Jaja, das gute alte Wetter. Es vermießt mir nicht den Tag, aber ich frag mich immer wie es in einer Touristenstadt so menschenunfreundlich stürmen, regnen und kalt sein kann. Das muss die ungestüme Ostsee sein.Aber es ist Herbst, den bäumen bleibt ja bei diesem Sturm nichts anderes übrig als ihre Blätter (und Äste) zu verlieren.
Aber andererseits hatte ich dann Samstag einen wunderschönen Herbsttag in Tartu, der Universitätsstadt von Estland. Dort hatten wir (eigentlich war ich auf beruflicher Mission mit der Schule unterwegs, hab mir dann aber zusammen mit Lotte ganz viel Freizeit gegönnt) wunderschönes Wetter und alles einen Euro billiger. Das heisst wir waren viel spazieren und dann natürlich wieder Kaffeetrinken! Spazieren gestaltet sich in Tartu schwieriger, weil man nach einer Stunden spätestens wieder den gleichen Weg läuft. Es ist also schon ne Nummer kleiner alsTallinn. Die vielen Studenten, die wir rumlungernd auf den Strassen erwarteten blieben komischerweise auch aus, vielleicht stehen die samstags immer erst später auf. Aber die Stadt lohnt sich auf jeden Fall, schonalleinn weil alles so billig ist undwirklich Charme hat.
Ich bin gerade dabeialle möglichen Second-Hand Läden derStadt abzuklappern, und das verrückte ist, dass ich immermehr entdecke! Haha! Toll! Mit Lotte kann man das zum Beispiel auch sehr gut, und ich glaube auch dass ich mich mit Lotte in nächster Zeit mit viel Kultur zuballern werde, das tut mir gut, weil allein ins Theater und auf Konzerte zu gehen macht nur halb so viel Spass. Dafür bin ich ihr, der Kulturbereichs-Praktikantin am Goethe-Institut aus Lübeck, sehr dankbar!
Ah und noch was lustiges hab ich gestern zum zweiten und garantiert nicht zum letzten Mal erlebt: Ein Besuch auf dem Russenmarkt (gemein, ich weiss). hihi, aber es ist wirklich ein großer Markt, mit Markthalle auf dem hauptsächlich Russen verkaufen und dann natürlich automatisch viele Russen einkaufen. Da gibts echt alles mögliche, Gemüse und Obst, getrocknet oder ganz frisch, ne riesige Fleischhalle (hab ich mich noch nicht reingetraut), frischen Quark und Käse, Brot und so weiter. Ausserdem die schicksten Kleider der Stadt, die würde ich nicht mal auf einer Bad-Taste Party tragen! Dann hab ich gestern auch ganz charmante, kleine, alte Frauen entdeckt, die am Zaun selbstgemachte Socken und Schals verkaufen undAbleger ihrer Zimmerpflanzen. Mensch mensch, die sind echt herzzerreissend. Auf dem Markt kann man im Zweifelsfall auch alles probieren, ob man will oder nicht, wenn man sicheine Sache zulange kritisch anschaut bekommt man gleich ein kleines Stück hingehalten.
Abgesehen davon, dass es jedes Mal wieder ein Erlebnis ist, dort einzukaufen ist es auch einfach viel billiger und frischer als im Supermarkt.
Ui, was ich noch gar nicht erzählt hab ist (und das wäre eigentlich ein eigener Blogeintrag geworden), dass ich meinen Geldbeutel geklaut bekommen habe. dieses ganze letzte Wochenende war wie verhext. Wir hatten einen total netten Abend beiLotte zu Hause, haben gekocht und warenanschließend noch im juuksur, einer Kneipe in der Altstadt. Um ca. 1 Uhr war ich zu Hause und am nächsten morgen konnte ich meinen Geldbeutel nicht finden. Ich hab die ganze Wohnung abgesucht, weil ich einfach nicht glauben konnte, dass er mir gestohlen wurde. Ich hätte es wahrscheinlicher gefunden, wenn ich ihn nachts beim Schlafwandeln dasKlo heruntergespült hätte. Naja, auf dem Weg in die Stadt mussten wir dannfeststellen, dass Teresas Fahrradsattel auch eiskalt geklaut wurde, sie hatte sich dasFahrrad gerade erst gekauft(wahrscheinlich war es auch geklaut, aber das tut nichtszur sache). Am Sonntag waren wir dann zu dritt im Park frühstücken und danachmerkte Teresa promt, dass ihr Geldbeutel auch fehlt. Sie muss ihn auf der Parkbank liegen gelassen haben und dannwar er einestunde später weg. Jaja, so läufts hier ein bisschen, man muss einfach schauen, dass man seinewichtigen Sachen beieinander hat.
Also, auf eine schöne Woche!! Und besseres Wetter! Knutscherle.