In der Welt zu Hause – meine erste Woche in Nairobi!

Kaum zu glauben, wie die letzte Woche verflogen ist… Hier ein paar Erzählungen zu meinen ersten Erfahrungen in Nairobi und Umgebung.

Wie im letzten Blogeintrag berichtet, haben Chris und ich letzten Freitag von unserem Chef frei bekommen und mussten nicht arbeiten. Stattdessen nutzten wir den Tag um auf den „Toy Market“ zu gehen, ein ziemlich klassisch „kenianischer“ Markt auf dem es fast keine Muzungus (Europäer) gibt. Mit einigem hartnäckigem Verhandeln, das ich noch aus Asien gewohnt war, fand Chris für günstiges Geld ein paar Anziehsachen für die Arbeit – der erste kenianische Marktbesuch erwies sich also als ein voller Erfolg! Bei anschließenden Besorgungen im Supermarkt einer Mall, unweit von unserer Wohnung entfernt, wurden wir von einem kurzen Stromausfall überrascht, bei dem man kurzerhand die Hand vor seinen eigenen Augen nicht mehr sehen konnte. Alles halb so wild, denn nach nur einigen Sekunden ging das Licht wieder an und alles seinen gewohnten Gang – Karibu to Kenya!

Samstags machte ich zusammen mit meinen Mitbewohner_Innen Sarah, Margot und Chris sowie Anne eine Wanderung in die Ngong Hills. Auf 2300m Höhe war die Wanderung in der dünnen Luft schon recht anstrengend, aber für den Blick lohnte es sich vollkommen. Zusammen mit einem Polizisten als Begleitung, der uns nicht nur den Weg wies, sondern uns auch im Notfall vor Schlangen, Anthilopen und sonstigen Tieren gerettet hätte (wir haben leider außer ein paar Schafe und Kühe keine Tiere gesehen), wanderten wir die Berge hinauf und herunter. Ich lernte u.a., dass die Berge für das Maasai Volk heilig sind und alles in allem war es ein schöner erster WG-Ausflug. Abends war ich, zusammen mit den 4 weiteren Freiwilligen, die momentan mit Kulturweit in Nairobi sind, in der Outdoor Bar „The Alchemist“, wo Wankelmut auflegte. Aufgrund der begrenzten Unterhaltungsmöglichkeiten bei lauter Musik verständigten wir uns darauf, dass wir uns am Sonntag erneut treffen würden, um uns über unsere ersten Erfahrungen auszutauschen. So folgte am Sonntag also ein gemütlicher Bummeltag mit Vici und Jenni in der Stadt.

Nach den vier Tagen Entspannung hatte ich nicht nur meine Erkältung aus dem Flugzeug überwunden, ich freute mich auch sehr auf den ersten richtigen Arbeitstag. Chris und ich wurden sehr herzlich von allen Mitarbeiter_Innen der Kenyan Nationalcommission for UNESCO (KNATCOM) empfangen und bekamen gleich eine Einführung in anstehende Projekte. Diese umfassten u.a. den International Day of Peace (Weltfriedenstag) am Mittwoch und die 2nd International Conference on Physical Activity and Sports for Health and Development in Africa an der Kenyatta University am Donnerstag und Freitag..  Es sollte also eine ausgelastete erste Woche werden.

Die Feierlichkeiten zum Weltfriedenstag, die kurzfristig in unsere eigenen Räumlichkeiten der KNATCOM gelegt wurden, waren ein voller Erfolg. Chris und ich halfen bei den Vorbereitungen, Bibliothek in einen Konferenzraum umzuräumen und (einen Tag vor dem Event) das Konzeptpapier für die stattfindende Podiumsdiskussion zu schreiben. Trotz, oder gerade wegen, der chaotischen Vorbereitung (ich frage mich immer noch, ob dieser Zustand eine Ausnahme war oder eher der Normalität entsprach) kann man sagen, dass ich kaum mit so einem spannenden Event gerechnet hatte. Ungefähr 80 junge Erwachsene von verschiedenen Jugendgruppen aus Kenia, dem Südsudan und Somalia sowie Repräsentanten des UNESCO Regionalbüros Ostafrikas, der UNESCO Nationalkommission und der UN nahmen an dem Event teil, dessen Thema wie folgt lautete: Sustainable Development Goals as Building Blocks for Peace. Nach einigen kurzen Reden und Einführungen durch die Repräsentanten entfaltete sich eine spannende Diskussion unter den Jugendlichen, bei denen die Verbindung zwischen nachhaltiger Entwicklung und Frieden geschaffen wurde, welches sich gegenseitig bedinge. Frieden gelte daher als Grundlage, die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu erreichen und Entwicklung ist nötig, um langfristig Frieden zu schaffen. Nach der Veranstaltung musste noch am gleichen Tag ein Final Report zum Event geschrieben werden, der dann zur UNESCO nach Paris geschickt wurde. Um halb 7 Uhr verließen wir sehr glücklich, aber auch erschöpft das Büro.

Wie bereits angedeutet, besuchten Chris und ich am Donnerstag und Freitag die 2nd International Conference on Physical Activity and Sports for Health and Development in Africa an der Kenyatta Universität, für die die Nationalkommission eine der Sponsoren war. Neben vielen Fachvorträgen über die Zusammenhänge zwischen Sport, Gesundheit und Entwicklung in (Ost-)Afrika, bei der Professoren aus Teilen der ganzen Welt anwesend waren, wurden wir herzlich von den Organisatoren empfangen und bekamen sogar ein traditionelles Maasai Gewand als Give-away.

Soooo… Und da ich den Blog eigentlich schon vor ein paar Tagen schreiben wollte, hier noch ein paar Erzählungen zu diesem Wochenende. Freitagabend besuchte ich mit Margot und Chris das Jazz & Roots Festival in der Treehouse Bar, für das der vorherige Ticketvkauf im überfüllten und mit Stau belastetem Nairobi keine leichte Aufgabe darstellte – Bangkok Traffic ist dagegen oftmals ein Kinderspiel. Als kleine Zusatzbemerkung dazu: Aufgrund des allzeitigen Staus auf der Straße, die von unserer Wohnung in die Innenstadt führt, nahmen wir am Mittwoch, nicht wie sonst einen Bus oder Matatu (farbenfrohe aufgepimpte Busse mit lauter Musik) zur Arbeit, sondern ein Motorradtaxi – leider war jedoch gerade nur ein Motorrad zur Verfügung. Dicht aneinander gedrückt, schlängelten wir uns an den Autos vorbei und kamen wachgerüttelt aber dennoch belustigt in der Arbeit an… Am nächsten Tag nahmen wir trotzdem lieber wieder den Bus!

Das gestrige abendliche Konzert, bei dem erst Maia von Lekow und anschließend Keziah Jones eine klasse Show boten, bestand aus einer Mischung aus Blues, Rock und Akustik und begeisterte mich sicherlich für diese Musikstile. Heute ging es zum zweiten Mal diese Woche zum Hot Yoga, um ein wenig zu entspannen und mich von der spannenden Woche auszuruhen.

Alles in allem bin ich überglücklich in Nairobi und der Einsatzstelle der UNESCO Nationalkommission eingesetzt zu sein, bei der es über das halbe Jahr wahrscheinlich nie langweilig wird. Nach anderthalb Wochen hier fühle ich mich schon fast wie zu Hause.

Liebe Grüße aus Nairobi und bis ganz bald!

Eure Inken

Bilder

Beim Wandern in den Ngong Hills

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Chris, Margot, Sarah, Anne und ich

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In der Bar „The Alchemist“ 

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Kulturweit Freiwillige Nairobis Silke, Vici, Jenni, Ich, Chris

International Day of Peace (21.09.)

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Meine Kollegin Faith und ich  img_7859

Konferenz an der Kenyatta University

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Zum Arbeitsweg

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der Blick aus dem Bürogebäude

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Im Bus auf dem Weg von der Arbeit nach Hause

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Bauarbeiten auf der Straße von Wohnung in die Innenstadt…

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Jazz & Roots Festival

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Keziah Jones

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