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Mein härstester Winter 29. Januar 2010

Abgelegt unter: Allgemein — Sally Gutmann @ 14:04

Also ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich diesen Winter hier oben ziemlich extrem finde. Das ist gar kein Vergleich zu Finnland im Februar(wo wir eigentlich sogar -30 Grad hatten), damals wurden Saara und ich ja auch fast überall hingefahren und ausserdem war in Kajaani der Wind nicht so stark und feucht. Naja, man merkt immerhin, dass ich nicht die einzige bin, die überrascht ist über diesen Jahrhundertwinter. Auch unser Haus scheint nicht ganz winterfest zu sein, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Zeit mit Silke hat mir unglaublich gut getan und es ist so schön, wenn man seine neue Welt nochmal mit den Menschen entdecken kann, die man eigentlich sowieso gerne da hätte. Auch wenn wir schon ganz schön zurückstecken und auf lange Spaziergänge verzichten mussten, weil es schlichtweg nach  1 Stunde zu kalt wurde sich draussen aufzuhalten. Jetzt sind die Temepraturen etwas gestiegen, es hat nur noch -10 Grad und das merkt man wirklich. Die Hände tun einem nicht mehr weh auf  dem Weg zur Tram und man kann normal geradeaus gucken und muss nicht die ganze Zeit sein Gesicht im Schal vergraben. Ich hab ja auch wirklich Schiss, dass ich nach diesem Winter auch so Erfrierungsflecken an der Nase habe, die nicht mehr weggehen.

Es ist komisch unter diesen Umständen seine letzten Wochen hier zu verbringen… Irgendwie schön,w eil ich das Gefühl habe Estland nochmal richtig kennenzulernen. Von seiner kalten Seite. Und auch als Land, in dem vor ein paar Jahrzenten alle ihre Kasukas (extra estnisches Wort für einen Pelzmantel) auspackten, weil  es anders einfach nicht ertragbar war. Und auch Katharina, die darauf schwört, dass man sich abends die Füsse mit Wodka abreiben sollte, um nicht krank zu werden! Anscheindend sind die Esten während der letzten Winter wieder ein bisschen verweichlicht, was Temperaturen angeht. Auch die Stimmung im Haus ist anders, jetzt da uns ständig Wasserleitungen einfrieren und die Sicherung sooft rausspringt.

Naja, ich freue mich jetzt auf einen Abenteuerurlaub mit Caro und Co. Und natürlich auf Sophie.