Gastbeitrag in „PAD aktuell“

Die Zeitschrift des Pädagogischen Austauschdienstes „PAD aktuell“ berichtete in ihrer Juli-Ausgabe über den Freiwilligendienst »kulturweit«. Im Heft erschien unter der Überschrift „Filme und andere Abenteuer“ ein Gastbeitrag von mir über das zu Beginn diesen Jahres zusammen mit anderen Freiwilligen organisierte Filmfestival für Kinder und Jugendliche in Armenien.

kulturweitDas Bild auf der Titelseite zeigt Erdbeertörtchen, die ich mit Schülern der sechsten Klasse im Mai gebacken habe. Die aus Teig ausgestochenen Buchstaben ergeben in lateinischer Schrift das Wort „kulturweit“. Zum Anbeißen…

Zur Zeitschrift als pdf-Datei geht es hier.

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Der lange Sommer

Der letzte Monat: Die letzte Reise, der letzte armenische Kaffee und der Abschied, von einer Stadt, die mir ans Herz gewachsen ist.

Landschaft bei Goris

Landschaft bei Goris

Mein Jahr in Armenien endet so wie es begonnen hat: In der flirrenden Hitze des armenischen Sommers. Nach dem Ende des Schuljahres Ende Juni bleibt mir noch ein ganzer wunderbarer Monat, diese Jahreszeit in vollen Zügen zu genießen. Auf dem Markt türmen sich die Wassermelonen, und obwohl allerorten um die Pfirsichernte gebangt wurde, staune ich immer wieder über den gold-gelben, zuckersüßen Reichtum an den Ständen.
Da ist sie also wieder, die naive Neugier an dem noch immer unbekannten Land. Ich fühle mich erinnert an die Exotik der ersten Tage und beginne Bilanz zu ziehen. Ich denke an versäumte Chancen und enttäuschte Erwartungen und werde dann ganz versöhnlich gegenüber mir und den anderen.

khorovatsDer Sommer ist die Zeit für Khorovats, das mehr ist als das Grillen von Fleisch- und Gemüsespießen. Die Zutaten: Brot, Fleisch und Wodka. Die Zubereitung: Ein archaischer Kampf mit den Naturgewalten Feuer, Wasser, Erde. Die Tragweite: Es geht um Männlichkeit , Stolz und echte Freundschaft. Überall dort, wo die Natur rund um Eriwan noch nicht ganz im Müll versunken ist, ist es in diesen Tagen am schönsten.
An den Abenden flanieren jetzt wieder Liebespaare und Familien auf den Plätzen. Überall in der Innenstadt locken die Cafés in den lauen Nächten. – Die Klischees drohen mich einzuholen.

Batumi

Batumi

Wer es sich leisten kann – wie wenige das sind, wird mir schmerzlich bewusst – fährt in den Urlaub ans schwarze Meer. Ich mache mich mit Freunden eine Woche lang auf die Reise nach Georgien: Über Tbilisi und den Kurort Borjomi ans Schwarze Meer. Entlang der georgischen Küste, in Poti, Kobuleti und Batumi begegne ich dann auch immer wieder armenischen Urlaubern. Für die meisten meiner armenischen Bekannten heißt die kostengünstigere Alternative aber Familienurlaub bei Oma auf dem Land.

Zurück aus Georgien überrascht mich das Gefühl, in Eriwan nach Hause zu kommen, in eine Stadt, in der ich auch nach einem Jahr trotz aller Freunde, trotz aller Routinen und Sprachkenntnisse oft noch ein Fremder war. Umso schmerzlicher sind dann die vielen letzten Male, die Abschiede von Menschen, Gewohnheiten und Orten. Ich werde voraussichtlich so bald nicht zurückkehren, nie wieder so lange hier leben. Jede Erfahrung ist einmalig und unwiederbringlich. Von hier an bleibt die Erinnerung.

Am Ende geht dann alles ganz schnell. Ich tauche ein in die Zwischenwelt der Flughäfen, die überall gleich aussehen: Eine Schleuse, in der Raum und Zeit aufgehoben scheinen. In Deutschland in meinem neuen alten Leben scheint zunächst alles bekannt. Erst nach und nach stolpere ich über Details, wundere mich über Dinge, die ich zu kennen und wissen glaubte. Ich brauche Zeit, um anzukommen, abzuschließen und weiterzugehen.

abschied

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Hoffnung für den Zoo in Eriwan

Steinbock

Der Zoo als Lernort: Steinbock von Kindern aus Plastik gebastelt

Ich habe an dieser Stelle im Februar unter der Überschrift „Sonntags im Zoo“ über den bedauernswerten Zustand des Zoologischen Gartens in Eriwan berichtet. Damals schien es wenig Grund zur Hoffnung für die heruntergewirtschaftete Einrichtung zu geben. Umso mehr freue ich mich, dass die Entwicklung der letzten Monate erfreuliche Neuigkeiten bringt. Unter neuer Leitung hat sich viel getan und auch für die Zukunft gibt es große Pläne.

Größere Käfige für viele Tiere, eine verbesserte medizinische Versorgung und Pflege, vor allem aber ein neues Konzept verspricht die neue Zoodirketion, die armenische Umweltorganisation FCPW. Mehr dazu hier.

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Wenn es feierlich wird

BlumenmädchenArmenische Schulen lieben feierliche Schulaufführungen. Meine Einsatzstelle organisiert fleißig Vorstellungen, an deren Form ich mich erst gewöhnen musste. Auch das ist interkultureller Austausch.

Schulaufführungen haben einen hohen Stellenwert

AulaEine Aufführung lässt sich zu jedem kleineren und größeren Anlass organisieren. Ich habe eine vermutlich unvollständige Liste für das aktuelle Schuljahr zusammengetragen:
2792. Stadtjubiläum,
Weihnachten,
Ostern,
Muttertag,
,,Gedenktag für armenische Helden“,
letzter Schultag.

Die Veranstaltungen finden in der Aula, im Speisesaal oder sogar in einem eigens angemieteten Theatersaal statt. Unverzichtbar sind Girlanden, Blumen, Luftballons und saisonale Dekoration, um den staubigen Mief des Schulgebäudes zumindest für kurze Zeit vergessen zu machen. Die verantwortlichen Lehrer widmen sich dem Projekt in der Regel mit großem Engagement und vielen Überstunden.
Neben den Eltern sind nach Möglichkeit weitere Gäste und – ganz wichtig – die Schulleitung eingeladen. Auf das Representative kommt es an.

Diskussionen über das ästhetische Ideal

TänzerinDie Schüler tragen je nach Anlass lustige Kostüme oder Sonntagskleider. Beliebt sind Lieder, Tanz, Gedichte, Sketche und kleine Szenen. Das Ideal orientiert sich an Perfektion, nicht unbedingt an Authenzität. Gerade gute Schüler lernen beachtliche Mengen Text auswendig und tragen diese dann in oft pathetischer Form vor.
Was feierlich gemeint ist, erscheint – wenn man modernere Aufführungen gewöhnt ist – ein bisschen steif und verstaubt.

Wenn ich als deutscher Freiwilligen bei der Organisation helfen soll und eigene Ideen mit einbringen (wie bei der Weihnachts- und Osteraufführung geschehen), bleiben kulturübergreifende Diskussionen über ästhetische und pädagogische Zielsetzungen natürlich nicht aus.
Spannend ist das am Ende für alle Beteiligten.

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Das Leben einer Plastiktüte

Tafelbild Plastiktüten

Tafelbild Plastiktüten

Umweltprojekt – Was passiert eigentlich mit meinem Abfall? Wie viel Verpackungsmüll verursache ich persönlich? Und welche Alternativen gibt es? Mit diesen Fragen beschäftigten sich an zwei ganztägigen Workshops Schüler der 10. und 11. Sprachdiplom-Klassen. Wie genau unser kleines Umweltprojekt aussah und warum das Thema in Armenien so aktuell ist, kann man in diesem »kulturweit«-Blog von Felix Walter nachlesen…

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Armenisches Dolma

Rezept – Dolma sind kleine, in Weinblätter eingewickelte Hackfleischröllchen. Eine armenische Spezialität, die man in ähnlicher Form auch in der türkischen und griechischen Küche findet. Es gibt Sommer-Dolma, Fasten-Dolma und Kohlblatt-Dolma. Außerdem hat natürlich jede armenische Hausfrau ihr eigenes Geheimnis. Ich habe einen Sonntag investiert und das Ergebnis schmeckte noch nicht perfekt, aber doch schon ganz passabel. Hier das Rezept:

Zutaten (auf dem Markt zu kaufen!)

Dolma– 1 kg gehacktes Lammfleisch
– 800 g Weinblätter
– 200 g Reis
– 200 g Zwiebeln
– Salz und Pfeffer
– Kräuter (Wichtig ist ռեհան (rehan), mutmaßlich roter Basilikum. Viel davon.)

– 500 g Matsoun (so ähnlich wie Joghurt)
– Knoblauch

Zubereitung (dauert je nach Erfahrung einige Stunden):

Weinblätter mit KochbuchDie Weinblätter werden in Salzwasser verkauft und müssen zu Hause mit warmem Wasser gewaschen werden, um sie vom Salzgeschmack zu befreien. Das rohe Fleisch, den gekochten Reis und die gehackten Zwiebeln mit den Gewürzen und Kräutern verkneten. Anschließend wird in je etwa drei Weinblätter eine kleine Portion Hackfleisch eingerollt, so dass ein ungefähr daumendickes Röllchen entsteht. Die fertigen Röllchen werden in einen Topf geschichtet und mit einem Teller beschwert, sodass sie sich nicht öffnen. Das Dolma in Wasser kochen, bis das Fleisch gar ist.
Dolma warm mit Matsoun, dem der gehackte Knoblauch hinzugefügt wurde, servieren.
Das Gericht kann im Kühlschrank aufbewahrt einige Tage lang immer wieder aufgewärmt und mit frischem Matsoun aufgetischt werden.

 

 

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Lesewettbewerb

Bücherregal

Einladung auf eine Entdeckungsreise

Bücher können spannende Geschichten erzählen oder vom ganz normalen Leben berichten. Wer viel und gerne liest, erfährt etwas über fremde Welten und sieht das Vertraute mit anderen Augen. Aber wie vermittelt man diese Freude Kindern- und Jugendlichen? Wie nimmt man ihnen die Angst, wenn sie in einem fremdsprachigen Text zunächst nur eine feindliche Welt voller unbekannter Wörter sehen? Wie kann man junge Menschen dazu ermutigen, sich selbst auf literarische Entdeckungsreisen zu begeben?

Wir haben den Versuch gewagt und einen Lesewettbewerb für Schüler aus fünf Schulen in Armenien organisiert, die auf das Deutsche Sprachdiplom vorbereiten.

Mehr auf unserem Blog!

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Am Tag des Völkermordes

Der 24. April

Nichts eigentlich Trauriges liegt an diesem Sonntagnachmittag über dem langen Zug, der vom Zentrum der Hauptstadt hinauf zum Mahnmal zieht. Die Sonne scheint großzügig auf den nicht abreißenden Strom. Familien mit Kindern, Junge und Alte – die ganze Stadt wird mit einer Blume in der Hand heute diesen Gang gehen. Aus Frankreich, aus Uruguay oder den USA sind sie gekommen. Man sieht Fahnen und manchmal redet einer Unfug über „die Türken“ und dass man „unser Heimatland“ verteidigen müsse. Das Fernsehen ist da und alle machen Fotos. Am Denkmal stehen Kränze und meterhoch türmen sich die Blumen neben dem ewigen Feuer.

Mahnmal

Das Mahnmal an einem ruhigeren Tag

Am 24. April 1915 – vor 96 Jahren also – wurden in Istanbul armenische Intellektuelle verhaftet, der Beginn eines Völkermordes, dem am Rande des Weltkrieges Hunderttausende Armenier im Osmanischen Reich zum Opfer fielen. Nachfahren der Armenier aus der heutigen Türkei leben nicht nur in der Republik Armenien, sondern in aller Welt verstreut. Das Trauma muss tief sitzen: Eine unübersichtliche Mischung aus echtem Gedenken, überlieferten Wunden und Forderungen nach Anerkennung auf der einen Seite sowie Nationalismus und Revanchismus auf der anderen Seite kommen ans Licht, wenn man das Thema anschneidet. Leichte Antworten gibt es auf all das nicht.

In diesem Jahr fällt der Gedenktag auf den Ostersonntag. Man muss in die Kirche und eine Kerze nach Hause bringen. Eier werden angemalt, die Familie ist zu Besuch und zum Ende der Fastenzeit gibt es festliches Essen. Gut, dass die Sonne so herrlich scheint an diesem 24. April.

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Ein Shopping-Guide

Yerevan hat über eine Million Einwohner, aber kein einziges Kaufhaus, weder Ikea noch McDonalds und bis zum nächsten Supermarkt läuft man eine Viertelstunde. Was klingt wie der infrastrukturelle Super-Gau, ist in Wirklichkeit halb so schlimm. Man kann alles kaufen, was man braucht – und noch viel mehr –, wenn man denn weiß wo.

Khanut

LebensmittelgeschäftWas es in Deutschland so längst nicht mehr gibt, erfreut sich in Armenien ungebrochener Beliebtheit: Der Tante-Emma-Laden. Fast jedes Hochhaus, mindestens aber jeder Häuserblock hat ein kleines Geschäft mit der Aufschrift „Khanut“ (Geschäft), „Mterk“ (Lebensmittel) oder „Produkti“ (russ. Produkte). Hier gibt es alle Waren des täglichen Bedarfs in kleiner Stückzahl mit viel Liebe und vielen Plastiktüten. Hinter der Theke stehen neben dem Besitzer oder der Besitzerin in der Regel nur wenige Mitarbeiter. Einziger Nachteil: Die Milch kann schon einmal abgelaufen sein.

Shuka

ObststandFrisches Obst und Gemüse. Kräuter, Gewürze und Eingelegtes. Fisch und Fleisch. Selbstgebrannter Wodka. Alles das gibt es auf dem Markt oder „Shuka“. Im Zentrum in einer Markthalle, weiter außerhalb auch unter freiem Himmel. Für Reisende ein faszinierender Ort, erinnert doch alles an einen orientalischen Basar.

Vernissage

Mitten im Zentrum schlägt jedes Wochenende der größte Flohmarkt der Stadt seine Stände auf. Schraubenzieher und Transformatoren. Pelzmützen und Sommerkleider. Sowietkitsch und echte Kunst. Bücher, Teppiche, Haushaltswaren. All zu naive Touristen werden mitunter gnadenlos über den Tisch gezogeVernissagen.

XEROX

XeroxViel weniger als ein Copyshop. Meist kaum mehr als ein Unterstand, in dem ein Kopierer und ein Mensch Platz finden. Mit bewundernswerter Lebensfreude vervielfältigt die Besitzerin meines Stammkopierers vom Formular bis zum ganzen Buch jedes Schriftstück für beschämend wenig Geld. Kleiner Nachteil: Privatsspäre ist ein Fremdwort und farbig drucken kann sie nicht.

Unterführung

Eingang in die UnterweltDrei Meter unter dem Asphalt der Straße, in den Unterführungen der Hauptverkehrsadern ist Platz für ganze Einkaufszentren. Vor allem Blumen- und Buchhändler, aber auch Verkäufer aller anderen Produkte haben sich hier angesiedelt. Nur Essen würde ich hier nicht kaufen.

Northern Avenue

Northern AvenueUmgerechnet vierzig Euro für ein Hemd! So viel haben Sie nicht? Dann geht es Ihnen wie den meisten Armeniern. Sie können mit den chicen Boutiquen mit klangvollen Namen westlicher Designer auf der zentralen Straße der Stadt nichts anfangen. Pech gehabt.

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Weil dies hier kein romantischer Reisekatalog, sondern ein ernsthafter Blog ist, noch ein Hinweis auf einen lesenswerten Artikel zum Thema.
Die Internetplattform armenianow.com zur Situation der Händler unter freiem Himmel:

Dismantling Street Trade: Municipality offers 3,000 sites, but traders still object

Street traders in Yerevan unseated from their improvised stores and open-air selling points continue their protests despite the offer by the city’s municipality of sales counters at any of 30 enclosed markets.
Yerevan’s newly appointed mayor Karen Karapetyan ordered a clampdown on illegal street trade in the streets of the city early this year…

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Auf der Straße nach Goris

Der Weg sei das Ziel. Sagt man. Erfahrungen sammeln. Sagt man. Menschen begegnen. Sagt man. – Aber was meint man wirklich, wenn man das sagt?

Ich habe – zugegeben unfreiwillig – den Test gemacht: Wie viel Erfahrungswerte vertrage ich? Am Sonntag wollte ich im geteilten Taxi in den Ort Yeghegnadzor und von dort zur Klosteranlage Noravank. Zwei Stunden hin, ein bisschen Sightseeing, zwei Stunden zurück, fertig. Eigentlich!

Vierzig Minuten Lebenszeit: Ein Autoradio

Dass man auf einer langen Autofahrt Musik hören muss, kann ich gut verstehen. Dass es ausgerechnet russische und armenische Schlager sein müssen, sehe ich auch noch ein. Was ich nicht verstehe, ist die dazu nötige Technik. Aus dem Armaturenbrett des klapprigen Lada ragt ein brandneues Autoradio, an das allerlei Zusatzgerät angeschlossen ist. Diese Konstruktion ermöglicht es, Musik von der SD-Karte des Handys über das Autoradio abzuspielen. Es gibt SD-Karten in zwei verschiedene Größen. Die Firma Nokia verwendet Mini-SD. Wer hat ein Nokia-Handy?

Eine halbe Stunde: So tanken Erdgasautos

Gasbetriebene Autos sind eine feine Sache, vor allem dann, wenn es keine Erdölpipelines gibt. Auftanken dauert eine Viertelstunde und sieht in diesem Fall irgendwie gefährlich aus. Dann braucht der Fahrer einen Café und Zigaretten. Die beiden jungen Frauen, die unentwegt von einer Hochzeit (nicht der eigenen) erzählen, kaufen sich Kekse. Und während sie kauen, hat die vierte Mitfahrerin Gelegenheit, mit der Kassiererin über Arbeitslosigkeit und die Armeezeit der Söhne zu klagen. Weiter gehts!

Yeghegnadzor

Blick über Yeghegnadzor

Der ganze Nachmittag: Eine Erfahrung?

Klar ist, dass ich das Kloster in diesem Tempo bis zum Abend nicht mehr erreiche, und dass die als Zwischenstation geplante Kleinstadt Yeghegnadzor zum Schlusspunkt der Reise wird. Plattenbauten und Bauernhäuser wie überall. Ein ruhiger Sonntagnachmittag. Aber ist das jetzt schade? Gar ärgerlich? Und ist ein halber Tag auf der Landstraße, die weiter bis nach Goris führt, wirklich eine Erfahrung? Sind ein Taxifahrer und drei Frauen schon eine Begegnung? Und wer entscheidet über solche Fragen?

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