Dale, Dale, Dale- No pierdas el tino

Dale, dale, dale,
No pierdas el tino;
Porque si lo pierdes
Pierdes el camino.

Ya le diste una,
Ya le diste dos;
Ya le diste tres,
y tu tiempo se acabó.

Traditionelles Weihnachtsfest in Oaxaca mit Leslies Freunden und ihrer Familie, die aus Deutschland zu Besuch war

Dieses Lied habe ich zu Weihnachten voller Inbrunst geschmettert, als es darum ging, die traditionelle piñata zu zerschlagen. Bei mir kam dieses Jahr nämlich kein Christkind oder Weihnachtsmann und ich war auch nicht in Monterrey, ich habe die freie Zeit über Weihnachten dazu genutzt mit Leslie zu Freunden von ihr in den Süden Mexikos, nach Oaxaca zu reisen. Durch ihre Kontakte vor Ort war es uns nicht nur möglich, in einer sehr familiären Posada (ähnlich wie ein Hostel) zu wohnen, sondern auch Weihnachten im Kreise der mexikanischen Familie ihrer Freunde auf sehr traditionelle Art und Weise zu feiern.

Weihnachten bei bis zu 30°C- eine neue Erfahrung für mich

Ersteinmal war ich beeindruckt von der Anzahl der Gäste, die zu Heiligabend eingeladen waren- ich, die Weihnachten normalerweise mit 6 Personen verbringt, war von den ca. 50 anwesenden Familienmitgliedern schon sehr erstaunt. Begonnen hat das Fest wie ich es auch schon bei der Posada in Ciudad de México erlebt hatte- ein Teil der Gruppe ging vor die Eingangstür, Maria und Joseph auf der Suche  nach einer Herberge symbolisierend, der andere Teil blieb drinnen und übernahm die Rolle der Herbergsbesitzer, die zuerst ablehnend auf den Wunsch nach Unterkunft reagieren. Inszeniert wird dieses kleine Szene mit einem bestimmten Lied, dessen Strophen abwechselnd von den Menschen drinnen und draußen gesungen wird, sodass ein Dialog entsteht. Begleitet wird alles mit Kerzen, Wunderkerzen und Trillerpfeifen, die beim abschließenden Einlass in die Herberge vor Freunde genutzt werden.

Erst nach dem fulminanten Essen um Mitternacht wurde dann in Oaxaca wirklich Weihnachten gefeiert- die Familie kam zusammen, alle umarmen sich und eine Puppe des Jesuskind wurde herumgereicht. Dazu wurde quasi ein Schlaflied gesungen und das Jesuskind hin und her gewiegt.  Anschließend wurde Gott dafür gedankt, dass sich alle gesund zum Weihnachtsfest einfinden konnten, Fürbitten gesprochen und das Vaterunser gebetet. Nach diesem Teil der posada ging die Feier dann gemütlich weiter.

Ich möchte hier auch nochmal anmerken, dass ich unheimlich dankbar dafür bin, wie die Leute, denen ich hier in Mexiko begegne, mich aufnehmen. Gerade zu solch einem familiären Fest wie Weihnachten hätte ich nicht erwartet, dass beinahe alle Familienmitglieder neugierig das Gespräch mit uns gesucht haben, uns baten mehr zu essen und sich generell sehr um unser

Ein Haus in Oaxaca mit einer weihnachtlichen piñata- die traditionellen haben eigentlich nur 7 Zacken, die für die 7 Todsünden stehen

leibliches Wohl sorgten. Die Atmosphäre hier ist, zumindest meinen bisherigen Erlebnissen nach, immer unheimlich freundlich und warmherzig, sodass man sich einfach nur willkommen und wohlfühlen kann.

 

 Aber auch Oaxaca als Stadt generell hat mir unheimlich gut gefallen. Im Gegensatz zu Monterrey ist die Stadt noch sehr historisch geprägt, es macht alleine schon Spaß durch die wunderschönen kleinen Gassen mit ihren bunten Häusern zu laufen. Auch die prächtigen Kathedralen und Plätze sind für mich aus Berlin neuartig und ziemlich beeindruckend gewesen. Die generelle Einstellung der Stadt und die Stimmung ist auch ganz anders als in Monterrey, alles befindet sich im Aufbruch, es gibt viele politische Proteste und den Wunsch nach Wandel, der offen zum Ausdruck gebracht wird, was mich sehr fasziniert hat.

Proteste in den Straßen der Stadt

 

Wahrscheinlich wiederhole ich mich, wenn ich schon wieder über das mexikanische Essen rede,  aber gerade in Oaxaca gibt es auch eine Vielfalt an traditionellem Essen, das unglaublich lecker schmeckt und zum Beispiel in Monterrey nur schwer zu bekommen ist.

 

Leslie und ich mit ihrem Kumpel Ben, der ebenfalls aus Deutschland zu Besuch war

Bekannt ist Oaxaca gerade für seine artesanía, also traditionelles Kunsthandwerk. Wir hätten Stunden damit verbringen können, zwischen den einzelnen Ständen herumzuschlendern, die kleine Holzfiguren, geknüpfte Armbänder, bunte Rucksäcke, Portemonnaies und vieles mehr verkauften, und natürlich konnten wir auch nicht widerstehen,  das eine oder andere Mitbringsel zu ergattern.

Am 27.12. trat ich dann ein bisschen wehmütig meinen Rückweg nach Monterrey an. Silvester habe ich hier ganz entspannt mit Freunden verbracht und vertreibe mir sonst meine Zeit bis zum Arbeitsbeginn damit, meine Stadt ein bisschen besser kennenzulernen- also sich auch mal die Zeit zu nehmen, Touristen Hotspots zu besuchen, in Museen zu gehen etc. und natürlich auch Freunde zu treffen.

Ich hoffe ihr da drüben hattet alle ein wunderschönes Weihnachtsfest mit den Lieben und seid gut reingerutscht!

Saludos

Katha

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