Future Leaders Conference

Und noch ein Nachtrag aus den letzten Monate [den dazugehörigen Artikel findet ihr hier]. Es ist mir schwer gefallen, die besten und interessantesten Bilder auszuwählen – schließlich sind sie alle mit wertvollen Erinnerungen verknüpft. Ich hoffe, die Auswahl kann euch einen kleinen Einblick in die fantastische und anstrengende Woche geben, die ich Ende August in Jaffna verbracht habe. Viel Spaß mit den Bildern!

Eindrücke aus Haputale

Nun endlich auch die seit langem versprochenen Bilder aus Haputale im Hill Country. Tee so weit das Auge reicht…

Über den Wolken

Kurzmitteilung

Gänsehaut. Mir ist kühl, ja fast schon kalt. Dabei trage ich einen Pullover, Jeans und Socken. Einen Moment lang kann ich nicht recht glauben, dass ich immer noch in Sri Lanka bin. Nein, ich bin nicht durch irgendeinen komischen Zufall plötzlich wieder in Deutschland gelandet. Wie, was, wo? Ich bin im Hill Country. Genauer gesagt in Haputale, mehr als 1430m über dem Meeresspiegel. Die Landschaft ist wunderschön, die frische und klare Luft ein wahrer Genuss, die Temperaturen von um die 18 Grad eine lang ersehnte Abwechslung zur schwülen Hitze Colombos. Zusammen mit zwei Freundinnen habe ich mich am Samstag von einem Zug in eine andere Welt bringen lassen. Mal wieder. Denn Sri Lanka ist voll von ihnen – diesen verschiedenen Welten.

Vor zwei Wochen noch war ich in Vaddukoddai, einem kleinen Dorf in der Nähe von Jaffna. Umgeben von trockenen Feldern, Palmyrabäumen und ganz nah am Meer. Nun stehe ich hier – mitten in Teeplantagen, 450km von Vaddukoddai und 180km von Colombo entfernt. Auf 1430m statt auf Höhe des Meeresspiegels. Und einmal mehr nimmt mir dieses Land die Worte. Es ist wirklich einfach wunderschön, vielfältig, wohltuend. Und es hält immer wieder etwas neues bereit – man muss nur aus Colombo und Umgebung ausbrechen. Denn hier – weit Weg von der Hauptstadt – wartet das “wahre” Sri Lanka auf einen.

Freiwilligenarbeit einmal anders – eine Woche raus aus dem Alltag!

Voll gespannter Vorfreude bereite ich mich gerade auf die nächste Woche vor. Am Sonntagabend geht es los – ab nach Jaffna, ab zur Future Leaders Conference von Sri Lanka Unites! Was das ist? Eine fünftägige “Konferenz” mit insgesamt 500 Schülern aus allen Distrikten Sri Lankas und fast 100 Freiwilligen, die das Ganze möglich machen. Und eine davon bin dieses Jahr ich.

Es geht dabei um “Reconciliation” – etwas, das dieses wundervolle Land so bitter nötig hat. Das Konzept von Sri Lanka Unites ist fast schon simpel: wir bringen junge Menschen aus dem ganzen Land zusammen und geben ihnen die Möglichkeit, sich kennenzulernen, auszutauschen, zusammen Probleme zu lösen, Spiele zu spielen und von einer besseren – gemeinsamen! – Zukunft zu träumen. Und das ganze verbunden mit einer guten Portion Wettkampf. Denn jeder wird Teil eines Teams aus 25-30 Schülern, zusammengewürfelt aus allen Distrikten, mit allen möglichen ethnischen, religiösen und kulturellen Hintergründen. Manche sprechen nur Singhalesisch oder nur Tamilisch, andere können dazu noch Englisch oder die jeweils andere Nationalsprache und einige ganz wenige verstehen oder sprechen sogar alle drei Sprachen. Es wird also ein Abenteuer!

Und ich freue mich total darauf! Denn endlich kann ich mal wieder das anwenden, was ich studiert habe und etwas tun, was mir ganz besonders am Herzen liegt, mich antreibt und mir unheimlich viel Hoffnung für die Zukunft gibt. Positiver Frieden fängt in den Köpfen der Menschen an. Davon bin ich überzeugt. Kommunikation und die Pflege von guten zwischenmenschlichen Beziehungen sind so essentiell wichtig, wenn es darum geht, dauerhaften, positiven, gerechten Frieden zu schaffen. Das Verständnis für die Perspektive des anderen. Und all das macht diese Konferenz möglich – zumindest für diese 500 Schüler, 100 Freiwilligen, die Lehrer und Eltern, die dabei sein werden.

Es wäre natürlich naiv zu glauben, dass es ausreichen würde, einfach Menschen aus den verschiedenen Distrikten zusammenzubringen, damit sie mal für fünf Tage miteinander interagieren können. Nein, auch ich bin nicht so naiv. Aber selbst, wenn nur ein Fünftel der Gruppe – 100 Schüler – ihre positiven Erfahrungen aus dieser Woche in ihre eigenen Schulen tragen, Aktivitäten organisieren, die einen langfristigeren Austausch mit jungen Leuten aus anderen Distrikten fördern, ist das ein guter Anfang. Und mal ganz ehrlich – besser als tatenlos rumsitzen und zu warten, dass andere (Politiker?) endlich für einen positiven und stabilen Frieden sorgen – ja, das wäre wirklich naiv… Ich bin ja schon gezwungen, zuzugucken, wie die Unzufriedenheit mit der sozialen und rechtlichen Lage in diesem Land langsam aber stetig wächst. Das reicht mir als Frustrationsquelle wirklich vollkommen aus.

Falls ihr gerne mehr über Sri Lanka Unites (SLU) und die Future Leaders Conference (FLC) erfahren möchtet, klickt euch am besten mal durch die folgenden Links:

Sri Lanka Unites Homepage

Sri Lanka Unites Facebook Page

Sri Lanka Unites Media (Youtube)

FLC Blog

Tja, und nun ist es an der Zeit, mich für eine Weile zu verabschieden. Mein wunderschönes Jaffna, ich komme und freue mich schon sehr auf dich!

Ein Tag zum Vergessen

… den ich aber nur ungern wirklich vergessen möchte. Denn er erinnert mich stets dran, dass es noch schlimmer kommen kann, wenn ich grad mal nicht so gut drauf bin. Ein Nachtrag, geschrieben am vergangenen Donnerstag:

Sri Lanka, was machst du bloß mit mir?! Gestern war echt ein Höllentag. Irgendwie hatte sich an diesem Tag auf einmal alles gegen mich verschworen. Das fing an mit einem kurzen Stromausfall um halb 10, gerade als ich die Arbeit meiner ersten Arbeitsstunde abspeichern wollte. Also noch mal von vorne… Weiterlesen

Von Waschmaschinenglück und Irrglauben

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, bin ich vor kurzem mal wieder umgezogen – das letzte Mal, wohlgemerkt. Ich wohne jetzt in einem Annex/Haus mit zwei Zimmern in Pellawatte, ca. einen Kilometer von meiner Arbeit entfernt. Es ist alles sehr sri lankisch eingerichtet – was das bedeutet seht ihr am besten selber, wenn ich bald ein paar Fotos nachliefere.

Dazu gehörte bis vor zwei Tagen noch eine stylische halbautomatische Waschmaschine aus den Anfängen der 80er – also ein klein wenig älter als ich… Da sie leider nicht mehr voll funktionsfähig ist, hatte meine Vermieterin mir gleich in der ersten Woche versprochen, dass sie eine neue Waschmaschine besorgen würde. Schlau wie ich bin, habe ich dann gleich noch am richtigen Punkt angebracht, dass eine vollautomatische Waschmaschine ja wirklich sehr praktisch wäre… Weiterlesen

In Bildern: Trincomalee und Jaffna

Nun ist es endlich soweit – es gibt mal wieder Bilder! Ich hoffe, sie gefallen euch genauso gut, wie es mir in echt gefallen hat. Wer die Möglichkeit hat, sollte unbedingt einmal in den Nordosten Sri Lankas reisen – wunderschöne Landschaften, freundliche Menschen und eine ungehörig gute Portion Realität im Vergleich zu der “Colombo Bubble” oder dem Touri-Trail. Viel Spaß beim Anschauen!

Lebenszeichen

Ja, ich bin noch da. Sorry, dass ich mal wieder ein wenig still war in letzter Zeit. Eine Menge ist passiert und ich bin kaum dazu gekommen, meine Gedanken zu sortieren, geschweige denn, sie für euch “aufs Papier zu bringen”. Da ich gestern Abend erst von einer Woche Reisen mit meiner Schwester und meinem Schwager wiedergekommen bin und heute Morgen nebenbei noch schnell umgezogen bin, schwirrt mir auch heute einmal mehr der Kopf und die Emotionen fahren Achterbahn. Ein ganz normaler Tag also. Naja, nicht ganz.

Ein paar Erkenntnisse aus der letzten Zeit:

1) Sri Lanka ist mir inzwischen sehr, sehr ans Herz gewachsen – was das Leben und vor allem das Reisen hier manchmal einfacher, aber manchmal auch viel schwerer macht.

2) Es fällt mir nicht leicht, “mein” Sri Lanka, mit all seiner Strahlkraft aber auch all seinen Ecken und Kanten, Schattenseiten und Problemen mit anderen zu teilen, die nur wenig Zeit hier haben – seien es zwei Wochen oder auch zwei Monate – und deshalb gar nicht die Möglichkeit haben, sich wirklich mit diesem Land auseinander zu setzen.

3) Ich habe genau so viel Arbeit, wie ich sie mir mache. Was in den letzten Monaten eine stetig ansteigende Arbeitsbelastung bedeutet, die auch die nächsten Wochen noch zunehmen wird. Hoffentlich ist es das am Ende dann Wert.

4) Auch nach fünf Monaten und obwohl ich meine, meine Arbeitskollegen inzwischen ganz gut zu kennen, schaffen sie es doch ab und zu noch, mich zu überraschen und in mir einen Mini-Kulturschock auszulösen. Naja, das hält mich dann wohl auf dem Boden der Tatsachen. Es ist und bleibt halt eine sehr andere Kultur als die, in der ich aufgewachsen bin.

5) Ich bin immer noch – trotz Frust, Touri-Flash und Mini-Kulturschock – einfach nur froh, noch sechs Monate in diesem Land verbringen zu dürfen. Heute auf den Tag genau. Der Wahnsinn.

6) Ich habe das Umziehen ein für alle Mal satt und würde heute Abend viel, viel lieber auspacken anstatt nach Colombo zur Chorprobe zu fahren. Aber in anderthalb Wochen ist Konzert und somit wird das wohl nichts. Man kann ja bekanntlich nicht alles haben.

So, einmal mehr nur ein kurzes Update. Ich verspreche, das irgendwann durch ganz viele Fotos wieder gut zu machen, ja? Bis bald hoffentlich!

Vom Kommen und Gehen

Kurzmitteilung

Nun sind es schon fast fünf Monate, die ich hier bin und die Zeit ist vergangen wie im Flug. Ein Großteil der Freiwilligen, mit denen ich zusammen ausgereist bin, macht sich in zwei Wochen schon wieder auf den Weg Richtung Deutschland, Richtung Heimat. Bin ich neidisch darauf? Grade kein bisschen. Im Gegenteil sogar - ich bin heilfroh, dass ich gerade nicht packe, um nach Deutschland zurück zu fliegen, sondern um ein letztes Mal umzuziehen, in meine neue Wohnung, die ich tatsächlich für die nächsten sechs Monate mein Zuhause nennen darf.

Es gibt hier noch so unendlich viel zu entdecken, so viel zu tun, Dinge zu lernen, Menschen zu treffen… Ich bin noch nicht fertig mit diesem Land, werde es aber vielleicht auch nie sein. Denn was ist auch schon ein Jahr? Die letzten Monate haben mir einmal wieder gezeigt, wie relativ Zeit doch ist. Und wie gerne sie mir davonrennt…

Nichtsdestotrotz wünsche ich all denen, deren Freiwilligendienst nun bald zu Ende geht eine schöne letzte Zeit und eine gute Heimreise. Freut euch – ihr werdet den Werbellinsee im Sommer kennenlernen ;-) Und ich drück euch natürlich ganz fest die Daumen für die spannenden Dinge, die danach auf euch warten!

Eine Reise ans Ende der Welt

1. Kapitel. Von Trincomalee nach Jaffna

Die Fahrt von Trinco nach Jaffna lässt sich kaum in Worte fassen. Wunderschöne und vielfaltige Landschaften, die mich teils an Australien und in ein, zwei Gegenden sogar an Deutschland erinnern, dann wieder wüstenähnliche Verhältnisse, wie ich sie selbst noch nie erlebt habe. Zwischendrin immer wieder kleine und größere Siedlungen. Wir kommen an vielen neu gebauten kleinen Häusern vorbei – manche schon bewohnt und andere noch im Bau begriffen. Hier sollen die Menschen, die der Krieg so brutal vertrieben hatte zu einem normalen Leben zurückfinden. Doch wovon sollen sie leben, sich ernähren? Wo sollen sie Arbeit finden, hier, in der Mitte vom Nirgendwo? Fragen, die unbeantwortet bleiben. Weiterlesen