Update aus dem verregneten Monterrey

Langsam, ganz laaangsam wird es auch hier herbstlicher: der Regen hat eingesetzt in Monterrey.

Eigentlich ist „Wetter“ ja ein typisches Smalltalk Thema und eignet sich nicht für einen interessanten Blogeintrag, aber ich muss mich jetzt einfach mal darüber auslassen, dass Regen in Monterrey etwas ganz anderes bedeutet als in Deutschland. Wenn sich hier einmal die dunklen Wolken über den Bergen sammeln, beeilt sich jeder, nach Hause zu kommen, denn sobald sich diese dann über der Stadt zusammengezogen haben, geht der sinnflutartigste Regen los, den ich seit langem gesehen habe. An sich ein beeindruckendes Naturschauspiel, das ich allerdings nicht so bewundern kann, wenn ich gerade noch unterwegs und weit von einem trockenen Plätzchen entfernt bin.

Außerdem gibt es hier irgendwie ein Problem mit dem Abfluss des Wassers von den Straßen, ich bin zwar kein Experte für Kanalisation, aber irgendwas läuft infrastrukturell doch schief, wenn nach einer Nacht des Regens das Wasser überall knöcheltief auf den Straßen und Gehwegen steht, und das nicht nur in den Schlaglöchern. Ich bin in den letzten Tagen dementsprechend eher zur Arbeit gewatet und geschwommen.

Trotzdem, und das ist der größte Vorteil im Vergleich zu Deutschland, ist die Sonne schon wieder in Sicht- ab Montag soll der Regen aufhören und dann wird es auch wieder warm. Ein Glück, denn ja, ich weiß, alle Daheimgeblieben werden jetzt lachen müssen, aber mir kommen hier 17°C wirklich richtig kalt vor. 😀

Abgesehen von dem Regen gibt es aber auch zwei positive Neuerungen:  in meinem Zuhause, dem Casa Azul, steht jetzt eine Couch! Wir haben sie am Donnerstag bekommen, bereits getestet und für bequem befunden, und meine Mitbewohnerinnen und ich gehen davon aus, dass sie uns noch so manchen gemütlichen Abend bescheren wird. Und gleich noch eine gute Nachricht hinterher: ich habe in meinem Bad jetzt auch warmes Wasser!

Die neue Couch

Die neue Couch

Letzte Woche bin ich dafür (und für so manch anderen Luxus) sogar noch für ein paar Tage bei Leslie eingezogen und hab mir eine entspannte Zeit mit ihr gemacht, so lange ihre Freunde verreist waren, und kaum kam ich zurück, hat unser Hausmeister Marcelo schon dafür gesorgt, dass ich nun auch regulär warm duschen kann.

Wie man sich über solch eine scheinbare Kleinigkeit doch freuen kann.

 

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Mit Cornelia Götz und Michel Casas in der Aula Magna

Ansonsten hat diese Woche das letzte große Kulturevent dieses Jahres stattgefunden: das Konzert der deutschen Sopranistin Cornelia Götz mit Begleitung am Piano durch den Mexikaner Mitchel Casas im Rahmen des MéxicoLiederfest.

Wer mich näher kennt weiß, dass ich mich normalerweise nicht besonders für klassische Musik begeistern kann, doch nachdem ich bei der ersten Probe dabei war, musste ich insbesondere Cornelia nicht nur Respekt zollen, sondern auch erkennen, dass gerade ihre selbstgeschriebenen Lieder durchaus schön anzuhören waren. Meine Aufgabe war es, eine PowerPoint mit den Übersetzungen der deutschen Texte zu erstellen und während des Konzerts abzuspielen, sodass auch die mexikanischen Zuschauer der Musik folgen konnten.

Zur Aufführung am Dienstagabend herrschte dann auch großer Andrang und in dem eleganten Saal der Aula Magna mit anschließendem Empfang wurde dann ein schöner musikalischer Abend verbracht.

Das Wahlergebnis der USA, dass wir ja quasi in der gleichen Zeitzone live miterlebt haben, trübte dann die allgemeine Stimmung ein wenig. Zunächst machten sich die Mexikaner, wie ich es mitbekommen hatte, nicht allzu große Sorgen.Als der Republikaner Donald Trump dann als Sieger feststand, wuchsen jedoch die Befürchtungen.Selbstverständlich muss man Trump als demokratisch gewählten Präsidenten respektieren und ihm zunächst die Möglichkeit geben, sich in seinem Amt einzufinden. Doch trotzdem habe ich in Gesprächen mit einigen Schülern des CCA mitbekommen, dass ihnen nicht nur der stetige Fall des peso Sorgen macht, sondern sie auch befürchten, dass sich generell die relevante Wirtschaftsbeziehung zu den USA verschlechtern und die außenpolitische Zusammenarbeit beeinträchtigt werden könnte.

Doch ist bringt ja auch nichts, Prognosen zu stellen, der Wille des amerikanischen Volkes hat gesprochen und man wird sehen, was die Zeit so bringt.

Am Sonntag findet dann im CCA der letzte CineClub statt, bei dem wie immer ein Film des Goetheinstituts, diesmal „Freistatt“ von Marc Brummund gezeigt wird.

Dann hält auch schon die Weihnachtsstimmungen Einzug im CCA und es geht in die Vorbereitung des traditionellen Weihnachtsmarktes, aber generell kehrt Ruhe ein.

¡Saludos!

Katha

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