Uns geht es klasse, das Wetter ist super!

Dieser Beitrag handelt von einem adstringierenden Wochenende (das kein Wochenende war, sich aber wie eines anfühlte), vom Wetter (weil sich Deutsche im Ausland gerne beschweren) und vom Neuanfangen nach den Weihnachtsferien.

Um die komplette Wetterthematik schnell und effizient abzuhaken: ich habe das erste mal wirklich winterliche Temperaturen erlebt. Hier ein Bild aus dem Park hinter meinem Haus und zwei wundervolle Zitate meiner Freunde aus den letzten Wochen.

-draußen sind es -15°C, es stürmt, wir essen bei einer Freundin zu Abend, diese wird angerufen-
Anrufer: „Hallo, wie ist denn das Wetter bei euch?“, Amina (enthusiastisch): „Super!!“
-Verwirrung im Raum-
Amina: „Achso, ich dachte du fragst wie es mir geht…“

Aaron: „I can’t feel my hands when I’m in Estonia, but I love it, but I love it…“
(Zu der Melodie von „Can’t feel my face“ – The Weeknd)

maximal mögliches Zeigen des Gesichts ohne die Gefahr Nase und/oder Ohren zu verlieren

Natürlich übertreibe ich, momentan sind es wieder +5°C und alle freuen sich und sagen Dinge wie: „Wow, heute ist es voll warm, ich habe nicht mal lange Unterhosen an und kann meine Schienbeine trotzdem noch spüren!“ (sofern man eine gemeinsame Sprache hat, in der derart präzise Beschreibungen möglich sind).

Das kalte Wetter hat aber natürlich auch schöne Seiten, zum Beispiel die Eisbahn in der Nähe vom Vabaduse Väljak, auf der man mit einem tollen Blick auf die Altstadt seine Runden drehen/hinfallen kann.

Bevor ich in den Weihnachtsferien Urlaub in Deutschland machte, habe ich zusammen mit einer Kollegin einen Ausflug der 6ten Klasse zum Hafen begleitet – was auch für mich eine tolle Gelegenheit war das maritime Museum zu besuchen und die alten Schiffe anzusehen.

Ein Schnappschuss von einem Boot im alten Wasserflughafen

In der Weihnachtszeit sind Pfefferkuchen die wohl beliebteste Süßigkeit. Auch in der Schule haben wir sie mit einigen Klassen gebacken! Der hier abgelichtete ist allerdings ein Geschenk einer Schülerin gewesen und wurde Sekunden nach dem Foto enthauptet 😉

Als ich nach einem sehr schönen Weihnachten zuhause in Deutschland an meinem zuhause in Tallinn ankam, wartete vor der Tür schon ein hungriger und verfrorener Gast aus Belarus auf mich 😀 (Anmerkung: das Wort zuhause ist irgendwie problematisch geworden und führt immer zu Unklarheiten, weil ich selbst durcheinander komme, wann ich mit „zuhause“ Deutschland und wann meine Wohnung in Estland meine). Zusammen sind wir immer zu lange wach geblieben, haben uns mit Önologie und den wirklich wichtigen Fragen des Lebens befasst, Black Mirror geschaut und die Probleme der „generation y“ erörtert. Danke Aaron! Es war mir ein Fest!

Am vergangenen Wochenende verbrachte ich einen Abend bei einem Freund in der kleinen Stadt Paide (8000 Einwohner) in der Mitte Estlands. Hier habe ich neue Ideen gesammelt, was es in den kommenden Monaten zu tun und zu ändern gilt, ich bin sogar so motiviert, dass ich mir einen Wecker und einen Kalender zur besseren Zeitplanung und -nutzung angeschafft habe!

In meiner zweiten Arbeitswoche hier muss ich mich erst einmal wieder etwas einfinden, ein großes Thema an der Schule ist aber momentan der Wettbewerb „KSG sucht den Superstar“, bei dem die Kinder deutsche Lieber vortragen werden und gerade mit der Songauswahl beginnen. Ich wurde für die Jury rekrutiert, habe große Angst jemanden zum weinen zu bringen und überlege vorher zur Einstimmung etwas DSDS zu sehen.

Langsam werden die Tage wieder länger und ich habe einen Chor gefunden, dessen Arbeitssprache Englisch ist (Juhu! Wer es nicht mitbekommen hat: meine Versuche einen estnischen Chor zu besuchen wurden durch die Sprachbarriere etwas beeinträchtigt. Einmal fand ich mich in einer Volkstanzgruppe wieder, weil die Probe verlegt worden war – das war in der Infomail aber irgendwie an mir vorbeigegangen).

Nach diesen Momentausschnitten meiner letzten Wochen wünsche ich allen eine gute Zeit = head aega! Bis zum nächsten Mal!

2 Gedanken zu „Uns geht es klasse, das Wetter ist super!

  1. Wie komme ich zu einem adstringierenden, d.h. wohl „sich zusammenziehenden“ (?!) Wochenende?! – Bitte um weitere Informationen! 🙂

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