Küss mein Eichhörnchen!

Liebe Leserinnen und Leser,

Zuerst einmal möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ich seit mittlerweile zwei Wochen keinen Blogeintrag mehr veröffentlicht habe, es fehlte mir einfach an Zeit und an Internet. Um euch auf den neuesten Stand zu bringen sind hier die wichtigsten Ereignisse der vergangenen 14 Tage im Schnelldurchlauf:

Sonntag, 28.09.2014

Isabel, Moritz und ich haben an diesem Tag einen Ausflug zum Kloster in Geghard und zum Tempel in Garni gemacht. An diesen religiösen Stätten, die der sagenumwobene Gregor errichtet hat, lassen die Armenier ihre Opfertiere segnen oder waschen sich mit dem heiligen Wasser aus den Bergquellen. Es gibt auch einen Ort, an dem die Menschen Fetzen ihrer Unterwäsche abschneiden und an den Büschen aufhängen, was einen positiven Einfluss auf die eigene Fruchtbarkeit nehmen soll. Oder so ähnlich.

Abseits dieser Anziehungspunkte für Touristen liegt eine kleine Wanderroute, die wir auch ein Stück weit entlang gelaufen sind. Sie führt zu einer Schlucht, in der ein Fluss zwischen Abhängen aus Basaltsäulen fließt. Wir mussten selbst erst unsere Geologen-Freunde nach diesen Felsformationen fragen, bevor wir erfahren konnten, dass sie aus erkaltetem Magma entstanden sind. Auf jeden Fall waren wir sehr beeindruckt von dieser wunderschönen Landschaft!

Da Moritz am folgenden Tag Geburtstag hatte, sind wir Abends in die Wohnung von Elene und Leonie gegangen, um zu feiern. Tolle Geschenke hat er von uns auch bekommen: Ein Glas Schokoladenaufstrich und ein eng anliegendes Blumenhemd. Stilintegration erfolgreich abgeschlossen!

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Montag, 29.09.2014

Moritz hatte immer noch Geburtstag, also sind wir Fünf am Abend noch in ein Libanesisches Restaurant gegangen. Humus – Lecker!

Dienstag/Mittwoch, 30.09.2014/01.10.2014

Weil Moritz und mir die Wohnung von Elene und Leonie so gut gefallen hat, haben wir uns kurzerhand entschlossen, dort einzuziehen. Die beiden waren auf der Suche nach einer neuen Bleibe, die sie relativ schnell auch fanden. Sie suchten Nachmieter und haben schließlich uns gefragt. Der Umzug ging recht schnell von statten, wir setzten uns an einem Abend mit dem Vermieter zusammen, haben ein paar Angelegenheiten geklärt und verfrachteten unser Hab und Gut mit dem Taxi und der U-Bahn ans andere Ende der Stadt. Hier, in der neuen Wohnung, gefällt es uns gut. Auch wenn es einige Inkohärenzen zwischen Deutsch und Armenischen Wohnungen gibt (Eine Dreizimmerwohnung hier entspricht nach Deutschen Maßstäben einer Einzimmerwohnung), sind wir froh, nun in den eigenen vier Wänden zu leben.

Freitag, 03.10.2014

Es war Tag der Deutschen Einheit und der Deutsche Botschafter in Yerevan “gab sich die Ehre”, uns Kulturweitfreiwillige zu einem Empfang ins beste Hotel der Stadt einzuladen. Alles was Rang und Namen in Yerevan hat war an diesem Abend versammelt. Es wurden Reden gehalten – der Armenische Premierminister war auch anwesend, Hände geschüttelt und ausgiebig gegessen und getrunken. Außerdem lernten Moritz und ich Kerstin, eine deutsche Lehrerin an der Schule in Sardaparat, kennen. Sie ist seit mittlerweile sieben Jahren in Armenien tätig und betreut und unterstützt die Freiwilligen. An dieser Stelle: Danke Kerstin!

Später am Abend stieß auch noch Ludovic, unser Freund und Praktikant von der Französischen Botschaft, dazu. Er meinte zu den Türstehern, er sei ein wichtiger Diplomat und wurde hereingelassen. Auch er genoss das aus Schnitzeln, Weißwürsten und Brezeln bestehende Büffet. Unsere “Afterhour” verbrachten wir im “Van Gogh” einer alternativen Bar. Dass sie wirklich sehr alternativ war, bemerkten wir ein paar Abende später, als wir sahen, wie ein Gast sein Eichhörnchenbaby mitbrachte. Er fütterte es mit einer kleinen Pipette und forderte die anderen Gäste auf es zu küssen. Ich habe es sein lassen.

Sonntag, 05.10.2014

Wie an jedem Wochenende, wie meine Kollegen in der Schule bereits anmerkten, machten wir auch an diesem Sonntag einen Ausflug. Diesmal ging es nach Edjmiadzin, dem Zentrum der armenisch-orthodoxen Kirche und zur Ruinenstätte Zvartnots. Leider war die Kathedrale in Edjmiadzin eine einzige Baustelle, so konnte die, laut Reiseführer, schönste Kathedrale Armeniens nicht in vollen Zügen genossen werden. Der Reiseführer erwähnt außerdem mehrere Museen in Edjmiadzin, in denen Reliquien wie ein Stück der Arche Noah besichtigt werden können. Allerdings waren auch diese unauffindbar. Wir sind dann noch durch den Ort geschlendert und hatten Teil an einer Trauerfeier, bei der ein offener Sarg durch  die Gassen getragen wurde. Die Ruinenstätte Zvartnots liegt auf dem Rückweg von Edjmiadzin nach Yerevan. Am Einlass zückten wir unsere UNESCO-Ausweise und konnten gratis das Weltkulturerbe besichtigen. Dieser Ausweis ist echt Gold wert, bisher haben wir bestimmt über 10 Euro an Eintrittsgeldern gespart. Von Zvartnots nach Yerevan zurück sind wir per Anhalter gefahren. Ein Mann namens Khachik nahm uns in seinem selbstgebauten Kleinbus mit und erzählte uns von seiner in Europa lebenden Familie – Wirklich jeder Armenier hat verwandte im Ausland!

Zvartnots

2 responses to “Küss mein Eichhörnchen!

  1. Diese Hemden sind wirklich typisch armenisch. Jetzt braucht ihr nur noch spitze Schuhe, einen Gürtel mit goldener Schnalle und riesige Uhren. Und eine Sonnenbrille, fertig =)

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