Jambo Masai – Karibu na Masai Mara (Willkommen im Masai Land)!

Wir schreiben Samstag, den 5. November. Chris, Jennie und ich sind auf dem Weg zur Masai Mara. Ca. 300 km, trennen Nairobi und das Land der Masai. Auf tansanianischer Seite heißt das Land Serengeti National Park. Wir kommen am Great Rift Valley vorbei, dem Großen Afrikanischen Grabenbruch, einer Riftzone, die sich von Ostafrika nach Südwestasien erstreckt und die Arabische von der Afrikanischen Platte trennt. Als wir mit dem Minivan halten, werde ich Zeugin von einem der schönsten Regenbogen, den ich je gesehen habe.

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Im Camp angekommen, stellten wir kurz unsere Taschen ab, ehe wir zu unserer ersten „richtigen“ Safari aufbrechen. Der Name „Masai Mara“ (lit. Mara: gepunktet) kommt übrigens daher, dass die Bäume im Nationalpark einzeln verstreut stehen und das Land daher wie gepunktet aussieht.

Kilometerweit können wir schauen, als wir uns auf die Sitze des Minivans stellen und die schöne Landschaft und Tiere beobachten. Wir sehen Gnus, Elefanten, Giraffen, Zebras, Löwen, Büffel, Pumbas und Timons, Strauße, andere farbenfrohe Vögel, Affen u.v.m. Etwas überrascht bin ich, dass so viele verschiedene Tierarten an einem Ort mehr oder weniger friedlich zusammenleben können.

Abends sitzen wir zusammen mit einigen Masai-Männern zusammen am Lagerfeuer und unterhaten uns etwas über ihren Lebensstil und interessante Themen wie Polygamie, Beschneidung, den Masai Hochsprung (ein Brauch der Masai, der besagt, dass je höher man springt, desto weniger Kühe für die Heirat einer Frau gezahlt werden müssen) sowie über das Mann-Werden. Um in den Kreis der Masai Männer, bzw. Krieger aufgenommen zu werden, muss jeder Masai einen Löwen getötet haben, oder zumindest dabei gewesen sein. Dafür bleiben sie meist einige Monate im „Bush“, wo sie über Medizin oder das Kämpfen lernen. Oft werden die Masai auch als Wachen eingesetzt, da sie daran gewöhnt sind, in der Nacht wach zu bleiben.

Die Masai definieren sich über den Besitz ihres Landes oder ihrer Herde. Daher werden wir beim Lagerfeuer auch gefragt, wie viel Land jeder von uns in Deutschland besitzt. Bei der Größe Deutschlands (halb so groß wie Kenia) und Bevölkerungsdichte (doppelt so viele wie in Kenia), waren sie überrascht, dass dies bei den meisten Deutschen nicht allzu viel ist…

Am nächsten Morgen stehen wir um 6 Uhr auf, um eine weitere Safari zu machen. Nach nur einigen Minuten werden wir Zeugen eines Löwen Frühstücks. Unserer Fahrer berichtet, dass Löwen das Fleisch eines Büffels nur essen, wenn es frisch ist. Das heißt also am Tag des Tötens und einen Tag danach. Die Überreste überlassen sie den Hyänen und Geiern.

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Auf der Rückfahrt machen wir in der Masai Village halt, wo wir vom Sohn des Ortsvorsitzenden und einer Gruppe Masai Männer mit traditionellen Tänzen begrüßt werden. Ca. 200 Menschen umfasst das Dorf, in dem die Masai durchschnittlich 9 Jahre leben, ehe sie weiterziehen.

Zudem werden wir in das Haus eines Masai eingeladen. Ohne Licht sitzen wir erst einige Minuten in dem Gemeinschaftsraum, wo auch eine offene Kochstelle ist, ehe sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnten. Das einzige Licht kommt durch ein rundes Guckloch, da ansonsten zu viele Mücken in das Haus kommen würden und die Malaria Gefahr zu groß ist. Ein typisches Masai Haus besteht aus Lehm und umfasst 4 relativ kleine Zimmer, das Schlafzimmer der Eltern, das der Kinder, der Gemeinschaftsraum und ein Raum, wo Schafe oder Ziegen ihre Jungen kriegen.

Wir kaufen uns eine selbstgemachte Kette (meine ist aus Olivenholz), die auf Reisen Glück bringen soll. Der Erlös unseres Kaufs geht wohl an die örtliche Schule und kommt daher dem „Allgemeinwohl“ des Dorfs zu Gute. Als kleine Anekdote: Früher trugen die Masai riesige Ohrringe bzw. Teller in den Ohren. Durch die erhöhte Verletzungsgefahr beim Spielen in der Schule, wird dies jedoch heutzutage weniger praktiziert. Stattdessen wir den Masai, die eine Schulausbildung bekommen, ein Schneidezahn im Untergebiss entfernt.

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