Leeres Athen und ausgestorbene Umgebung

„Leeres Athen“ ist vielleicht ein wenig übertrieben, weil alle Athener arbeiten und nicht im Urlaub sind, aber es sind zur Zeit (fast) keine Touristen in der Stadt unterwegs.

Im Herbst erkannte man sie noch an den kurzen Sommerkleidern, während die Athener und alle, die in Athen arbeiteten, lange Kleidung trugen, und bei 20°C froren, wohingegen die Touristen die Wärme und Sonne genossen. Während in den Sommermonaten alle Museen voll sind, sind jetzt am Mittwochvormittag ganze fünf Leute und zwei griechische Schulkassen gleichzeitig mit mir im Benaki Museum, einem sehr bekannten und großen Privatmuseum. Auch bei der Wachablösung vor dem Parlament, wo sonst immer eine ganze Traube an Menschen steht, standen am Mittwoch gerade einmal drei Zuschauer. Und auf der Akropolis sah man am ersten Sonntag des Monats bei freiem Eintritt kaum asiatische Reisegruppen (entschuldigt dieses Klischee, aber sonst wimmelt es nur so von asiatischen Reisegruppen auf der Akropolis und an den anderen Sehenswürdigkeiten), sondern hauptsächlich Griechen, die den freien Eintritt ausnutzten (wie auch wir). Die Stadtrundfahrtenbusse fahren meist leer durch die Straßen von Athen und auch in der Umgebung ist es wie ausgestorben.

Am letzten Sonntag haben wir einen Ausflug nach Marathon gemacht, dem Ursprung des heutigen Marathonlaufes und auch dem Startpunkt des alljährigen Athener Marathons. Marathon ist eine sehr kleine Stadt und hat nicht so viel zu bieten, aber als wir einmal durch ganz Marathon durchgelaufen sind, waren wir die einzigen und wir haben fast keine Menschenseele gesehen. Als wir dann ins Marathon Run Museum gegangen sind, waren wir die einzigen im ganzen Museum und wir wurden gleich gefragt, ob wir denn Touristen seien oder wie wir nach Marathon (zu der Jahreszeit) kommen würden. Man muss dazusagen, dass an dem Tag kein besonders schönes Wetter war, der Himmel war grau, es gab einen Regenschauer, aber sonst blieb es trocken. Also für griechische Verhältnisse sehr schlecht, auch wenn es hier auch nasser geworden ist, sodass auch Gras wachsen kann, wo sonst nur ein staubiger, ausgetrockneter Boden zu sehen war. Dadurch ist mir Athen nach der der Rückkehr aus Deutschland total grün erschienen, sodass mancher Grieche auch schon seinen Rasenmäher herausgeholt im Januar den Rasen gemäht hat.

Aber insgesamt ist das Wetter für den Winter echt gut, und wenn man aus dem Fenster schaut, scheint es an vielen Tagen eher wie ein Frühlings- anstatt eines Wintertages.

Deshalb schicke ich euch zuletzt schöne sonnige Grüße bei 15°C aus Athen.

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