kroenchen

Ein kulturweit-blog.de

Schöne Bilder aus dem verschneiten Tallinn 13. Februar 2010

Filed under: Allgemein — Sally Gutmann @ 19:47

KAtharina, Sally und SOphieBrigittenkloster in PiritaJohannes, Sophie,Teresa, Sally und Edmond

 

Neuer Bilderblog 8. Februar 2010

Filed under: Allgemein — Sally Gutmann @ 14:03

Jetzt wo ich soviel Besuch habe und hatte gibt es eine ganze Menge Bilder die ich gerne hochladen würde. Deswegen gibt es jetzt noch einen anderen Blog auf dem nur Bilder sind!

http://kulturweit-blog.de/sallystallinn

 

Mein härstester Winter 29. Januar 2010

Filed under: Allgemein — Sally Gutmann @ 14:04

Also ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich diesen Winter hier oben ziemlich extrem finde. Das ist gar kein Vergleich zu Finnland im Februar(wo wir eigentlich sogar -30 Grad hatten), damals wurden Saara und ich ja auch fast überall hingefahren und ausserdem war in Kajaani der Wind nicht so stark und feucht. Naja, man merkt immerhin, dass ich nicht die einzige bin, die überrascht ist über diesen Jahrhundertwinter. Auch unser Haus scheint nicht ganz winterfest zu sein, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Zeit mit Silke hat mir unglaublich gut getan und es ist so schön, wenn man seine neue Welt nochmal mit den Menschen entdecken kann, die man eigentlich sowieso gerne da hätte. Auch wenn wir schon ganz schön zurückstecken und auf lange Spaziergänge verzichten mussten, weil es schlichtweg nach  1 Stunde zu kalt wurde sich draussen aufzuhalten. Jetzt sind die Temepraturen etwas gestiegen, es hat nur noch -10 Grad und das merkt man wirklich. Die Hände tun einem nicht mehr weh auf  dem Weg zur Tram und man kann normal geradeaus gucken und muss nicht die ganze Zeit sein Gesicht im Schal vergraben. Ich hab ja auch wirklich Schiss, dass ich nach diesem Winter auch so Erfrierungsflecken an der Nase habe, die nicht mehr weggehen.

Es ist komisch unter diesen Umständen seine letzten Wochen hier zu verbringen… Irgendwie schön,w eil ich das Gefühl habe Estland nochmal richtig kennenzulernen. Von seiner kalten Seite. Und auch als Land, in dem vor ein paar Jahrzenten alle ihre Kasukas (extra estnisches Wort für einen Pelzmantel) auspackten, weil  es anders einfach nicht ertragbar war. Und auch Katharina, die darauf schwört, dass man sich abends die Füsse mit Wodka abreiben sollte, um nicht krank zu werden! Anscheindend sind die Esten während der letzten Winter wieder ein bisschen verweichlicht, was Temperaturen angeht. Auch die Stimmung im Haus ist anders, jetzt da uns ständig Wasserleitungen einfrieren und die Sicherung sooft rausspringt.

Naja, ich freue mich jetzt auf einen Abenteuerurlaub mit Caro und Co. Und natürlich auf Sophie.

 

Digitales Estland 16. Januar 2010

Filed under: Allgemein — Sally Gutmann @ 12:31

Wie ein kleines Land im großen Stile online ist

Von Tobias Wenzel

Estland hat seine digitalen Hausaufgaben vorbildlich gemacht. Nicht nur die Bezahlung für Bustickets läuft über einen Chip im Personalausweis. Auch das Gesundheitswesen wurde digitalisiert.

In Estlands Hauptstadt Tallinn fährt gerade ein besonderes Polizeiauto herum. Es ist mit einem Scanner ausgestattet. Der kann automatisch KFZ-Kennzeichen scannen. Ist der Wagen als gestohlen gemeldet oder ist dem Halter die Fahrerlaubnis entzogen worden, schlägt das System Alarm. Estland ist das elektronische Vorzeigeland der EU. Dass es fast überall in der Hauptstadt kostenloses W-LAN gibt, ist schon fast eine Selbstverständlichkeit. Viele Innovationen erkennt man allerdings erst auf den zweiten Blick.

Der alte Oberleitungsbus der Linie 1 macht Halt an einer Station in Tallinn. Die abgegriffenen mechanischen Stanzgeräte für die Fahrkarten verbreiten das Flair alter Sowjetzeiten: Da kann der Tourist aus Deutschland nur milde lächeln. Bis er stutzig wird, weil er der Einzige im Bus ist, der eine Fahrkarte abstempelt. Alle anderen setzen sich einfach hin, so wie Kristiina Tamm:

“Ich habe keine Fahrkarte gekauft, weil ich eine Monatskarte habe. Die kann ich aber nicht vorzeigen, weil man sie im Internet oder per Mobiltelefon kauft. Wenn Kontrolleure in den Bus kommen, haben sie ein Lesegerät dabei. Da stecken sie dann meinen Chipkarten-Personalausweis rein.”

Das Lesegerät ist im Prinzip ein erweitertes Mobiltelefon. Mit dem kann der Kontrolleur über das Internet abfragen, ob dem jeweiligen Chipkarten-Personalausweis digital ein gültiges Monatsticket zugeordnet wurde. Ein solches Lesegerät hängt auch am Hals einer Schaufensterpuppe im Demo Center am Stadtrand Tallinns. Indrek Vimberg präsentiert und erklärt hier die Technologien des elektronischen Musterlandes Estland.

Eine Zeitschrift, bezahlt per Handyanruf, fällt aus einem Automaten. Das Herzstück fast aller Innovationen sind allerdings der Chipkarten-Personalausweis und die zwei dazugehörigen PINs. Damit kann man seine Steuererklärung digital abgeben, Daten beim Grundbuchamt einsehen, eine neue Firma gründen oder bei politischen Wahlen die Stimme abgeben. Indrek Vimberg kommt der Frage nach der Manipulationsmöglichkeit zuvor:

“Man kann während der Wahlphase so oft seine Stimmabgabe erneuern, wie man möchte. Die zuletzt abgegebene Stimme zählt. Wenn also zum Beispiel ein Politiker Stimmen kaufen will, indem er am Abend in der Kneipe Bier ausgibt und die Leute überredet, ihn noch am selben Abend zu wählen, dann kann man, wenn man am Morgen aufwacht, noch einmal wählen, diesmal den Lieblingskandidaten.”

Bei den Europawahlen und den Kommunalwahlen 2009 haben schon Tausende von Esten digital gewählt. Ungefähr 70 Prozent der Bevölkerung haben einen Chip-Ausweis. Auch, weil er indirekt finanzielle Vergünstigungen bringt: Wer Bustickets über den Ausweis kauft, erhält 30 Prozent Rabatt. In ländlichen Regionen legt man einfach einen Personalausweischip in das Handy ein. Das Handy verbinden die Esten schon lange nicht mehr nur mit dem Telefonieren, sondern auch mit dem Parken.

Kristen Aiaste stellt seinen Sportwagen auf einem öffentlichen Parkplatz ab. Zwei Schilder sind hier angebracht. Das eine weist darauf hin, dass man hier umsonst drahtlos surfen kann. Das andere erklärt, wie man per Handy die Parkgebühr zahlt. Einfach eine SMS mit dem KFZ-Kennzeichen und der Parkzone an die landesweit gültige Nummer 1902 schicken. Kristen Aiaste ist begeistert:

“Es ist bequemer. Ich weiß nicht einmal, wie man die gewöhnlichen Parkautomaten bedient, in die man noch Münzen einwerfen muss. Das habe ich noch nie gemacht. Ich habe immer nur mit dem Mobiltelefon geparkt.”

Verlässt man mit dem Auto später den Parkplatz, ruft man einfach die Nummer 1903 an. Eine Computer-Frauenstimme teilt einem mit, wie hoch die Parkgebühr ist, die später auf der Mobilfunkrechnung erscheint.

Kristiina Tamm muss nicht parken, denn sie nutzt nur öffentliche Verkehrsmittel und kauft die Fahrkarten über ihren Chipkarten-Ausweis. Wenn sie ihrer Mutter helfen will, einen Blick auf die Schulleistungen des kleinen Bruders Michael zu werfen, benötigt sie allerdings den Ausweis der Mutter. Michael geht auf ein Gymnasium in Tallinn. Ekool heißt das Programm, das Lehrer und Eltern mehr lieben als die Schüler. Der Stundenplan, sämtliche Noten (die schlechten rot markiert), die aktuellen Hausaufgaben – all das können Eltern über das Internet einsehen. Flunkern bringt nichts. Selbst der Tadel der Lehrer ist nachzulesen:

“Am 13. Oktober im Englisch-Unterricht war er diesem Eintrag zufolge nicht bei der Sache und hat Schimpfwörter gebraucht. Am 2. November gibt es den Eintrag, erneut für den Englisch-Unterricht: ‘Michael hat zu viel gequatscht.’ Und am 11. November in Mathematik: ‘Die Hausaufgaben sind nicht gemacht.’”

Estland allerdings hat seine digitalen Hausaufgaben vorbildlich gemacht. 2008 ist das Gesundheitswesen digitalisiert worden, Röntgenbilder werden nun erfasst, Doppeluntersuchungen vermieden. Bald werden Ärzte in Estland Rezepte nur noch digital schreiben. Gegen Vorlage des Chipkarten-Personalausweise erhält man dann in der Apotheke genau die verschriebenen Medikamente. Egal, wie unleserlich die Handschrift des Arztes ist. Warum aber hat das Land in wenigen Jahren das geschafft, wovon man in Deutschland nur träumen kann? Indrek Vimberg vom Demo Center schmunzelt:

“Estland ist ein kleines Land. Und wenn wir etwas verändern wollen und das sinnvoll erscheint, dann machen wir das recht schnell und ändern recht unbürokratisch Gesetze. Außerdem haben wir nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion bei Null anfangen müssen, wir hatten nicht einmal Computer. So konnten wir von Grund auf eine elektronische Gesellschaft schaffen, während andere Länder sich heute noch immer damit schwer tun, sich von alten Lösungen zu verabschieden und mit neuen zu beginnen.”

 Quelle: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/ewelten/1104004/

 

Bilder! 10. Januar 2010

Filed under: Allgemein — Sally Gutmann @ 21:58

Unsere Sofas im Garten!

Seltsimaja

 

Ein bisschen Finnland 9. Januar 2010

Filed under: Allgemein — Sally Gutmann @ 17:51

So, da es mal wieder dringend ein paar lustige Neuigkeiten zu berichten gibt, schreib ich heuute und morgen einen neuen Blogeintrag und lass euch auch noch die Bilder aus Finnland bewundern!

Mummu und Ukki

Mummu und Ukki

Eigentlich ist es ja ganz schön gemein, dass ich euch in dieser Ungewissheit gelassen habe, was meine Ankunft in Kajaani betrifft. Aber ich bin dann erstmal mit fünf Stunden Verspätung in  Helsinki angekommen und musste die Nacht am Flughafen verbringen. Völlig übermuedet hab ich dann morgens um sechs noch sämtliche Nachtschwärmer Helsinkis kennengelernt und saß dann um acht im Zug in den Norden. Das Gute daran war, dass mir letztendendes auch völlig egal war, wieviel es mich kosten würde eine Anschlussverbindung zu bekommen, somit war ich diese Sorge schonmal los. Da fällt mir noch eine Filmreife Situation im Zug ein: Ich musste ziemlich dringend aufs Klo und suchte dann verzweifelt ein intaktes bzw. freies Klo, indem ich systematisch alle Wagons ablief. Ich kam dann irgendwann an ein Behindertenklo mit extra breiter Tür. Das Besondere war, dass es sich um eine Automatik-Schiebetür handelte, eben ganz dem neuesten Standart entsprechend. Ich hab dann, überglücklich ein Klo gefunden zu haben, den Sesam-Öffne-Dich-Knopf gedrückt und die Tür ging wie gewünscht auf. Es stellte sich jedoch heraus, dass da schon jemand auf der Schüssel sass, davon ließ sich die Schiebetür aber nicht beirren und ging langsam aber sicher immer weiter auf. Die Frau wirkte schockiert und beschämt zugleich, redete etwas davon, dass ich den Knopf nochmal drücken sollte, wobei ich vor Kichern gelähmt gar nichts machen konnte außer mich beschämt wegdrehen. Letztendendes muss dann die Frau selbst auf gestanden sein und die Tür dazu gebracht haben sich wieder zu schließen. Das erhellte mir auf jeden Fall meine lange Zugfahrt und ich hätte gerne ein paar Gesichtsausdrücke festgehalten.

In Kajaani angkommen wusste ich dann wieder, warum  ich all diese Strapazen auf mich genommen habe, denn es war wie nach Hause kommen nur ein bisschen zu weit im Norden. Die zehn Tage verliefen dann ziemlich entspannt, satt und gemütlich. Das tat gut, ich wurde richtig verwöhnt und bemuttert. Wobei man schon sagen muss, dass so ein Besuch im familieneigenen Beautysalong manchmal schmerzhaft werden kann. Wusstet ihr, das man bei einer “Gesichtsbehandlung” unter anderem auch professionell Mitesser ausgedrückt bekommt? Ich wusste gar nicht dass ich so viele hab und gottseidank hab ich die liebe Kosmetikerin nicht angeschaut (ich hatte Gurken auf den Augen…), denn sie hatte so eine Spezialbrille auf und sah wahrscheinlich ganz schön lustig aus! Naja die Gesichtsmassage macht dann alles wieder wett!

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An Silvester war ich dann wie geplant wieder in meinem Tallinner zu hause und wurde auch gleich darüber informiert, dass unser Fest am Abend eine Bad Taste Party werden würde, bei der nur das Essen geschmackvoll sein sollte! Monica fing auch schon Mittags an Sekt zu trinken, weil man ja in Australien sechs Stunden vor uns feiert und somit musste das alles ja feuchtfröhlich werden. Das war wirklich eines der Schönsten Silvester das ich je hatte! Besondere Bräuche gibt es da aber estlandspezifisch nicht!

Meine erste Arbeitswoche war relativ unspektakulär, bis auf die Tatsache, dass wir in Tallinn immer mehr einschneien. Dafür wird aber das pseudo-hektische Großstadteben in Tallinn ein bisschen ruhiger. Aber auch eindeutig gefährlicher, wenn ihr die ganzen überdimensionalen Eiszapfen sehen könntet, die von den Regenrinnen und Dächern herabhängen und auf die vorbeilaufenden Passanten zielen! Da fühlt man sich manchmal ein bisschen wie ein Obelix, der am liebsten die ganze Zeit mit Schild überm Kopf herumlaufen würde. Von den Schneebrettern die bei Tauwetter runterkommen werden ganz zu Schweigen! Mal sehen, ich meld mich wenn eins auf den Deckel bekomme!

 

Zwischenbilanz 19. Dezember 2009

Filed under: Allgemein — Sally Gutmann @ 20:51

So kann man seine Entspanntheit also auch wieder zurückerlangen. Nach einer nervenaufreibenden Fahrt mit dem Bus durch Schnee und Eis zum Flughafen Budapest, bei der ich schier meinen Flug verpasst hätte, sitz ich nun also vor dem Gate 29 und warte auf meinen Flug  der  letzten Endes auch wegen der schlechten Wetterbedingungen später (oder gar nicht?) los fliegt.

Nach 4 Tagen „Zwischenseminar“ auf einem Weingut in Agàrd, einem kleinen Dorf in der Nähe von Budapest, könnte ich nämlich eigentlich gar nicht entspannter sein. So ist die Zwischenbilanz nach dieser ersten Etappe meiner Reise wirklich positiv. So ein Seminar kann einem nämlich auch ganz schön auf die Nerven gehen, diese Befürchtung hab ich meistens. Unsere Gruppe hat aber großen Wert darauf gelegt, in dieser Zeit zur Ruhe zu kommen und ein bisschen Abstand zum Freiwilligendienst zu bekommen. Genau das ist dann auch in meinem Kopf passiert, ich hab das Gefühl endlich meinem Mitteilungsbedürfnis Luft gemacht zu haben und jetzt ganz gereinigt und mit neuen Ideen in die Feiertage und in das neue Jahr zu starten. Mir ist wirklich aufgefallen wie man die ganze Zeit mit seiner Arbeit und seinen ganzen Eindrücken vor sich hin brödelt und man gar nicht die Zeit und den Kopf hat, das mal alles ordentlich zu überdenken und anderen zu erzählen. Daher kommen auch ungeahnte Reisepläne, inspiriert von den anderen Mädels die im osteuropäischen Ausland sind und die mich womöglich im Frühjahr durch den Balkan führen werden.

Zu meiner Entspanntheit heute gehören auch drei vollgepackte Stunden Budapest mit Rollkoffer, in denen ich mal wieder einige Geheimtipps, diesmal von Katharina ausfindig und unsicher gemacht hab. Daher übrigens auch meine Verspätung, ich hab nämlich DEN Second-Hand Laden schlechthin gefunden! Budapest ist glaub ich genial, denn zumindest das, was ich im Schneesturm erkennen konnte war wunderschön und die Menschen hier sind extrem hilfsbereit. Darauf bin ich auch echt oft zurückgekommen, weil diese Sprache für mich noch mal eine ganz andere Welt ist.

 

Die Sonne über Tallinn 14. Dezember 2009

Filed under: Allgemein — Sally Gutmann @ 08:49

Heute wird wahrscheinlich einer der schönsten Tage seit langem. Ich seh nämlich gerade wie die Sonne (die bekommt man hier wirklich nicht oft zu Gesicht) über dem klirrend kalten Tallinn aufgeht und wahrscheinlich kein Wölkchen den Tag trüben wird. Das sind Farben die man sich bei uns im süden gar nicht vorstellen kann, als würde die Kälte, wie eine andere Tonart, die Farben in eine andere Stimmung versetzen je weiter man in den Norden kommt. Eine ganz komische Stimmung ist das heute morgen hier auf dem Schiff nach Helsinki. Mit diesem wunderschönen Sonnenaufgang vor meiner Nase und dann diesem Dauergedudel der 20 Spielautomaten, die übrigens auch vor meiner Nase stehen und die ganzen spielsüchtigen Esten und Finnen bedienen. Keinen scheint dieser außergewöhnlich schöne Sonnenaufgang zu interessieren. Außerdem sind die Fenster mit einer seltsamen Mischung aus Valentinstag- und Weihnachtsdeko geschmückt und verdecken ein bisschen wie dreckig die Fenster von der Gischt sind.

Mit ein bisschen Musik in den Ohren kann man sich das wie ein Musikvideo vorstellen.

Ich freu mich fürchterlich, dass meine Odyssee jetzt endlich losgeht. Es ist eigentlich irre wie ich jetzt verreise, ich fahre ja erstmal in den Norden und dann morgen nach Ungarn in den Süden und dann wieder nach Helsinki in den Norden und zu guter letzt, noch weiter in den Norden nach Kajaani. Und das ganze dann kurz vor Neujahr wieder zurück.

Ich freu mich unglaublich endlich Anita und Kake und die ganze Lampilabande wieder zu sehen. Das wird schön. Und jetzt wo ich unterwegs bin kann ich mich noch vielmehr darüber freuen! Ich hoff ja auch sehr, dass Finnisch in meinem Kopf wieder überhand nimmt. Estnische Wörter scheinen sich nämlich gerade ziemlich in den Vordergrund drängen zu wollen.

Was diese zwei Sprachen angeht bin ich wirklich total unentschlossen. Estnisch klingt irgendwie viel weicher teilweise und hat viel interessantere Laute. Dagegen ist Finnisch bei mir einfach mit ganz vielen Emotionen verbunden und gefällt mir vom klang deswegen besser. Finnisch ist auch viel klarer und eindeutiger. Und die beiden Sprachen sind wirklich extrem ähnlich, das kann man nicht bestreiten, das macht es für mich, die keine der beiden auf muttersprachlichem Niveau kann, noch schwerer. Zumindest beim Sprechen, wenn ich denke, dann weiss ich schon welches Wort zu welcher Sprache gehört. Es ist dann halt wie verhext, weil ich die Sprachen auf dem Weg in den Mund durcheinander bringe.

So, ich genieße jetzt mal noch einen der schönsten Morgen und die Ruhe vor dem Reisesturm!

 

Nachtrag zum Nikolaustag 14. Dezember 2009

Filed under: Allgemein — Sally Gutmann @ 08:29

Nikolaus heist auf Estnisch Nigula

Ja, das hättet ihr nicht gedacht. Dass Sally sich mal noch in mittelalterlichem Gewand vor eine Horde Exildeutschsprachiger und deutschbegeisterter  Esten stellt und ihnen erklärt, was der Unterschied zwischen dem Nikolaus und dem Weihnachtsmann ist. Und das alles noch im Bayrischen Keller, einem “deutschen Restaurant”, in dem man alles von Schweinshaxn über Franziskaner Hefeweizen bestellen kann. 

Naja, so sollte es jedenfalls sein und hat auch irgendwie Spass gemacht,w eil es eine Veranstaltung vor allem für Kinder war, die natürlich völlig beeindruckt waren, als dann der Nikolaus, mitsamt Knecht Ruprecht, auch tatsächlich kam. Weihnachten ist sowieso eine tolle Zeit mit Kindern. In Estland gibts nämlich keinen Adventskalender sondern einen Herrn namens Päkapikk, der den ganzen Advent über jeden Morgen was neues in die Schuhe der Kinder steckt. So eine Art Nikolaus-Wichtel Verschnitt also. Onne-Mari, Ardos Tochter, war anscheinend auch völlig geschockt, dass der Päkapikk sogar wusste, dass sie manchmal bei ihrem Papa übernachtet.

 

Tallinn macht sich sehr gut in dieser Weihnachtsstimmung und eigentlich wollte ich auch noch total viele Fotos von der Altstadt im Dunkeln (kann man ja jetzt 18h am Tag haben)  und vom Weihnachtsmarkt machen. Tallinn gibt wahrscheinlich Millionen für die Beleuchtung aus, aber es lohnt sich. zumindest für die Horden von Finnen, die jede Weihnachten hierher pilgern und übers Wochenende die Stadt belagern. Aber ich muss sagen, dass ich auch ein bisschen das Gefühl habe, dass die Finnen, wenn sie nach Estland kommen, schon ganz schön hochnäsig sind. Wenn sie nicht immer ihr halbes Vermögen für Zigaretten, Alkohol und Medikamente hierlassen würden, wären sie glaub ich nicht so willkommen. Naja, so lang ich immer noch Plätze auf der Fähre nach Helsinki bekomme, soll mir das egal sein!

 

Riga… 30. November 2009

Filed under: Allgemein — Sally Gutmann @ 14:01

Riga (Bild von Lotte)

Unser letztes gemeinsames Wochenende verbrachten Lotte und ich bei Martin(auch ein Kulturweit Freiwilliger) im lettischen Riga. Riga ist noch mal ne Nummer größer und großstädtischer als Tallinn, es gibt unglaublich viel zu sehen und die Letten sind noch mal ein anderer Schlag als die Esten. In Martins WG übernachten zu können war ein wahrer Glücksfall, denn er spricht schon perfekt Lettisch und kennt Riga schon ziemlich gut, weil er dort sein Austauschjahr verbracht hat. Er hat uns auch direkt vom Busbahnhof abgeholt und wir sind dann erstmal bei strömendem Regen zu ihm nach Hause. Der Plan für den Abend war dann erstmal was zu kochen und zu essen, dann zu einem Freund von ihm vorglühen zu gehen (die Letten verdünnen Vodka mit Bier!) und anschließend in einen Club namens Piens zu gehen. Piens ist einer der Milchprodukteclubs in Riga, hihi passt ganz schön gut zu mir, oder? Piens heißt Milch, der andere heißt Kefir und der dritte Butter. Das Piens ist wirklich erwähnenswert, denn wir fanden dort das mit Abstand szenigste Publikum seit langem, ziemlich gute Tanzmusik und eine urgemütliche Einrichtung mit riesen Omasofas und alten Lampen.

Hospitalis, eine Bar im Krankenhauslook

Hospitalis, eine Bar im Krankenhauslook

Am nächsten Tag ging’s aber gleich weiter zusammen mit Lotte die Stadt zu erkunden. Als wir nach einem langen Sonntagsspaziergang dann die Altstadt erreichten, waren wir schon erstmal beeindruckt. Riga hat an jeder Ecke ne Kirche, viel größere Gebäude im Stadtzentrum als Tallinn(so ganz allgemein) und ein ganz anderes Flair. Wir haben dann natürlich auch die obligatorischen Kaffeepausen in schönen Cafés verbracht und diesen wunderschönen, diesmal trockenen Tag, mit einem Besuch auf dem gerade frisch eröffneten Weihnachtsmarkt abgerundet.

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt

Übrigens gibt es auch nen Russenmarkt in Riga, der ungefähr das gleiche Sortiment führt, nur die Preise sind verwirrend anders, nämlich in Lads, die verglichen zum Euro ungefähr soviel Wert sind wie früher der englische Pfund. Das hat uns echt ein paar Gehirnzellen gekostet, diese Umrechnerei.

von Lotte

Übrigens gibt’s hier Oben auch Brotjoghurt. Da sind dann Roggenbrotkrümel im Joghurt, sehr lecker!