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Unverhofft kommt oft – Maisha Mrembo – ein Wrap up der letzten 3 Wochen in Nairobi!

Wahnsinn – wo ist denn nur die Zeit geblieben? Kaum zu fassen, dass mein letzter Blogeintrag nun schon ganze drei Wochen zurückliegt… Seitdem sind viele verschiedene Dinge passiert: der „Paintings for Peace“ Workshop an einer Schule in Kibera District anlässlich des UN Tages zur Bekämpfung der Armut, die Übernahme neuer Verantwortung im UNESCO Youth Forum; ein Besuch des Nationalmuseums und eine Tour durch den Hauptsitz der Vereinten Nationen in Afrika; „Kuscheln“ mit Babyelefanten im Sheldrick Wildlife Trust Center sowie ein erholsamer Kurzausflug an den Diana Beach – gelegen an der Ostküste Kenias. Dies sind nur einige der Schlagworte meiner Erlebnisse und dem Maisha Mrembo (schönen Leben), die im Folgenden mit Inhalt gefüllt werden…:)

Erlebnisse des „Paintings for Peace“ Workshops

Am Montag, den 17.10. haben wir – das UNESCO Youth Forum Kenya – zusammen mit teamGLOBAL, einer deutschen Jugendnetzwerk Initiative, einen „Paintings for Peace“ Workshop an der Kibera Blessed Academy Schule in Kibera, einem der größten Slums Afrikas, organisiert. Anlässlich des UN Tages für die Bekämpfung der Armut auf der Welt (International Day for Eradication of Poverty), haben die Schulkinder etwas über die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen gelernt und Bilder zu einem dieser Ziele gemalt. Die 17 “Sustainable Development Goals” sind Teil der UN Agenda 2030 und wurden im Jahre 2015 ins Leben gerufen, um Armut, soziale Ungleichheit und Unrecht zu beenden, Menschenleben zu verändern, und die Erde zu schützen. Um den Kindern etwas für ihre Arbeit zurückzugeben und sie in ihrer Schulausbildung zu unterstützen, haben wir im Anschluss an den Workshop eine Fundraising Kampagne gestartet, die noch bis Ende November laufen wird. Der kenianische Fernsehsender KBC hat sogar einen Beitrag von dem Workshop zu den Lunch Time News ausgestrahlt (großer Dank gilt Silke, die das möglich gemacht hat!). Der Link zur Spendenaktion mitsamt Video findet sich unter: https://gogetfunding.com/paintings-for-peace/

…Doch wie bei vielen Projekten ist dies nur die offizielle Beschreibung und das sogenannte Output des Workshops, die (oftmals viel spannenderen) Hintergründe bleiben wie so oft für Außenstehende unbekannt. Es lohnt sich also ein Einblick hinter die Kulissen:

Vorangegangene Woche Freitag (7.10.) hatten wir ein Treffen des UNESCO Youth Forums – das Jugend-Äquivalent zur UNESCO Nationalkommission – bei dem u.a. die neuen Vorsitzenden der einzelnen Komitees (Sozial- und Naturwissenschaften, Sport, Kommunikation, Bildung, und Kultur) bekannt gegeben wurden. Die Vorsitzenden der verschiedenen Abteilungen des UNESCO Youth Forums wurden im Vorhinein des Treffens durch dessen Mitglieder (60 Mitglieder, zwischen 18-35 Jahre alt) online gewählt. Jedoch blieben die Positionen der Leitung Kultur- und Sozialwissenschaften unbesetzt, woraufhin kurzerhand Chris als Leiter des Kulturkomitees und ich als Leiterin des Komitees Sozialwissenschaften für die Zeit unseres Freiwilligendienstes mehr oder minder „demokratisch“ auserkoren wurden.

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Die neuen Vorsitzenden der UNESCO Youth Forum Komitees (Bildung, Kultur, Natur-, Sozialwissenschaften, Kommunikation)

Von der neugewonnenen Verantwortung beschwingt, stieß ich vorangegangenen Donnerstag – ganze zwei Arbeitstage vor dem Workshop – zufälligerweise auf die internationalen Tage der Vereinten Nationen, zu denen oftmals weltweit Veranstaltungen stattfinden. So wurde ich auf den „International Day for Eradication of Poverty“ aufmerksam, dem am 17. November eines jeden Jahres weltweit gedacht wird. Zusammen mit Faith, der Vorsitzenden des UNESCO Youth Forums, entschlossen wir uns daher, anlässlich des besonderen Tages ein gemeinsames Projekt des UNESCO Youth Forums zusammen mit teamGLOBAL – einer deutschen Jugendnetzwerk Initiative, die zu diversen Globalisierungsthemen Workshops an Schulen umsetzt, in der Chris Mitglied ist – zu starten.

Es blieb also Freitag für die Ausarbeitung eines Konzeptpapiers sowie die weitere Organisation des Projekts, ehe wir am Montag den „Paintings for Peace“ Workshop an der Schule durchführten. Zusammen mit Faith, Ibrahim (Leiter Bildungskomitee), Mandela (Mitglied Sportkomittee) und Chris fuhren wir zur Blessed Academy Schule nach Kibera. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Schulleiter und weitere Lehrkräfte, begann der Workshop im Pavillon der Schule, wo uns ca. 90 Schüler_Innen im Alter von 8 – 15 Jahren neugierig entgegenblickten (wir hatten vorher mit der Lehrerin abgesprochen, dass eine Gruppengröße von ca. 50 Schüler_Innen Sinn machen würde). Nach einer persönlichen Vorstellungsrunde und kurzen Einführung in das Thema, begann der inhaltliche Teil des Workshops. Die Schüler_Innen wurden in Gruppen aufgeteilt und angeregt, an aktuelle Herausforderungen in ihrer Gemeinschaft, in Kenia und auf der Welt zu denken, um so schrittweise auf die 17 Global Goals zu stoßen, die wir anschließend diskutierten. Im nächsten Schritt teilten wir Blätter und Farben aus, damit die Schüler_Innen je ein Bild zu dem Ziel malen konnten, welches ihnen am wichtigsten erscheint.

Anhand von Gesprächen mit Lehrkräften erfuhr ich, dass den Kindern nicht nur wesentliche Lernmaterialien fehlen (die Schüler_Innen sitzen z.T. 5-6 an einem Einzeltisch, Hefte und Bücher sind Mangelware), sondern auch Grundbedürfnisse wie elterliche Fürsorge und gesunde Nahrung manchmal ausbleiben. Um die Kinder für ihre kreative Arbeit zu belohnen und in ihrem Lernprozess zu unterstützen starteten wir daher eine Fundraising Kampagne, anhand dessen Erlös wir Schulmaterialien kaufen werden, die wir an die Schüler_Innen zurückgeben werden. Alles in allem, war der Workshop ein großer Erfolg, der nicht nur uns Teamern, sondern auch den Schüler_Innen großen Spaß gemacht hat.

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Freizeitaktivitäten

Die Highlights der letzten Wochen umfassten einen Besuch des kenianischen Nationalmuseums, welches eine große Bandbreite an Ausstellungen beinhaltet. Diese reichen von der kenianischen Fauna, über die 42 verschiedenen Ethnien und dessen Traditionen und Bräuche, bis zur kenianischen Geschichte und Währung und einer zeitgenössischen Kunstausstellung. Das Museum enthält zudem eine Sammlung der ältesten Funde menschlicher Vorfahren, dem „Millenium-Mensch“. Gleich im Anschluss an den Museumsbesuch durchstreiften wir den angrenzenden botanischen Garten und Snake Park, wo wir mit einigen Schildkröten und Reptilien Bekanntschaft machten.

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Weiterhin hatten Chris und ich für den 13. Oktober eine Tour durch den Hauptsitz der Vereinten Nationen in Afrika gebucht. Neben Standorten in New York, Genf und Wien ist Nairobi nicht nur der einzige der vier Hauptsitze der UN in Afrika, sondern gleichzeitig auch einziger Hauptsitz der Organisationen UNEP (UN-Umweltprogramm) und UN-Habitat (UN-Weltsiedlungsprogramm) sowie Sitz des UNESCO Regionalbüros für Ostafrikas, UNICEF u.v.m. Mit seinen 146 ha lädt das Gelände zum Verweilen ein und neben einigen Geschenken der einzelnen Mitgliedstaaten an die UN saßen wir u.a. auch im Konferenzsaal, wo die Generalversammlung stattfindet, wenn sich in Nairobi getroffen wird.

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In Plastikflaschen surfen...? (Ein Kunstwerk gegen die Verschmutzung der Ozeane)

In Plastikflaschen surfen…? (Ein Kunstwerk gegen die Verschmutzung der Ozeane)

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Das Wochenende darauf nutzten Jennie und ich um Babyelefanten im David Sheldrick Wildlife Trust (DSWT) zu besuchen. Die Babyelefanten im DSWT sind Weisen und werden oftmals im Alter von nur ein paar Wochen/Monaten in Kenia´s Naturreservaten aufgegriffen. Sie werden im DSWT aufgezogen und nach ein paar Jahren anschließend erneut in die Wildnis zurückgeführt. Zu diesem Zweck bietet das DSWT einmal wöchentlich für eine Stunde eine offene Fütterung der Elefantenbabys an, um die Fürsorge der Elefantenbabys zu finanzieren und diese schrittweise an das “wilde” Elefantenleben zurückzugewöhnen. So konnten schon über 150 Babyelefanten gerettet werden, die andernfalls durch Elfenbeinhandel, Dürren und Entwaldung stark bedroht sind. Schlammig aber beseelt von der Niedlichkeit der Elefantenbabys verließen wir das Gelände.

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Weitere Highlights umfassten die Geburtstatgsfeierlichkeiten von Silke und Vici, ein “Women in Concert“ – Konzert und eine Buchvorstellung organisiert vom Goethe-Institut, ein Filmscreening in der Alliance Francaise, die wöchentlichen Suaheli Stunden und viele mehr, die es sich an dieser Stelle nicht auszuführen lohnt.

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Ausflug zum Diani Beech – Lifestyle: Pole Pole  

Da am Donnerstag der „Mashujaa Day“ war, an dem den Helden Kenias gedacht wird, entschlossen wir (Jennie, Lara, Chris und ich) uns unverhofft einen Ausflug an die Ostküste Kenias zu machen. Nach einer 9-stündigen Nachtbusfahrt, trafen wir in Mombasa, der zweitgrößten Stadt Kenias, ein, von wo aus wir mit Matatu, Fähre und Tuk-Tuk zu unserer Unterkunft am Diani Beech gelangten. Unverhofft groß und pink gestaltete sich unser Anwesen mitsamt Pool, an dem wir es die nächsten Tage und Nächte „aushalten“ sollten.

Der Besuch des nahegelegenen Strandes brachte uns erstmal jedoch kein Glück, da Chris in einen Seeigel trat, der ihm anschließend von 4 Kenianer_Innen mithilfe eines Schweizer Taschenmessers und einer Aloe Vera Pflanze ansatzweise entfernt wurde. Da der Stachel hartnäckig tief saß, ersparte uns dieser wohlwollende Versuch jedoch leider nicht ein Besuch des Diani Beech Hospitals. Am nächsten Tag machten wir eine gemeinsame Fahrradtour gen Süden und erkundschafteten unsere etwas weitere Umgebung. Eine kaputte Schaltung meines Fahrrads bescherte uns eine lustige Unterhaltung mit ein paar jungen Kenianern, die wir in der Bar trafen, in der wir auf die Ankunft eines Ersatzfahrrads warteten. Die kaputte Schaltung war jedoch auch nicht weiter ein großes Problem, da wir in mit frischen Kokosnüssen und dem nahegelegenen traumhaft weißen und verlassenen Sandstrand entlohnt wurden, an dem sich unsere wohlverdiente Pause vom Strampeln wohl aushalten lies. Auf unserer Rückfahrt machten wir in einem „Fisherman Restaurant“ halt und bestellten frische Shrimps und Fisch. Neben einigen Dromedaren machten wir mit dem Hund Roberto Bekanntschaft, der Kokosnüsse mindestens genauso sehr mag, wie wir. Am nächsten Tag legten wir einen „Beauty-Tag“ ein, gingen zur Massage und Friseur, wo uns unsere Haare mit Bastelschere(!) geschnitten wurden (das Ergebnis ist nicht so schlimm wie es sich anhört). Die restliche Zeit des Tages verbrachten wir am Meer und Pool – so lässt es sich doch aushalten…

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Pole Pole (langsam, langsam) verlief der Lifestyle unseres Maisha Mrembo (schönen Lebens) am Diani Beech und die Menschen schienen ungewöhnlich entspannt im Vergleich zu denen in Nairobi. Zurück in der Hauptstadt fühle ich mich trotzdem wieder wie zurück „zu Hause“ angekommen und genieße das Stadtleben, auch wenn das Wetter sichtlich nicht das gleiche ist wie in Mombasa. Vor ein paar Tagen ist tatsächlich die Regensaison gestartet – in Sekundenschnelle standen die Bordsteine unter Wasser…

… Aber dazu mehr in meinem nächsten Eintrag!

Bis bald!

Eure Inken

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