Eine Reise durch Bulgarien

Das letzte Mal habe ich geschrieben, dass man nicht unbedingt viele Stunden mit dem Flugzeug fliegen muss, um unbekannte Länder, Städte, Naturphänomene und Kulturen kennen lernen zu können. Und genau deshalb habe ich die letzten sehn Tage in Bulgarien verbracht.

Bulgarien? – Wo liegt das überhaupt? Was gibt es denn schon da zu sehen? Und wie kommt man ausgerechnet darauf, dahin zu reisen und nicht in bekanntere Regionen auf dem Balkan, wie z.B. Kroatien?

Wie komme ich auf Bulgarien?

Da gibt es verschiedene Gründe, also erstens hat in Sofia, der Hauptstadt Bulgariens, eine Freundin ihr kulturweit-Jahr gemacht und wir dachten uns, dass wir am Ende des Jahres zusammen ein wenig reisen und Neues entdecken wollen. Also kam dann entweder Griechenland oder Bulgarien in Frage und da habe ich spontan gesagt, dass ich mir gerne Bulgarien anschauen würde, weil ich ohne mein FSJ in Athen wahrscheinlich nie nach Bulgarien kommen würde und Bulgarien viel unbekannter als Griechenland ist. Aber auch ein Hintergedanke war, dass Bulgarien viel günstiger ist als Griechenland, weil sie die Währung lev bzw. leva haben und das Verhältnis zu Euro fast 2:1 steht und dadurch fast alles nur halb so teuer ist.

Da ich bereits zum Zwischenseminar in Sofia war und wir uns dort schon viel angeschaut haben, haben wir uns für eine Rundreise durch Bulgarien entschieden.

Unser Startpunkt war Sofia, von dort ging es ca. 2,5 h mit dem Zug nach Plovdiv. Plovdiv wird die Kulturhauptstadt Europas 2019, mit vielen frisch renovierten Gebäuden und einem sehr netten autofreien Künstlerviertel mit vielen Cafés und kleinen Lädchen. Außerdem bietet die Stadt noch eine Altstadt mit z.B. einem alten Theater, in dem immer noch viele Kulturaufführungen stattfinden, und einige Ausgrabungen aus römischer Zeit. Weil die Stadt auf mehreren Hügeln gebaut wurde, hat man von ihnen einen schönen Blick auf die Stadt, die sehr viele Grünflächen hat.

Das zweite Ziel unserer Tour war Veliko Tarnovo, die ehemalige Hauptstadt Bulgariens, wohin wir ca. 3 h mit dem Bus brauchten. Die kleine Stadt liegt mitten in der Natur und ist direkt am Fluss, der sich sehr tief in den Boden gegraben hat, gebaut und hat deshalb eine Terrassenstruktur mit einem großem Denkmal in der Mitte. Am Rand der Stadt steht noch ein altes Burggelände, auf dessen Hügel nun eine „Kirche“ steht, was eigentlich keine wirkliche Kirche ist, weil es keinerlei kirchliche Ausstattung gibt und die Wandmalereien sehr brutale Szenen zeigen.

Weiter ging es nach Varna, der größten bulgarischen Stadt an der Küste des Schwarzen Meeres. Dorthin sind wir wieder ca. 3 h mit dem Bus hingefahren und dort hieß es für uns ein paar Tage entspannen und erholen. Aber zuerst nachdem wir, wie in jeder Stadt, eine Free-Walking-Tour gemacht haben. Dadurch haben wir einen guten Einblick von der Stadt bekommen und das Wichtigste gesehen. An einem Tag sind wir noch mit dem Bus raus aus der Stadt zu der Residenz von den bulgarischen Monarchen gefahren und haben dort eine Führung über das große Gartengelände und durch das Gebäude selbst gemacht.

Dann ging es mit dem Zug zurück nach Sofia. So hieß es für uns, einmal quer durch das Land in 8 Stunden, bei großer Hitze und keiner Möglichkeit den Fahrtwind zu spüren.

Obwohl wir in Plovdiv und Veliko Tarnovo nur ca. einen Tag vor Ort waren, war es sehr interessant, wie unterschiedlich und doch ähnlich die Städte sind. Beispiele sind: die verschiedenen und teilweise gleichen Architekturstile der die Denkmale aus den verschiedenen historischen Epochen und die natürliche Umgebung. Auch auf den Zug- und Busfahrten hat man viel vom Land gesehen, was sehr grün ist, viel Landwirtschaft betreibt, viele Sonnenblumenfelder und große Wälder und Flüsse hat.

Insgesamt war es eine sehr interessante Reise in ein Land, in das ich sonst wahrscheinlich nie gekommen wäre.

1 Comment

  1. Gisela Giersberg

    Liebe Carolin, da hast Du ja eine schöne Rundreise durch Bulgarien gemacht! War sicherlich  ein bisschen anstrengend,! Nun sind die letzten Tage in Deinem FSJ angebrochen und ich freue mich auf Deine Rückkehr 👵 Gisela 

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