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Ab in den Süden-jetzt wird’s kalt!

Über mein erstes Erdbeben und den kalten Süden Chiles: Die Theater- Chor- Fahrt mit dem LBI in sechs verschiedenen Städten stand nun an!

Ein unbemerktes Erdbeben

Letztes Wochenende war in Santiago einiges los: Zuerst ging ich mit Vicky in dem Costanera Center shoppen, einer der größten Malls Chiles. Trotzdem wurden wir nicht ganz fündig, also gingen wir in den Parque Araucano, der nur zehn Minuten zu Fuß von mir entfernt war. Die Sonne schien natürlich wieder stark und deshalb waren wir wirklich nicht alleine in diesem blühenden Park: Viele Jogger liefen ihre Strecke auf den schönen Wegen ab, Kinder tollten auf den Spielplätzen. Viele Menschen entspannten aber einfach auf den grünen Wiesen und aßen ein Eis. Sehr auffällig waren die riesigen Pfadfindergruppen, die die halbe Fläche des großen Parks für sich in Anspruch nahmen.

Eine eher herbstlicher Ausblick trotz Frühling

Eine eher herbstlicher Anblick trotz Frühling

Frühling im Parque Araucano

Frühling im Parque Araucano

Rose im Parque Araucano

Rose im Parque Araucano

Skaterpark

Skaterpark

Eine der vielen Pfadfindergruppen

Eine der vielen Pfadfindergruppen

Diesen Job könnte ich nicht machen.

Diesen Job könnte ich nicht machen.

In der Nacht zum Sonntag gab es ein kleines Erdbeben in meiner Region (mit einer Stärke von 3,4- wenn ich mich nicht irre). Ich bekam -im Gegensatz zu meiner Mitbewohnerin- nichts mit. Sie meinte, dass die Chilenen auch weiterschlafen, also nahm ich das erstmal als ein gutes Zeichen wahr. Mal sehen, wann es ein stärkeres Erdbeben gibt, bei dem ich nicht schlafe…

Gira de teatro-coro

Am Montag musste ich schon um 5:30 Uhr im Dunkeln zum Lehrerbildungsinstitut laufen, da nun die Theater-Chor- Fahrt anfing! Sechs verschiedene Städte in fünf Tagen. Im Nachhinein kann ich nur sagen: Danke, dass ich mitkommen durfte!

Uni Talca in Linares

Uni Talca in Linares

Am ersten Tag ging es nach Linares, da dort ein Sitz der Universität Talca ist. Das LBI gehört seit Kurzem zu der Universidad de Talca und von daher gab es ein großes Programm. Die verschiedenen Fakultäten der Uni boten verschiedene Programmpunkte an- z.B. die Pedagogía de Música einen großartigen Chor mit einem sehr passioniertem Dirigenten. Die Solisten waren so professionell und präsent, dass ich Gänsehaut bekommen habe. Dass der Chor „nur“ aus Studenten bestand, konnte ich mir kaum vorstellen-sie hätten locker Eintritt dafür nehmen können. Der erste Auftritt der Studenten meines Instituts stand nun an… Aber worum geht es in dem Stück?

Solo un día

Das Stück „Nur ein Tag“ von Martin Baltscheit handelt davon, dass ein Wildschwein und ein Fuchs sehen, wie eine Eintagsfliege schlüpft. Wie sollen sie ihr nur beibringen, dass sie nur einen einzigen Tag zu leben hat? Sie behaupten dann, dass der Fuchs an diesem Tag sterben wird. Die Eintagsfliege will daraufhin sofort alle wichtigen Ereignisse, die andere Lebewesen normalerweise in einem Leben erfahren, an einem Tag vollbringen. Insgesamt ist es einfach ein sehr positives Stück mit einer wirklich schönen „message“ bzw. Moral für die Schüler oder Studenten.

Nachdem also auch das LBI seinen Beitrag mit dem einstündigen Theaterstück lieferte, stand nun eine sechsstündige Busfahrt nach Villaricca an. Von 25 Grad und Sonnenschein in den Regen: Das ist Chile!

In Villaricca und der nächsten Station, Temuco, habe ich mit der Praktikantin vom LBI in denselben Gastfamilien geschlafen und wir hatten ziemlich Glück. Wir verstanden uns super und haben alles bekommen, was wir brauchten. Der Alltag war folgender: Morgens mit den Kindern der Familie zur Schule fahren, Theaterstück aufführen, mit dem Team weiterfahren, nächste Aufführung. Komplett erschöpft schliefen alle im Bus ein. Obwohl ich nur Fotos die ganze Zeit für den Artikel gemacht habe, den ich später für eine deutsch-chilenische Zeitung schreiben kann, und immer überall geholfen habe, war auch ich echt fertig zwischendurch.

Schulhof in Temuco

Schulhof in Temuco

In der dritten Nacht, in Los Ángeles, schlief ich bei einer besonderen Gastfamilie, die einen sehr seltenen und interessanten Hintergrund hatte und ich davor nicht auf die Idee kam, dass ich solche Menschen in meinem Leben noch einmal treffen würde… Nachdem es bei ihnen am Donnerstag endlich ein sehr leckeres „deutsches“ Frühstück mit Schwarzbrot, Eiern und am Schluss noch Butterkeksen gab, fuhren wir zum nächsten Ort: Concepción.

Auf der Fahrt dahin hielten wir am Wasserfall „Salto de Laja“ an. Die Vegetation ist im kleinen Süden Chiles Deutschland sehr ähnlich, aber mit dem Wasserfall hatte ich nicht gerechnet. Es war eine super schöne Pause mit den anderen deutschen Auslandsstudenten.

Der Wasserfall

Der Wasserfall

Salto de Laja

Salto de Laja

Salto de Laja

Salto de Laja

Einen weiteren schönen Ausblick bot das Colegio Alemán de Concepción selbst: Es war die modernste Schule, die ich je in meinem ganzen Leben gesehen habe. Es war ein riesiges Gebäude mit einer großen Mensa mit echt gutem Essen und die Klassenräume waren ein Traum für jeden Lehrer. Die Sporthalle und die Bibliothek waren sehr schön und es gab sogar einen Schreibwarenladen in der Schule mit allem, was der Schüler eben auch mal vergessen haben könnte. Bevor wir gegen 19 Uhr von unseren Gastfamilien für die Nach abgeholt wurden, haben wir eine Pause am Meer überbrückt. Es war eine tolle Landschaft, wie man auf den Fotos weiter unten erkennen kann. Diesmal war ich alleine in meiner Gastfamilie, aber glücklicherweise gab es kaum Sprachbarrieren: Mein Spanisch wurde von Gastfamilie zu Gastfamilie besser und die Erfolge sind natürlich motivierend. Ich hatte es vorher nicht ganz für möglich gehalten, dass ich z.B. mit meiner Gastschwester über die junge und sehr schwierige Geschichte Chiles auf Spanisch reden konnte!

Die riesige Schule

Die riesige Schule

Die Terrasse der Mensa

Die Terrasse der Mensa

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Typisch für deutsche Auslandsschulen: Deutsche Fähnchen/Flaggen ohne Ende…

Der Strand

Der Strand

Strand 2.0

Strand 2.0

Flussmündung in den Pazifik

Flussmündung in den Pazifik

Felsen

Felsen

 

 

Letzte Station: Chillán

Deutsche Schule Chillán

Deutsche Schule Chillán

Am Freitag stand nun die letzte von den sechs Aufführungen an: In der Schule in Chillán. Hierauf habe ich mich besonders gefreut, da an dieser Schule auch eine kulturweit-Freiwillige arbeitet. Es war echt toll, sich nach den drei Wochen schon wiederzusehen und über das Wichtigste auszutauschen. Das Publikum war an sich auch das allerbeste in Chillán: Die Schüler verstanden die Witze und waren zugleich sehr konzentriert. Das lag vielleicht auch daran, dass die Protagonisten nun sehr gut eingespielt waren und das Stück einfach authentischer war!

Leider war ich viel zu kurz dort, ich hätte gerne viel mehr Zeit mit Vroni gehabt. Aber wie sagt man immer? Man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist… Die darauffolgende fünfstündige Busfahrt fing in der dichten, grünen Vegetation der Bío-Bío Region Chiles an und endete in der trockenen Landschaft in Santiago. Gegen 23:30 Uhr  fiel ich dann in mein Bett in meiner Wohnung und konnte die ganzen Eindrücke am Wochenende zumindest schon ein wenig  verarbeiten.

Was ich am langen Wochenende und die folgenden Tage in Santiago unternommen habe, erfahrt ihr im nächsten Blog! 🙂

2 thoughts on “Ab in den Süden-jetzt wird’s kalt!

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