Griechisch – einfach oder schwierig?

Natürlich kann ich diese Frage keinesfalls für andere beantworten, sondern einzig und allein für mich und ein paar Vorteile und Nachteile dieser Sprache aufzeigen.

Als erstes schien die Sprache für mich komplett fremd. Das erste Hindernis waren die anderen Schriftzeichen. Auch, wenn in Athen fast alles mit griechischen und lateinischen Schriftzeichen steht, schien es doch erst schwierig diese neuen Buchstaben zu lernen und vor allem richtig auszusprechen. Ein paar Buchstaben kannte ich jedoch schon aus Mathe, wie z.B. α, β, γ, δ, ε, φ, Σ, und auch schon mit ihren Namen. Im Griechischen wird der einzelne Buchstabe nicht so benannt, wie er ausgesprochen wird, also wie bei uns, z.B. A heißt „ah“, B heißt „be“ usw., sondern jeder Buchstabe hat einen Namen. So heißt α „alfa“, β „vita“ usw. Es gibt nur 24 Buchstaben im griechischen Alphabet, allerdings gibt es alleine drei Buchstaben, die wie ein „i“ ausgesprochen werden und noch zwei weitere Buchstabenkombinationen, die ebenfalls ein „i“ sind. Das bedeutet, dass die Schrift dadurch leichter zu lesen ist, allerdings beim Schreiben fällt es einem umso schwerer, wenn man entscheiden muss, welches „i“ jetzt benutzt werden muss, weil es keine wirkliche Regeln gibt (Ausnahme: die Endungen eines Wortes). Wenn man sich also näher mit den griechischen Buchstaben beschäftigt hat, ging es doch ziemlich schnell, die Buchstaben lesen zu können und schnell konnte ich auch die Metrostationen auf dem Plan in griechischen Buchstaben lesen und auch etwas damit anfangen.

Es gibt geteilte Meinungen, ob Griechisch einfach oder schwierig sei. Denn es gibt einige Wörter, die im Griechischen richtig „komisch“ geschrieben aussehen, aber wenn man sie dann einmal laut vorliest, ist es auf einmal ein deutsches Wort, bzw. man kennt sofort die Bedeutung des Wortes. Auch die Satzstruktur ist eigentlich genau wie im Deutschen und deshalb einfach zu bilden. Es gibt im Griechischen keinen Dativ und auch nicht so viele Präpositionen, wie im Deutschen, was die Sprache anfangs einfacher macht.

Allerdings gibt es sowohl für die Zukunft/ Konjunktiv als auch für die Vergangenheit (Aoristos) neue Wortstämme für die Verben, wobei viele auch nicht regelmäßig gebildet werden und man so alle auswendig lernen muss. Bei einigen wenigen ändert sich in der Zukunft nicht der Stamm, was sehr gut ist, weil man die auch häufig benutzen muss, wie z.B. „πάω” – “gehen“, „είμαι” – “sein“ und „κάνω” – “machen“. Was auch schwierig ist, ist das Verstehen, wenn die Griechen sprechen, weil sie sehr schnell sprechen und man die einzelnen Wörter nicht unbedingt heraushört. Ich persönlich kann auch gar nicht die Betonung in einem Wort setzen. Denn jedes Wort hat eine Betonung auf einem Vokal, nur ich kann durch das Hören nie sagen, auf welchem Vokal die Betonung ist und rate immer.

Von meinem Mitfreiwilligen kann ich sagen, dass Altgriechisch bei einigen Vokabeln hilft, allerdings das Neugriechisch oft anders ausgesprochen wird.

Ich muss sagen, dass ich mittlerweile ganz gut mit der Sprache zurecht komme, auch wenn ich im Alltag nicht oft Griechisch benutzte und in der Schule auch nicht immer etwas verstehe. Aber, wenn ich weiß worum es in einem Gespräch geht, kann ich schon oft etwas verstehen, auch wenn mir oft die Vokabeln fehlen, um mehr verstehen zu können.

1 Comment

  1. Gisela Giersberg

    Liebe Carolin, dass es nicht einfach für Dich ist,, die griechische Sprache zu erlernen, kann ich mir gut vorstellen, aber Du hast ja schon einiges gelernt. Besser wäre eine einheitliche Weltsprache! Viel Spass beim lernen! Oma 👵 Gisela

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.