Die Erkenntnis von Lichtermeer und schwerem Rotwein

Vivo. Ich lebe. leben.schwaches Verb.1. Person Singular:
am Leben, lebendig sein,
nicht tot sein, auf der Welt sein,
existieren. doch halt was heißt leben denn nun für mich?

ich drehe jeden Stein um und will alles sehen,
bestieg Vulkane zu Fuß, anstatt den Lift zu nehmen,

nur um die Anstrengung des Aufstiegs auch wirklich zu spüren,
ging barfuß über die Straße um die Hitze des Asphalts an meinen Füßen zu fühlen,

denn ich will mit jeder Faser meines Körpers im Hier und Jetzt lebendig sein
mich an der Wirklichkeit berauschen wie andere an drei Flaschen schwerem Rotwein

Und so bin ich nachts auf die Dächer fremder Häuser gestiegen
ließ meine Zweifel und Sorgen beim Anblick des Lichtermeers dort oben liegen.

Bin in das noch viel zu kalte Wasser des Pazifiks gesprungen,
habe laut und falsch nachts auf den Straßen südamerikanischer Musik gesungen

mich vom Rhythmus des Reaggetone tragen lassen,
versucht jeden Augenblick intensiv zu leben und ja nichts zu verpassen.

Denn die Zeit wartet auch auf mich nicht und verstreicht und verstreicht unerbittlich.

Und so kommt es, dass das immer gewusste und doch nicht geglaubte langsam Stunde um Stunde näher rückt,
mich das Gefühl der Zerissenheit und des Abschieds immer mehr erdrückt.

und so sitze ich hier der Kopf mit den schönsten Erinnerungen gefüllt,
weiß zwischen Abschiedsschmerz und Nostalgie zwischen Vorfreude auf dieses andere, erste zu Hause und Anspannung vor der Reise nicht mehr was ich fühlen soll.

Doch eine Wahrheit bleibt ganz egal wo es mich auch hintreibt:

Vivo. Ich lebe.

 

zwei letzte Sachen können nicht unausgesprochen bleiben:

Danke an alles und jeden, die meine Zeit in Chile erst möglich und dann unvergesslich gemacht haben
und hey Santiago de Chile – nos vemos, que te vaya bien.

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.