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Blind Live

Einmal Blind Date für das ganze Jahr bitte!“

Wow Lateinamerika! Und wieso genau Peru?“ Diese Frage wurde mir vor meiner Abfahrt im September häufig gestellt und ehrlich gesagt, wusste ich keine richtige Antwort darauf. Es war mein großer Wunsch mal in Lateinamerika zu sein, aber ich hätte nicht erwartet, dass das schneller passiert als ich Peru sagen kann. Bei meiner Bewerbung um einen heiß begehrten kulturweit Freiwilligendienst, hatte ich zwar als Präferenz natürlich an erster Stelle Lateinamerika angegeben, doch als ich schlussendlich die Mail mit der Zusage und der zukünftigen Arbeitstelle in Lima sah, freute ich mich unglaublich, war aber auch gleichzeitig überrascht dass es tatsächlich funktioniert hatte.

Lima? Über die Stadt, sowie auch über Peru wusste ich nicht besonders viel. Nachdem ich im Internet und in Büchern forschte, erkannte ich relativ zügig, dass Peru mehr zu bieten hat, als den Machu Picchu und Lamas. Doch trotzdem fühlte sich die Vorstellung in einiger Zeit in diesem Land zu sein so surreal an, denn ich war noch nie für länger als 3 Wochen alleine in einem fremden Land gewesen. Manchmal ertappe ich mich hier in ruhigen Minuten dabei, wie ich mir die Frage stelle, was ich hier eigentlich mache? „Warum gibst du alles auf, was du kanntest, deine Familie, Freunde, Alltag und den Rest von deinem bisherigen Leben, nur um hier mit allem nochmal von vorne anzufangen?“ Doch gerade diese Ungewissenheit über meine Zukunft reizt mich so sehr und ich bin unglaublich neugierig auf die neue Kultur, Arbeit, Menschen und Natur. Also wagte ich den Sprung ins eiskalte Wasser.

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Yesterday is history,

tommorrow is a mystery,

today is a gift,

that`s why it`s called the present.

Jetzt da ich hier bin, fallen mir schon die Unterschiede zu meiner Heimat auf, aber ich scheine nicht vor meinem ersten Kulturschock zu stehen oder fühle mich komplett fremd. Zu meinem Erstaunen, fühlte ich mich hier schnell sehr wohl und auch mit dem Jetlag kam ich zurecht. Allerdings ist mir früh bewusst geworden, dass ich den neuen Alltag anstrengend finde, weil ich jeden Tag neue Eindrücke bekomme und mich sehr konzentrieren muss, um etwas in meinem Umfeld zu verstehen.

Leider spreche ich momentan kein Spanisch, aber gerade dafür bin ich hier. Mir versichern außerdem viele, dass man diese Sprache im Alltag schnell lernt, also bleibt mir nichts anderes übrig als ihnen zu vertrauen, denn allein für richtiges ein Gespräch mit meinen Gasteltern und meinen Schülern, lohnt es sich Spanisch zu büffeln.

Amüsant ist jetzt immer die Situation, wenn ich in einer Speisekarte kaum etwas verstehe und dann einfach das bestelle, welches sich am leckersten anhört. Bisher habe ich immer die richtige Wahl getroffen, doch da ich ja nicht bei allem auf mein Bauchgefühl hören kann, habe ich letzte Woche einen Intensivkurs für Spanisch besucht.

Diese Woche beginnt ein Kurs in meinem Stadtteil an dem ich teilnehme. Die Lage ist für mich viel praktischer als zuvor, denn ansonsten müsste ich mehr als eineinhalb Stunden mit dem Bus fahren, obwohl dieser Weg für Limas Verhältnisse noch „kurz“ wäre. Viele Menschen die ich kennengelernt habe, fahren in Lima kaum mit dem Bus, weil das Bussystem ziemlich chaotisch ist. Das Haus meiner Gastfamilie, sowie auch die Schule, liegt in Monterrico und Monterrico wiederum liegt in dem Stadtteil Santiago de Surco. Dieser Teil Limas gilt als „sicher“. Langsam bekomme ich auch dass Gefühl, mich besser in diesem Teil zurecht zu finden, doch selbst Surco könnte eine ganze Stadt in Deutschland sein und es gibt noch so unglaublich viel für mich zu entdecken. Und sobald etwas Spannendes passiert, siehst du es auf meinem Blog.

Mit den besten Grüßen aus Peru, Audrey…

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