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Der schönste Ort der Welt

Von der größten Salzwüste der Welt und vielen anderen atemberaubenden Landschaften in Südamerika: Vorgestern kam ich von der eindrucksvollsten Reise, die ich in meinem Leben gemacht habe, zurück!

Das lange Wochenende ab dem 29. Oktober 2016 haben viele Chilenen für einen Urlaub genutzt und ich natürlich auch. Mit Vicky, der Freundin vom Sprachkurs, ging es zuerst für vier Tage nach Bolivien. Genauer gesagt zur „Reserva Nacional De Fauna Andina Eduardo Avina“. Mit drei Jeeps fuhren wir durch diesen riesigen und schönen Nationalpark. Vicky und ich hatten sehr viel Glück mit unserem Jeep-Fahrer, da er uns viel erklärte und noch jung und aktiv war. Ein Kumpel von uns hatte eher weniger Glück: Gleich am ersten Tag wurde seine Gitarre, die er mitgenommen hatte, aus Versehen mit einem Jeep überfahren. Den Rest der Gitarre seht ihr unten in der Bildergalerie. Dieser wurde am selben Abend noch würdevoll verbrannt… Aber was ist eigentlich das Besondere an diesem Nationalpark? Ganz einfach: Die unglaubliche Fauna und Flora.

Am Anfang des ersten Tages sahen wir die „Laguna Blanca“ und die „Laguna Verde“. Ich war schon bei der ersten Lagune überwältigt von der Natur. Wir fuhren dann aber weiter zu der „Desierto de Dalí“, einer Wüste. Hier waren die Jeeps komplett vom Wüstenstaub überdeckt. Ein Kumpel hat „Theresa“ groß auf die Heckscheibe meines Jeeps in den Staub geschrieben-nur dadurch wusste ich, in welchen ich wieder einsteigen musste. Von außen sahen dann nämlich alle drei komplett gleich aus. Nach der Wüste haben wir sogar noch die „Aguas Termales“, also Wasserquellen, die durch das Grundgestein hindurchdringen und um die 40 Grad heiß sind, Geysire und die „Laguna Colorada“ gesehen. Es war alles wunderschön, vor allem die weitläufige Lagune. Sie war gefüllt mit vielen  freilebenden Flamingos und bot ein Farbspektrum, das ich vorher noch nie in diesem Ausmaß in der Natur gesehen habe. Ich war mir sicher, dass dies das Schönste auf dieser Reise war, aber es sollte noch besser werden.

Am zweiten Tag fuhren wir durch komplett andere Landschaften mit grüner und abwechslungsreicher Vegetation. Wir sahen andere Pflanzen, Tiere und hin und wieder mal ein Bächlein. Ein Stopp war außerdem ein großer Platz namens „Italia Perdida“, der nur aus riesigen Steinen bzw. Felsen bestand. Unser Mittagessen war wiederum direkt neben Lamas auf einer großen, saftig-grünen Wiese. Danach sind wir ein wenig auf die hohen Felsen geklettert und genossen einen atemberaubenden Ausblick über eine Lagune und die anliegende Landschaft. So eine große Diversität innerhalb eines Nationalparks habe ich noch nie gesehen. Nach einigen anderen Attraktionen, kamen wir abends in einem Salzhostel an, was schön warm war, da es endlich Strom und warmes Wasser gab. Das war ein echter Luxus während der Reise.

Am dritten Tag sind wir schon um 3:45 Uhr aufgestanden. Kurz bevor wir in den Jeep gestiegen sind, habe ich den klarsten Sternenhimmel in meinem ganzen Leben gesehen. Wie angewurzelt blieb ich stehen, da es mitten in der Wüste wirklich unglaublich aussah. Unser Ziel war aber der Sonnenaufgang im „Salar de Uyuni“, der größten Salzwüste der Welt. Es war mein absoluter Favorit von allem, was ich bisher gesehen habe. Unser Fahrer hat uns viel rund um die Salzwüste und den Park erzählt. An diesem Tag wurde er vor allem als Photograph gebraucht, was er wirklich gut gemacht hat, wie ihr unten in der Galerie sehen könnt. Nach dem „Fotoshooting“ ging es weiter zu einer riesigen Kakteeninsel mitten in der Salzwüste. Die Kakteen blühten gerade alle, Lamas liefen wieder herum und man konnte von der Spitze der Insel, die weiter entfernt liegenden Vulkane, gut sehen. Wirklich real erschien mir das alles in diesen Tagen nicht. Jedes Mal, wenn ich Freunden oder Verwandten vom „Salar de Uyuni“ erzähle, bekomme ich Gänsehaut. Es war einfach der schönste Ort der Welt!

Nach der Rückfahrt am vierten Tag von Uyuni in Bolivien bis San Pedro in Chile, ging der Urlaub in der Atacama-Wüste weiter. Die Chilenen, die ich im Hostel getroffen habe, wollten mir einfach nicht glauben, dass es in Bolivien so unglaublich war. Sie müssen wohl selbst einmal hinreisen und sich davon überzeugen lassen. Denn die Landschaft in Chile war die nächsten Tage natürlich auch sehr schön, aber den Nationalpark in Bolivien kann, so glaube ich, nichts toppen. In der Atacama haben wir nämlich viel gesehen, zum Beispiel  das Mondtal („Valle de la luna“). Außerdem  sind wir mit Pferden in den Norden vom Wüstenort San Pedro geritten, was ein ganz schönes Abenteuer für mich war. Mein absoluter Favorit in der Atacama war aber die „Laguna de Cejar“. Es ist im Prinzip vergleichbar mit dem Tote Meer: Man konnte ein Buch in die Hand nehmen und sich treiben lassen. Man musste nicht schwimmen, sondern lag einfach wegen des hohen Salzgehalts waagerecht im Wasser. Am Ende waren der gesamte Körper und das Gesicht mit Salzrändern übersäht. Deshalb haben sich alle erst einmal mit klarem Wasser geduscht, bevor es zur nächsten Lagune ging. Dieser Tag war übrigens der letzte unseres Urlaubs.

Es fehlte uns aber noch eine wichtige Sache: Die Astronomie-Tour. Sie wurde die letzten Abende immer abgesagt, da es zu bewölkt war, aber wir wollte es unbedingt einmal mitmachen. Noch während wir im Minibus viel zu spät von der Lagunen-Tour zurückkamen, schrieb mir eine Freundin, dass die Astronomie-Tour an diesem Abend doch bestätigt wurde. Sie ist auch eine kulturweit-Freiwillige und war zufälligerweise zur selben Zeit in San Pedro de Atacama. Netterweise hat uns der Busfahrer an der Hauptstraße rausgelassen und wir sind zum Büro der Organisation gesprintet. Die kulturweit-Freiwillige hat die Angestellten überredet, auf uns zu warten und dadurch konnten wir noch schnell die Tour bezahlen und saßen keine zwei Minuten später im Bus. Wir hatten wirklich viel Glück! Denn  auch dieses Erlebnis war einmalig: Durch große Teleskope konnten wir Sternegalaxien, den Mond und vieles mehr sehen. Einem lustigen Franzosen gehört die ganze Anlage. Später fragte er uns, ob wir nicht ein  Foto vom Mond haben wollten. Er hätte gar nicht fragen müssen-wer will solch ein Bild denn bitte nicht?! Nachdem er ein bisschen an meinen Kameraeinstellungen herumprobiert hat, konnte er durch das Teleskop mehrere Fotos machen. Nach dieser tollen Tour, gab es für uns drei noch einen Drink in San Pedro und damit ging leider auch der letzte Abend unseres Urlaubs vorbei.

 

Ich hoffe, dass die Bilder einen Eindruck von den unglaublichen Erlebnissen der insgesamt neun Tage geben können. Diese Reise werde ich nie vergessen. 🙂

 

 

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