kroenchen

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Viel passiert 27. Oktober 2009

Filed under: Allgemein — Sally Gutmann @ 16:56

Uiuiui. Ihr glaubt gar nicht was sich in den letzten zwei Tagen bei mir alles getan hat. Das ist wirklich einen weiteren Blogeintrag wert!

Zum einen hat sich das mit dem Chor erledigt… Eigentlich eine sehr lustige Geschichte, denn wie sich herausgestellt hat ist der Chor doch nicht ganz so locker (aber trotzdem studentisch) und mir wurde ans Herz gelegt, nur bei den einfachen Stücken mitzusingen…(Jetzt könnt ihr euch ein kleines selbstmitleidiges Grinsen von mir vorstellen) Naja, ich denke, dass ich dann anstatt des Chores im Goethe-Institut mithelfe und unter der Dusche weitersinge.

Dazu kommt, dass ich mich gestern morgen entschieden habe auf die Wurzeln friedlichen und ökologischen Miteinanders zurückzukommen und am Sonntag in die Hausgemeinschaft “Neue Welt” einzuziehen. Es wird sich eigentlich nicht viel ändern dadurch, meine Adresse ändert sich natürlich und vielleicht komm ich als verzottelter Hippie zurück. Aber das Amen hab ich ja schon von Mama und Papa, die sich wohntechnisch auch wieder in die 68er zurückbegeben. Nein, mal im Ernst. Natürlich hat so ein älteres Holzhaus seine Macken, es wird zum Beispiel nur mit Holz geheizt, aber für mich bedeutet der Umzug einfach auch ein tolles Netzwerk vieler(12) kreativer, estnisch sprechender Menschen, auf die man sich verlassen kann, wenn man irgendwas braucht und mit denen ich sicher auch viel Spass haben werde. Ich hab mich dort schon beim ersten Mal (wie ich schon erzählte) so wohl gefühlt und jetzt hab ich eben letzten Freitag das Angebot bekommen dort miteinzuziehen. Ausserdem ist es viel günstiger als meine Wohnung und ich hab dort auch alles was ich brauche!

Im dezember werde ich dann auch noch nach Budapest/Ungarn fahren müssen, weil ich da so ein Zwischenzeminar habe. Mal schauen, auf jeden Fall treff ich da sicher wieder ienige tolle Leute vom Vorbereitungsseminar in Berlin! Ich würde behaupten, dass hier alles gerade ziemlich rund läuft. Bald kommen natürlich auch die ersten Fotos!

 

Besuch aus Schweden! 25. Oktober 2009

Filed under: Allgemein — Sally Gutmann @ 23:21

Nach diesen wundervollen 5 Tagen mit Manu hab ich jetzt natürlich wieder einiges zu erzählen! Viel zu viel um ehrlich zu sein! Naja, ich beschränke mich auf Kurioses und wahnsinnig Schönes, gut?

Ich hab jetzt hier im Chor angefangen, jetzt sing ich also jeden Donnerstag abend estnische und englische Lieder in einer sehr lockeren und studentischen Atmosphäre. Eigentlich ist das mit den Hobbies hier ein bisschen blöde, weil ich ja immer nachmittags und abends arbeite, aber ich denke, den Donnerstag muss ich mir jetzt einfach irgendwie freischaufeln. Denn das Singen macht wirklich Spass und den Kopf frei! Manu ist übrigens uuch gleich mit eingestiegen und hat bei den Tenören mitgesungen… Am Freitag war ich in meiner ersten Oper! hihi, der Name: “Die Formel der Liebe”, also reichlich schnulzig das alles und total tragisch natürlich. Aber für schlappe 5 €  hat sich das wirklich gelohnt und wird auch demnächst wiederholt! In der oper hier gibts auch keinen Dresscode, da kann man auch in Jeans und Turnschuhen rein (Das hab ich aber eigentlich eh nie an…)

 Und gestern haben wir dann den zweiten Versuch gestartet in den Lahemaa-Nationalpark zu fahren. Der ist circa eine stunde mit dem Auto entfernt und man kann da eigentlich ganz schön durchs Moor wandern. Leider hat es viel geregnet die letzten Tage und somit waren viele der Wanderwege nicht begehbar. Aber den Besuch im Nationalpark kann ich jetzt abhaken auf meiner Liste der Dinge die ich unbedingt noch machen will! Und viele neue Lieblingsplätze hab ich mit Manu entdeckt, das muss man schon sagen,a lso gibt es für zukünftige Besucher noch mehr zu sehen!

Zum Fortschritt meiner Integration hier kann ich gar nicht soviel sagen, ich lerne immernoch unglaublich viele Leute die ganze Zeit kennen, aber meistens nur auf Smalltalk-Ebene und das find ich schon immer ziemlich schade.Aber ich denke der Chor ist eine ganz gute Gelegenheit auch Estnisch zu sprechen, denn die Chorleiterin kann kaum Englisch und der Rest des Chors besteht auch nur aus Esten. Ich war ja jetzt auch endlich auf einem Erasmustreffen, obwohl ich ja eine Grundsätzliche Abneigung gegen diese Party-Austauschstudenten hab. Aber dieses Tandem-Cafe war dazu gedacht, Menschen zu treffen, die die Sprache sprechen, die man gerne verbessern würde und im Gegenzug die Sprache erlenen wollen, die man selbst als Muttersprache hat. verstanden? Also ich zum Beispiel hab eine Finnin kennengelernt, die auch gerne Deutsch sprechen würde. Mal sehen was daraus wird! Gute Nacht!

 

Helsinki… 18. Oktober 2009

Filed under: Allgemein — Sally Gutmann @ 20:34

Ja, ich weiß doch wieder wo mein Herz geblieben ist: In Finnland und mittlerweile könnte es auch gut in Helsinki gelandet sein! Ich hab gerade ein ganz wundervolles Wochenende bei Saara hinter mir und würde das jetzt am liebsten alle 7 Tage so machen! Warum es mir so gut gefallen hat, trotz ungemütlichen Wetters, hat mehrere Gründe. Zum einen hab ich mich unheimlich gefreut Saara wieder zu sehen. Diesmal in einer ganz anderen Umgebung mit ein paar Freunden aus Kajaani, die ich auch noch kannte, in ihrer eigenen Wohnung und sich gerade Helsinki zu zurecht findend. Außerdem hab ich mehr denn je gemerkt wie gut wir uns verstehen und dass unsere Interessen gut zusammen passen!

Saara wohnt auch in einem interessanten Viertel in Helsinki, dem „Party-Viertel“ vielleicht. Also waren wir am ersten Abend erstmal bei Saara zu Hause, da sie ihre Einweihungsfeier hatte und sind danach noch losgezogen.

Terry, Seila, Mark und ich

Terry, Seila, Mark und ich

Nachdem ich ja in Tallinn nie so gut schlafen konnte, taten mir die zwei Nächte, in denen ich wirklich wunderbar geschlafen hab, doppelt gut. Gestern haben wir ein paar Second-Hand Läden abgeklappert und sind mittags chinesisch Essen gegangen. Abends hat mich Saara dann zu ihrem neuen Theaterprojekthaus mitgenommen, wo an diesem Abend auch ein kleines Theaterfestival stattfand. Mir ist aufgefallen wie sehr ich diese Theaterkommunen mag. Da trifft man auf jeden Fall immer interessante Leute.

Heute morgen waren wir dann auf einem riesigen Flohmarkt, mensch da hätte ich echt Stunden verbringen können, wir hatten aber nicht soo viel Zeit, weil Saara zur Theaterprobe musste und ich noch ins Kiasma wollte. Jedenfalls hab ich mir dort dann einen neuen Geldbeutel, mein Lieblingsbuch, einen Karottenschäler und Handschuhe gekauft (den Rest erzähl ich nicht). Mein Museumsbesuch im Kiasma war diesmal besonders spannend. Dort hatte nämlich eine deutsche Künstlerin namens Pippilotti Rist eine Ausstellung. Eigentlich war es keine richtige Ausstellung, eher bewegte Kunst in Form von Filmen und Lichtinstallationen. Dafür aber auch reichlich verrückt. Ja und nach einem gemeinsamen Abendsalat mit Saara sitz ich jetzt wieder auf dem Schiff nach Tallinn (hier gibt’s natürlich auch freies Internet). Aber es gibt noch was anderes, dass mich total gefreut hat, nämlich dass ich immer noch Finnisch kann! Ich mein, ich hab das ja auch immer behauptet, aber so richtig sicher war ich mir nicht…Naja und es hat echt super geklappt. Dadurch hat sich mir noch ein anderer Floh ins Ohr geschlichen: Ein Studium in Helsinki. Da muss man aber erst Sprachtests machen und alles. Aber das könnte ich ja bei meinem nächsten Heslinkibesuch in Angriff nehmen. Ach ja und es war so schade, dass ich Anita nicht getroffen hab. Sie ist nächstes Wochenende in Helsinki, aber da bekomme ich Besuch von Manu!!! Darauf freue ich mich auch unheimlich. Bin nämlich schon total gespannt drauf jemand anderem mein Tallinn zu zeigen! Und Weihnachten in Kajaani ist auf jeden Fall schon vorprogrammiert und geplant. Vielleicht schaff ich’s aber auch schon vorher auf einen weiteren Besuch nach Helsinki.

 

Wandern, Trampen und beim Konzert sitzen bleiben! 11. Oktober 2009

Filed under: Allgemein — Sally Gutmann @ 21:55

Haha! Ich hab mal wieder ein paar Fotos von den letzten Tagen. Denn es waren sehr schöne Tage, die ich unter anderem mit Ausfliegen, Weggehen und Kultur-Erleben verbracht hab.

Vor dem schönen Bahnhof in Paldiski

Vor dem schönen Bahnhof in Paldiski

Am Freitag hatte ich vormittags frei und bin dann, nach einer halbwegs durchzechten Nacht (hab endlich die Kneipe meines Vertrauens gefunden!) bei Lotte, mit Marie, einer sehr netten Lehramtspraktikantin, an den Strand in Pirita (2km von Tallinn) gegangen. Es hat aber leider den ganzen Morgen geregnet, Regenschirme funktionieren bei diesem Ostseesturm nicht mehr, deswegen hat sich unsere geplante Wanderung in einen kleinen Spaziergang mit anschließendem Kochen verwandelt. Sehr sehr schön!

Nass!Nass!

Also Ausfliegen will eigentlich heissen, dass ich zusammen mit Lotte und Marie einen Ausflug ins ca. 50 km entfernte Paldiski, einem ehemaligen sowjetischen Militärdorf, unternommen hab. Der Bericht des Reiseführers klang schonmal ziemlich interessant (Paldiski- Wilkommen in der Hölle!) und deswegen sind wir auch hingefahren (: Nein, es war einfach relativ ausgestorben und Sehenswürdigkeiten waren unter anderem alte Bunker, ein halb versunkenes U-Boot und ein nicht mehr vorhandener, kleiner Atomreaktor. um das ganze ein bisschen abenteuerlicher zu gestalten sind wir die hälfte des Hinwegs getrampt und wurden dann nach einer kleinen Wanderung durch den Wald, auch von einem kleinen Reisebus voller betrunkener Finnen mitgenommen.hihi, da weiss ich dann wieder warum ich Finnisch gelernt hab! Paldiski liegt aber genau an der Küste, deswegen konnten wir ganz gut an den “Klippen” (5m hoch) entlang wandern. Das war für mich ein richtig schöner Tag, weil ich richtig Auslauf hatte und wir auch mal aus Tallinn rauskamen. Achso, auf dem rückweg hat uns dann ein estnischer Reisebus mitgenommen!...)

Für heute hatten wir seit einer Woche Konzertkarten der “Klezmatics”, einer recht bekannten Klezmerband aus den USA. Das ganze war so eine Art Großgruppenaktivität, weil sich dann letztenendes ganz viele auch Karten gekauft haben (also ich mein Leute, die ich hier kenn in Tallin). Naja, wie auch immer. Das Konzert war wirklich großartig, aber leider in der Estonia-Konzerthalle, wo es nur Sitzplätze gibt und das Publikum grundsätzlich schonmal 30 Jahre älter ist, als bei anderen Kultuveranstaltungen. Also Stehplätze auch irgendwie ungerecht gewesen wären. Ich wäre einfach gern gestanden, dann hätte es mich nicht immer so in den Beinen gejuckt.

Ah, und danach(ganz wichtig!) hab ich noch endlich eine meiner Entdeckungen in Tallinn besucht. Ich wusste nämlich die ganze Zeit, dass es hier so eine selbstverwaltete Hausgemeinschaft gibt (->Kommune) und hab auch schonmal Kontakt mit denen aufgenommen, war aber nie dort. Denn man kann da auch jeden Abend zum Essen hinkommen und es sind jede Woche verschieden Kulturveranstaltungen. Heute gabs Karotten-ingwer-Suppe (Klischee, ich weiss) und einen Film. Die Leute da sind sehr nett und offen, das heisst ich werde da jetzt wohl öfter hingehen (:

 

Hey Ho,….let’s stay home. 5. Oktober 2009

Filed under: Allgemein — Sally Gutmann @ 10:37

Jaja, das gute alte Wetter. Es vermießt mir nicht den Tag, aber ich frag  mich immer wie es in einer Touristenstadt so menschenunfreundlich stürmen, regnen und kalt sein kann. Das muss die ungestüme Ostsee sein.Aber es ist Herbst, den bäumen bleibt ja bei diesem Sturm nichts anderes übrig als ihre Blätter (und Äste) zu verlieren.

Aber andererseits hatte ich dann Samstag einen wunderschönen Herbsttag in Tartu, der Universitätsstadt von Estland. Dort hatten wir (eigentlich war ich auf beruflicher Mission mit der Schule unterwegs, hab mir dann aber zusammen mit Lotte ganz viel Freizeit gegönnt) wunderschönes Wetter und alles einen Euro billiger. Das heisst wir waren viel spazieren und dann natürlich wieder Kaffeetrinken! Spazieren gestaltet sich in Tartu schwieriger, weil man nach einer Stunden spätestens wieder den gleichen Weg läuft. Es ist also schon ne Nummer kleiner alsTallinn. Die vielen Studenten, die wir rumlungernd auf den Strassen erwarteten blieben komischerweise auch aus, vielleicht stehen die samstags immer erst später auf. Aber die Stadt lohnt sich auf jeden Fall, schonalleinn weil alles so billig ist undwirklich Charme hat.

Ich bin gerade dabeialle möglichen Second-Hand Läden derStadt abzuklappern, und das verrückte ist, dass ich immermehr entdecke! Haha! Toll! Mit Lotte kann man das zum Beispiel auch sehr gut, und ich glaube auch dass ich mich mit Lotte in nächster Zeit mit viel Kultur zuballern werde, das tut mir gut, weil allein ins Theater und auf Konzerte zu gehen macht nur halb so viel Spass. Dafür bin ich ihr, der Kulturbereichs-Praktikantin am Goethe-Institut aus Lübeck, sehr dankbar!

Ah und noch was lustiges hab ich gestern zum zweiten und garantiert nicht zum letzten Mal erlebt: Ein Besuch auf dem Russenmarkt (gemein, ich weiss). hihi, aber es ist wirklich ein großer Markt, mit Markthalle auf dem hauptsächlich Russen verkaufen und dann natürlich automatisch viele Russen einkaufen. Da gibts echt alles mögliche, Gemüse und Obst, getrocknet oder ganz frisch, ne riesige Fleischhalle (hab ich mich noch nicht reingetraut), frischen Quark und Käse, Brot und so weiter. Ausserdem die schicksten Kleider der Stadt, die würde ich nicht mal auf einer Bad-Taste Party tragen! Dann hab ich gestern auch ganz charmante, kleine, alte Frauen entdeckt, die am Zaun selbstgemachte Socken und Schals verkaufen undAbleger ihrer Zimmerpflanzen. Mensch mensch, die sind echt herzzerreissend. Auf dem Markt kann man im Zweifelsfall auch alles probieren, ob man will oder nicht, wenn man sicheine Sache zulange kritisch anschaut bekommt man gleich ein kleines Stück hingehalten.

Abgesehen davon, dass es jedes Mal wieder ein Erlebnis ist, dort einzukaufen ist es auch einfach viel billiger und frischer als im Supermarkt.

Ui, was ich noch gar nicht erzählt hab ist (und das wäre eigentlich ein eigener Blogeintrag geworden), dass ich meinen Geldbeutel geklaut bekommen habe. dieses ganze letzte Wochenende war wie verhext. Wir hatten einen total netten Abend beiLotte zu Hause, haben gekocht und warenanschließend noch im juuksur, einer Kneipe in der Altstadt. Um ca. 1 Uhr war ich zu Hause und am nächsten morgen konnte ich meinen Geldbeutel nicht finden. Ich  hab die ganze Wohnung abgesucht, weil ich einfach nicht glauben konnte, dass er mir gestohlen wurde. Ich hätte es wahrscheinlicher gefunden, wenn ich ihn nachts beim Schlafwandeln dasKlo heruntergespült hätte. Naja, auf dem Weg in die Stadt mussten wir dannfeststellen, dass Teresas Fahrradsattel auch eiskalt geklaut wurde, sie hatte sich dasFahrrad gerade erst gekauft(wahrscheinlich war es auch geklaut, aber das tut nichtszur sache).  Am Sonntag waren wir dann zu dritt im Park frühstücken und danachmerkte Teresa promt, dass ihr Geldbeutel auch fehlt. Sie muss ihn auf der Parkbank liegen gelassen  haben und dannwar er einestunde später weg. Jaja, so läufts hier ein bisschen, man muss einfach schauen, dass man seinewichtigen Sachen beieinander hat.

Also, auf eine schöne Woche!! Und besseres Wetter! Knutscherle.