Nur ein kleiner Schritt …

Man muss auch mal raus aus Monterrey. Mexiko ist so ein großes, vielfältiges, interessantes Land, das will auch mal erkundet werden.

Diese Gedanken spukten mir schon länger im Kopf herum, und so fand ich mich vergangenen Samstag, nachdem ich einen 10h Vertretungsunterrichtstag hinter mir hatte, mit einem Freund in einem komfortablen Reisebus in Richtung Ciudad Valles, San Luis Potosí, wieder.

Er wollte seine Ferien in seiner Heimatstadt bei seiner Familie verbringen und hatte mich spontan eingeladen, bis Montagabend mitzukommen.

AAAAH! Ja. Ich bin tatsächlich mit dem Bus 8h durch Mexiko gefahren. Und bevor hier jemand in Panik verfällt (wie schon erlebt bei meiner sich stetig sorgenden Mutter :* ): da es in Mexiko lediglich Güterzugverkehr gibt und Fernbusse die einzige Alternative zum Fliegen sind, sind diese von ausgezeichneter Qualität.

Massenhaft Platz im Fußraum, eigene Bildschir
e mit Filmen etc., selbstverständlich freies WLAN usw. Meiner Meinung nach können sich Flixbus und Co. da noch Einiges von abschauen.

Leider konnte ich all diese Vorzüge nicht in Anspruch nehmen, da ich sofort eingeschlafen bin und erst wieder etwas wahrnahm, als der Bus am winzigen Busbahnhof von Valles hielt.

Nachdem wir von der Mutter abgeholt und ins Haus gebracht wurden (ich werde mich niiiemals an die unglaubliche Gastfreundlichkeit der Mexikaner gewöhnen können, die mich immer wieder aufs Neue beeindruckt!), machten wir uns auf dem örtlichen Markt erstmal auf die Suche nach einem Frühstück. Eins steht fest: ich kann in Deutschland auf jeden Fall niemals wieder Früchte wie Mango, Kiwi, Bananen, Ananas und natürlich Avocado essen, ich wäre von dem vergleichbar faden Geschmack viel zu enttäuscht. Außerdem kauften wir noch Zacahuil und die freundlichen Verkäufer ließen uns auch bei der Herstellung zugucken.

Ich möchte nicht wirklich auf Details des Gerichts eingehen, weil ich wirklich viel zu wenig über das mexikanische Essen weiß, um euch das wirklich näher zu bringen, aber grob gesagt ist es eine Masse aus u.a. Fleisch, Mais und Bohnen, die eingewickelt in Bananen
blättern in einem Holzkohleofen an die 10h gebacken wird. Die verbrannten Blätter werden entfernt und man kratzt die Fleischmasse aus dem Bananenblatt.

Bevor ich mich wieder in meiner Begeisterung über das Essen verliere: eigentlich war ich in Valles, um die wunderschöne Natur, die einen krassen Gegensatz zu der versmogten Großstadt Monterrey darstellt, zu genießen.

Nach dem Essen ging es dann also los in die Nähe der Stadt El Naranjo, um den wundervollen Wasserfall dort zu besuchen. Das Wasser war türkisblau und warm, ich habe noch nie in meinem Leben so etwas Beeindruckendes gesehen. Getoppt wurde das dann nur noch von dem zweiten Stopp des Tages, Minas Viejas. Hier sind wir zwar nicht mehr schwimmen gegangen, weil die Sonne bereits am Untergehen war und es dementsprechend kalt wurde, aber trotzdem war die Natur einfach beeindruckend, ich habe mich gefühlt, als wäre ich bei einem Shooting für ein Reisemagazin oder beim Dreh eines Hollywoodfilms.
Es fällt mir schwer, Worte zu finden, um das angemessen zu beschreiben, deshalb hier einige Bilder:

 

 

 

 

Abends war ich dann so fertig vom ganzen Schwimmen, wie schon lange nicht mehr.

Doch das war noch lange nicht alles: am Montag ging es nach Minas Viejas, eine Reihe von Wasserfällen, die so gut gelegen sind, dass man auch von ihnen springen kann.

Und das haben wir dann auch gemacht.

Wer mich kennt, der weiß, dass Höhen und ich sonst gar nicht gut miteinander auskommen. Aber es war immer nur ein kleiner Schritt. Ein kleiner Schritt, zu dem man sich überwinden musste, der einem aber so viel Spaß und Adrenalin gebracht hat, der es einem ermöglicht hat, in die Höhlen hinter den Wasserfällen zu gelangen, der zwar zunächst beängstigend erschien, aber so viel Freude und Glück bereitet hatIch habe die anderen Touristen wirklich bemitleidet, die lieber am Rand stehen geblieben sind und nur zugeschaut haben. Was haben sie nicht alles verpasst!

Anschließend sind wir dann noch die angrenzenden Felsen und Steilwände hochgeklettert, um zu einem wunderschönen Aussichtspunkt zu gelangen. Ja, ich bin geklettert, und ich habe mich genauso angestellt, wie man es sich vorstellen würde, meine Beine sind übersäht mit blauen Flecken und Kratzern.

 

Nach diesem erlebnisreichen Tag gab es dann noch ein Abschiedsessen mit der ganzen Familie (was natürlich unheimlich lecker war) und dann ging es wieder auf zum Busbahnhof und in Richtung Monterrey. Abermals habe ich die Zeit dazu genutzt, zu schlafen, sodass ich dann nach einer kurzen Zeit zu Hause am Dienstag frisch und munter um 10h mit der Arbeit beginnen konnte.

Ich freue mich jetzt schon wahnsinnig darauf, nächste Woche über einen Brückentag nach Veracruz zu fahren, denn eins steht fest: selbst wenn es nur knapp zwei Tage sind, ich werde hier jede noch so kleine Möglichkeit zum Reisen wahrnehmen!

 

 

Katha

Ein Gedanke zu „Nur ein kleiner Schritt …

  1. Milena

    Hallo liebe Katha,
    Mexico ist so ein tolles Land, immer wenn ich deinen schönen Blog lese, bekomme ich wieder Sehnsucht danach. Genieße die Zeit noch dort!! Ich habe für ein Jahr in Guanajuato gelebt und falls du noch irgendwelche Tipps brauchst, was Reiseziele angeht, kannst du mir gerne schreiben 🙂
    Liebe Grüße aus Ungarn und viva México <3 deine Milena 🙂

    Antworten

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