Von Meetings und Workshops, Strand und Meer, und dem Kulturweit-Zwischenseminar

Nach nun fast drei Monaten in Nairobi ist wirklich der Alltag eingekehrt. Ein Tag jagt den nächsten und ehe man sich versieht, ist es Mitte Dezember. Rekapitulierend folgt hier (m)ein Wrap-Up der letzten Wochen:

Vom 9.-11. November fand ein von der Nationalkommission organisierter Workshop zum Thema „Inklusivität und Nachhaltigkeit von Städten“ statt, bei dem Vertreter der UNESCO in Paris und dem Regionalbüro in Nairobi, Akademiker, Repräsentanten aus Städten und NGOs teilnahmen. Inhaltlich ging es darum, die globale Allianz ICCAR (International Coalition of Inclusive and Sustainable Cities) zu stärken und ein Instrument bzw. Assessment Tool zu schaffen, mit dem Städte weltweit inklusiver gestaltet werden können. Ich durfte nicht nur bei der Organisation des Workshops, sondern auch inhaltlich an dem Assessment Tool mitarbeiten und lernte viele interessante Menschen kennen. Am letzten Abend Tagen des dreitägigen Workshops im Hilton Hotel gab es sogar eine kleine (hier nicht dokumentierte) Abschlussparty.

Teilnehmer des Workshops 

Zusammen mit meinem Chef Herr Ongoto, Faith, Anita und George

Nach einer weiteren Arbeitswoche bekam Chris von Freunden aus Deutschland Besuch, mit denen wir uns eine Woche Auszeit am Meer nahmen. Zu fünft fuhren wir nach Mombasa an den Diani Beach, wo wir u.a. eine Schnorchel-Tour nach Wasini Island (ca. 7 km von der tansanianischen Grenze entfernt) machten. Unter Wasser konnten wir eine bunte Vielfalt an Fischen, Korallen und Seeigeln beobachten. Das Mittagessen (Fisch, Krabben, Chapati, Reis und Früchte) wurde in einem Restaurant mit wunderschönen Seeblick serviert und war ein Highlight des Tages. Den Rest der Zeit ließen wir die Füße im Meer baumeln, machten Sport und genossen die Sonne. Hier ein paar Eindrücke:

    

Zurück in Nairobi angekommen, besuchte ich ein Meeting der Konferenzwoche zum Thema „Global Partnership for Effective Development Co-operation“. Die Konferenz war in verschiedene Arbeitsgruppen unterteilt, wobei jede dieser Gruppen ein unterschiedliches Themenfeld adressierte. Als Repräsentantin des Kenya UNESCO Youth Forums nahm ich an dem Jugendforum teil, welches unter folgender Überschrift stattfand: „Creating an Enabling Environment for Meaningful Youth Involvement in the Development  Effectiveness Agenda: from Presence to Influence.“

 

Zudem organisierte die Bildungsabteilung der Nationalkommission anlässlich des World AIDS Tages am 1. Dezember ein Mitarbeitertraining, bei dem eine Vertreterin des National Aids Control Councils und ein Regierungsvertreter über HIV und AIDS in Kenia sprachen. Ich lernte einige Fakten und Statistiken zu dem Thema und erfuhr weiterhin etwas über die teilweise etwas kontroversen Ansichten der Anwesenden zum Thema HIV&AIDS, Gender, und Toleranz.

Mit den spannenden Erlebnissen der halben Arbeitswoche im Hinterkopf fuhr ich gemeinsam mit einigen bereits angereisten Mit-Freiwilligen zum Kulturweit Zwischenseminar, welches im Stadtteil Karen in Nairobi stattfand. Gemeinsam mit ca. 20 anderen Freiwilligen, die in Ost- und Westafrika ihren kulturweit Freiwilligendienst absolvieren und 2 Teamerinnen hatten wir ein paar spannende Tage vor uns. Neben einer Kennenlernrunde, sogenannten „Energizern“, und anderen Teambuilding Aktivitäten hatten wir viele angeregte Diskussionen zu Rassismus-, Postkolonialismus-, Gender- und vielen weiteren Themen. Anhand von zwei sehr interessanten Gastvorträgen beschäftigten wir uns als Gruppe mit unterschiedlichen Ansätzen und Ebenen der Entwicklungszusammenarbeit. Des Weiteren machten wir einen Ausflug ins Nationalmuseum und Go-Down Arts Center bzw. Giraffe Center und wichtelten am letzten Abend. Der Austausch mit den Mit-Freiwilligen und das Teilen unserer Erfahrungen aus unseren Einsatzstellen sowie den unterschiedlichen politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten in unseren Einsatzländern war sehr bereichernd. Gleichzeitig regte das Seminar noch einmal zum Nachdenken an, da wir auch sensible Themen ansprachen und unsere Rolle als Freiwillige reflektierten.

Hier ein paar Fotos des Zwischenseminars:

     

Last but not least – und um den Workshop-Marathon bis auf’s Erste abzuschließen – fand gleich im Anschluss an das Zwischenseminar ein weiterer Workshop des UNESCO Youth Forum’s statt. Nur ein paar Stunden nachdem wir in unser zu Hause in Nairobi zurückgekehrt waren nahmen Chris und ich den Nachtbus nach Mombasa, um pünktlich am nächsten Morgen im Seminarort einzutreffen. Zusammen mit einigen Mitarbeitern der Nationalkommission sowie Mitgliedern des Youth Forums und Vertretern des Directorate of Public Service Management und des National Youth Council arbeiteten wir von Montag bis Freitag an dem Strategic Plan des Kenya UNESCO Youth Forums, der im Anschluss an eine Phase des Stakeholder-Reviews, publiziert werden wird und für die nächsten drei Jahre als legale Arbeitsgrundlage des Youth Forums dient. Im Anschluss an die arbeitsreichen Tage machten wir einen täglichen Strand Spaziergang nach Hause, entdeckten abgelegene Restaurants mit tollem Meerblick, alte Ruinen, und schöne Buchten, wo auch Dromedar „Clemens“ an uns vorbeizog. Freitags nachmittags hatten wir sogar etwas Zeit um die Altstadt von Mombasa sowie Fort Jesus zu besichtigen. Fort Jesus ist eine menschenförmige (jesusähnliche) Festung in Mombasa, die im Jahre 1593 aus einem einzigen Stein von den Portugiesen erbaut wurde, um als Schutzschild der Altstadt und des alten Hafens von Mombasa zu dienen. Die Kontrolle über das Fort änderte sich mehrfach zwischen Portugiesen (1593-1729), Arabern (1729-1856), und Briten (1895-1963). Unser Tour-Guide „Aga Khan“ erzählte uns viel über die Geschichte des Fort Jesus, über seine Entstehung, die Zerstörung und seinen Neuaufbau. Heutzutage ist Fort Jesus Teil der kenianischen Nationalmuseen und wurde in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.

Hier ein paar Eindrücke:

Fort Jesus & Altstadt 

  

Mombasa’s Küste

Clemens

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