem die Kenianer ihren Helden gedenken und somit waren viele Einheimische am Strand. Das Wasser war wirklich angenehm warm und dennoch eine gute Abkühlung zu der noch wärmeren Außentemperatur. Als ich ein bisschen geschwommen war und zur Decke zurückkehrte, sah ich, dass einige Locals (ich mag den Begriff „Beachboys“ nicht) bei den anderen Freiwilligen waren. Kurze Zeit später erfuhr ich, dass Chris in einen Seeigel getreten war. Pole sana (Kiswahili für „Es tut mir sehr leid!“). Die Locals hatten ihn wohl humpeln sehen und sind sofort zur Hilfe geeilt. Nun versuchten sie mit einem Messer, einer Pinzette, einem Papier und Salzwasser, die Stacheln aus dem Fuß zu entfernen. Einer von ihnen holte sogar eine Aloe Vera Pflanze! Das ganze Prozedere sah nicht nur schmerzhaft aus, sondern brachte leider auch nicht so viel. Trotzdem bedankten wir uns herzlich für die gut gemeinte Hilfe und lernten kurze Zeit später dann das „Diani Hospital“ von innen kennen. Dieser Schock wurde nachher am Pool erstmal mit einem Kaltgetränk verdaut. 😀 Später haben wir noch gekocht und den Abend gemeinsam verbracht.

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Der nächste Tag war dann etwas aktiver. Nach dem obligatorischen Poolbesuch am Morgen und einem deftigem Frühstück gingen wir zu einem Fahrradladen auf der Diani Road und liehen uns Fahrräder. Diese waren von der Qualität in etwa so, wie man es von geliehen Rädern erwartet. So mussten wir eines der Räder komplett umtauschen und regelmäßig Zwangspausen einlegen, um rausgefallene Ketten wieder zu richten. Trotzdem war es schön, in gewisser Weise unabhängig zu sein und die Gegend erkunden zu können. Auf der Diani Road gab es viele Hotel Anlagen, aber auch den ein oder anderen Affenpark und einige Läden. Und dann gab eines der Fahrräder plötzlich komplett den Geist auf. Also riefen wir im Fahrradladen an und bekamen versichert, dass uns ein neues Fahrrad gebracht wird. Was wir erst später herausfanden, war, dass das Fahrrad zu uns „gefahren“ kommt, sodass das ganze eine Weile dauerte – Kenyan Lifestyle! Das war jedoch kein Problem, da wir in der Zwischenzeit zwei freundliche Locals getroffen hatten und uns in einer Bar ein Soda bestellt hatten (so nennt man sämtliche Softdrinks hier). Wir kamen mit den beiden Kenianern ins Gespräch. Sie erzählten uns von ihrem Leben mit den Touristen, vom Fischen und von ihren Familien. Sie waren auch sehr interessiert an Deutschland und dessen Regierung, was am Ende dazu führte, dass wir versuchten, ihnen unser Rentensystem zu erklären. Und dann kam unser neues Fahrrad angeradelt. So machten wir noch schnell ein Foto und fuhren dann weiter bis zu einem Strand, den uns die Locals empfohlen hatten.

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Und dieser war wirklich wunderschön! Es gab weniger Seetang als am anderen Strand und praktische kleine Bäume, die uns als Fahrradständer dienten. Dort verbrachten wir den Nachmittag, gingen schwimmen, spazieren, sonnten uns und genossen das Leben! Am frühen Abend bekamen wir Hunger und fuhren ein Stückchen zurück Richtung Cottage, wo wir einen netten Strandabschnitt mit einem kleinen Lokal fanden. Wir bestellten uns Fisch und sahen während der 1,5-stündigen Wartezeit die Sonne langsam untergehen und Kamele am Strand vorbeiziehen. Auch ein paar sehr verspielte Hunde und die Locals, die wir am Nachmittag schon getroffen hatten, vertrieben uns die Wartezeit. Der Fisch war echt lecker und natürlich frisch aus dem Meer! Da es nun schon zu dämmern begann (und die Fahrräder natürlich kein Licht besaßen), machten wir uns schnell auf den Rückweg und ließen den Abend im Cottage gemütlich ausklingen.

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Am dritten Tag ließen wir es dann mit Frisörbesuch, Pool und Massage eher etwas ruhiger angehen und nannten ihn unseren „Beauty Day“. Anschließend ging’s nochmal zum Strand, wo wir erneut auf sehr nette Locals trafen, die uns auch Krabben organisierten. Diese aßen wir dann später zum Abendessen. Ich habe noch nie so leckere Krabben gegessen und in Kombi mit der Knoblauchsoße waren sie echt ein Genuss. Den Abend verbrachten wir draußen am Pool, was echt witzig war. Ein gelungener Abschluss! Und am nächsten Tag war dann schon wieder „Koffer packen“ angesagt. Nach einem letzten Frühstück und dem obligatorischen Eintrag ins Visitor’s Book (die gibt es hier wirklich überall!), ging es für uns dann auch schon wieder mit Taxi und Matatu Richtung Fähre. Unglaublich, wie schnell die Zeit vorbeigegangen ist.

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Zurück in Meru wurde ich von den Schülerinnen sehr herzlich empfangen. Viele fragten mich, wo ich gewesen bin oder sagten mir, sie hätten mich vermisst. Und trotz des wundervollen Wochenendes war ich doch froh, wieder zuhause in Meru zu sein.

Liebe Grüße, eure Lara 🙂

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