Kurz mal den Winter verjagen

In den letzten Tagen hatte sich die Sonne tatsächlich immer wieder mal kurz gezeigt und die ganze Stadt war plötzlich voller Menschen, die das schöne Wetter genoßen. Um jetzt aber ganz sicher zu gehen, dass der Sonnenschein nicht nur eine kurze Laune der Natur war, mussten zur Vetreibung des Winters zu härteren Mitteln gegriffen werden. In unserem Fall: ungarische Yetis.

Da es im Falle einer Freundin schon zur Verwirrung geführt hat: Das bin nicht ich. Obwohl meine Haare in der Früh oft in einen ähnlichen Zustand sind.

Diese haarigen Ungetümer sind am ungarischen Fasching, dem Busójárás zu bestaunen und zu fürchten. Zentrum des 6-tägigen Spektakels ist die Kleinstadt Mohács, die westlich von Pécs in der Nähe der Grenze zu Serbien und Kroatien liegt. Das ganze ist tatsächlich eine Riesenshow, das Gäste aus ganz Ungarn (und auch anderen Ländern) anzieht.

Warum die weißen Riesen durch die Stadt ziehen, dazu gibt es zwei Erklärungen. Die erste Legende spielt zur Zeit der Osmaneninvasion, in der die Ungarn aus Mohács vertrieben wurden. Nun kam ein kroatischer Mann eines Nachts zu ihrem Lagerfeuer und sprach ihnen Mut zu. Ein maskierter Ritter werde bald kommen und mit ihnen die Stadt einnehmen. Dafür sollten sie Masken und Waffen vorbereiten. Während eines Gewitters erschien dann tatsächlich dieser Ritter und sie schafften es die Osmanen zu vertreiben, weil diese sie aufgrund ihrer Masken und des Sturms für Dämonen hielten. Die zweite Erklärung ist etwas weniger spektakulär. Forschungen zeigen, dass der Umzug der Búsós ein altes germanisches Fruchtbarkeitsritual sein könnte.

Ob jetzt also Heldengeschichte, oder alter Brauch: Die Tradition des Busójárás besteht seit langem. Die Verkleidung hat sich seit jeher nicht geändert und unterschiedlichste Gruppen zeigen stolz ihre selbstgeschnitzten Masken.

Wenn man mal eine Auszeit von dem Winterschreck braucht, kann man typisch ungarisches Essen genießen, oder Musik lauschen. Das ganze war auf jeden Fall ein spannender Ausflug 😀

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