Ich lerne, was ein 8h Tag bedeutet

Jetzt habe ich bereits seit 14 Tagen mexikanischen Boden unter den Füßen und bereits seit
Samstag ist meine erste Arbeitswoche im Centro Cultural Alemán vorbei.

Ich konnte mir ja nie genau vorstellen, was ein „Kulturzentrum“ so genau machen würde, natürlich war ich mir der Einteilung in die Spracharbeit und die Kulturarbeit bewusst und theoretisch hatte ich auch schon über die sozialen Netzwerke mitbekommen, was das CCA bereits für Veranstaltungen durchgeführt hat, doch es ist etwas ganz anderes, die Prozesse hier mitzuerleben.

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Sonnenuntergang vom Aussichtspunkt in Obispado

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Langsam komme ich auch in Monterrey rum, der Blick vom Aussichtspunkt in Obispado

Von Montag bis Donnerstag hospitierte ich größtenteils in der Spracharbeit, da sich meine Chefin, mit der ich zusammen für die Kulturarbeit zuständig bin, noch auf einer Fortbildung in Mexiko-Stadt befand. Es war ziemlich spannend, die unterschiedlichen niveles der Kurse, die ja in Buchstaben von A-C angegeben werden, mal praktisch umgesetzt zu sehen.
Selbst die A1 Anfänger lernen schon einige Grammatik, bei der ich froh war, Muttersprachlerin zu sein, und ohne Regeln die passende Form finden zu können.
Wobei, manchmal kam auch ich ins Straucheln, zum Beispiel bei der von einem Schüler gestellten Frage, was denn die Mehrzahl von Kinn sei?

Außerdem konnte ich mir einige Tipps von den Lehrern holen, denn wahrscheinlich werde ich in den nächsten Monaten zumindest einen Kurs übernehmen, auch wenn meine Praktikantentätigkeiten hauptsächlich im Bereich der „Kulturarbeit“ liegen.

Dieses abstrakte Wort füllte sich dann am Donnerstag mit Leben, als meine Chefin zurückkam und mir gleich eine Vielzahl von Projekten präsentierte, die in den nächsten Wochen anstehen. Und bevor ich mich noch richtig umschauen konnte, war ich auch schon mittendrin in dieser „Kulturarbeit“, organisierte mit, traf mich mit Choreographen für ein baldiges Tanzprojekt, schrieb Mails, ging mit zu Schulen um dort Werbung für unsere Veranstaltungen zu machen und und und…  Als kleines Beispiel: Am 6.10 werde ich das erste Mal in meinem Leben das Oktoberfest besuchen, dass man dafür als Berlinerin erst nach Monterrey kommen muss 😀

Am Samstag (ja, wir arbeiten auch am Samstag und haben dafür in der Regel Freitag frei) konnte ich dann mit Leslie zusammen einen Deutschkurs geben, der aus 40 Leuten bestand. Keine durchschnittliche Größe, aber die Nachfrage nach Einsteigerkursen wächst!  Ich war überrascht, wie wissbegierig die Schüler waren, konnte mich aber auch das erste Mal wirklich in die Rolle des Lehrkörpers hineinversetzen und bekam ein wenig Mitleid mit meinen ehemaligen Lehrern und Lehrerinnen, deren Job ich wirklich unterschätzt hatte.

Allgemein kann man sagen, dass ich mich nach den ersten Tagen im CCA sehr wohl fühle und gerade vom familiären Gefühl im Team begeistert bin, ich wurde sofort von allen freundlich

quesadillas

Ja, es ist nicht nur ein Klischee; das Essen, was ich hier genießen darf, ist fantastisch, egal ob Tacos, Quesadillas und vieles mehr….

aufgenommen und akzeptiert. Generell sind die Mexikaner, denen ich persönlich begegnet bin, unheimlich gastfreundlich und interessiert. Ich werde des Öfteren als Europäerin identifiziert und angesprochen, gerade da Monterrey keine touristische Stadt ist und man nicht unbedingt blonde Mädchen im Stadtbild gewöhnt ist.

Das Verwirrenste, was mir bisher passiert ist, war die Begegnung mit einer Gruppe von Jugendlichen, die den 15. Geburtstag eines Mädchens gefeiert haben, und alle darauf bestanden haben, ein Foto mit mir zu machen. Eine für mich neue interkulturelle Erfahrung, von der ich noch nicht genau weiß, wie ich sie einordnen kann.

leslie

Auch Monterreys Nachtleben, zum Beispiel im Viertel Barrio Antiguo lohnt sich- an den freien Abenden sind Leslie und ich häufig auch mit Kollegen unterwegs oder gehen auf Feiern von Leslies Freunden

Der mexikanische Slang und die Schnelligkeit mit der hier gesprochen wird, machen es mir hier noch ein bisschen schwer, alles zu verstehen, sobald man nachfragt geben sich aber auch alle Mühe, zum Beispiel langsamer zu sprechen. Ich muss noch viel an meinem Spanisch arbeiten, hoffe aber, dass das auch gerade durch meine Arbeit besser wird.

Ich freue mich auf jeden Fall auf die nächsten Tage und die kommenden Veranstaltungen!

¡Hasta luego!
Katha

 

 

 

 

 

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